Kräftig an Gebührenschraube gedreht

Die beiden Anhebungen hat der Stadtrat gestern Abend einstimmig abgesegnet, ohne große Debatten. Überhaupt war die gesamte Sitzung (zumindest in ihrem öffentlichen Teil) rekordverdächtig: Sieben Tagesordnungspunkte wurden in 16 Minuten abgehakt. Ein Fachbüro aus Straubing war mit der Neukalkulation der Gebühren beauftragt worden. Das Gutachten begründet die Anhebung des Wasserpreises unter anderem mit den gesunkenen Verbrauchsmengen.

Jährliche Wasserverbrauchsmenge

Bei der letzten Kalkulation wurde noch von einer jährlichen Wasserverbrauchsmenge von 490 000 Kubikmetern ausgegangen. Der tatsächliche zukünftige Verbrauch wird aber zwischenzeitlich mit 466 000 Kubikmetern angenommen. Auf der anderen Seite haben sich aber die Ausgaben erhöht. Die Bezugskosten für Wasser von der N-Ergie Nürnberg haben sich seit 2012 um rund 34 Prozentpunkte erhöht. Kostete der Kubikmeter Wasser im Jahr 2012 im Einkauf noch 38 Cent, so muss die Stadt in diesem Jahr 51 Cent hinlegen.

Anschluss des neuen Gewerbegebiets

Was ebenfalls auf die Wassergebühren durchschlägt ist der Anschluss des künftigen Gewerbegebiets Saaß und die Notwasserversorgung über die Jura-Gruppe. Wie bereits ausführlich berichtet, wird Auerbach mit einer zweiten Leitung bei Troschenreuth an das Netz andocken. Auch bei der Abwassergebühr spielt der Anschluss des künftigen Gewerbegebietes Saaß eine Rolle bei den kalkulatorischen Kosten. Und auch die Erschließung des künftigen Baugebietes am Franz-Josef-Strauß- Platz spielt eine Gebühren steigernde Rolle.

Kostendeckend arbeiten

Und dann gibt es da noch eine Beanstandung durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband. Dieser wollte eine Änderung des Verteilungsmaßstabes bei der Aufteilung von Schmutzwasser und Niederschlagswasser. Bei letzterem sinkt der Preis künftig. Verlangt werden ab 1. Januar 2018 statt der bisherigen 26 Cent pro Quadratmeter Fläche noch 15 Cent. Bürgermeister Joachim Neuß sagte, die Stadt im Wasser- und im Abwasserbereich kostendeckend arbeiten müsse. Daher seien auch alle vier Jahre die Gebühren neu zu kalkulieren, was per Beschluss des Stadtrats nun wieder geschehen sei. Die Kommune wolle mit der Gebührenanhebung weder ihren Haushalt sanieren noch einen Reibach machen.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06