AfD: Diese Absage ist undemokratisch

Schon seit ein, zwei Wochen hängen die Plakate in der Stadt, die zu der Parteiveranstaltung einladen. Der Mietvertrag ist auch bereits eine Woche alt. Wie fadenscheinig (und rechtlich fragwürdig) ist da die Begründung, wonach der Mietvertrag unter falschen Annahmen zustande kam. Der Verweis auf eine angeblich interne Veranstaltung ist geradezu scheinheilig. Oder anders formuliert: Wenn das Rathaus schläft, muss doch nicht der Veranstalter dafür büßen.

Dass die Stadt nach den Schmierereien an der Stadthalle und dem Eklat von 2012, als eine Nazi-Demo nicht rechtzeitig bekannt gemacht wurde, nun in vorauseilendem Gehorsam vertragsbrüchig wird, ist ein Schuss ins eigene Knie. Man muss – ich würde sogar sagen: man soll – die AfD nicht mögen. Aber sie ist eine demokratisch legitimierte Partei, und auch wenn sie inhaltlich mit den Ängsten der Bürger spielt, müssen wir diese andere Meinung aushalten. Lasst die AfD tagen, das Bündnis Kunterbunt dagegen demonstrieren und die Menschen entscheiden, was sie richtig finden. Der Rausschmiss aus der Stadthalle ist hingegen beste Werbung für die AfD.

joachim.braun@kurier.tmt.de

 

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