Kommentar: Die ausgestreckte Hand

Da braucht man gar nichts dazu zu dichten. Es läuft für die Stadt. Wirtschaftlich durch Rekord-Einnahmen bei der Gewerbesteuer. Durch viele Investitionen, die von den Unternehmen und von privaten Investoren gestemmt werden, die auch aus dem Umfeld der Universität kommen – deren Leuchtturmfunktion für die Stadt jetzt endlich auch so richtig im Rathaus anzukommen scheint. Dass sich Merk-Erbe in ihrem Jahres-Pressegespräch pro Gründerzentrum aussprach – zusammen mit dem Inkubator genannten Ideen-Brutkasten an der Uni eines der wichtigen Projekte des Uni-Präsidenten Stefan Leible – zeigt eine neue Denkhaltung: das sah 2017 noch ganz anders aus.

Es läuft auch touristisch

Es läuft auch touristisch für Bayreuth: Die Landesgartenschau, die finanziell im Rahmen bleibt, hat den Bayreuthern nicht nur einen neuen Park gebracht. Sie hat geholfen, dass das Zwischenjahr 2017 ohne nennenswerte Delle bei den Übernachtungen und den Besuchen von Gästen in der Stadt geblieben ist. 2018 wird mit der Eröffnung des Weltkulturerbes neuen Schwung bringen.

Man kann wenig falsch machen in Bayreuth

Man kann, wenn man es genau betrachtet, aktuell wenig falsch machen in Bayreuth. Vor dem Hintergrund ist es genau richtig, was Merk-Erbe sagt – zwei Mal sogar an diesem Mittwoch: Der Erfolg sei „nicht das Werk eines oder einer Einzelnen“. Das ist die ausgestreckte Hand der Oberbürgermeisterin gerade an die im Stadtrat, die keine Gelegenheit auslassen, gegen Merk-Erbe in Stellung zu gehen.

Erste Nagelprobe bei den Haushaltsberatungen

Die Haushaltsberatungen im Februar werden die erste Nagelprobe: Die Stadt steht allen Bedenken nach dem angekündigten BAT-Abzug zum Trotz mehr als ordentlich da, kann für die Betriebe – wenn der Stadtrat mitzieht – die Gewerbesteuer-Hebesätze senken. Soll ohne Neuverschuldung auskommen, trotz riesiger Projekte neben der Stadthallen-Sanierung. Auch wenn der leise Zwischenton des Wahlkampfs in der Luft liegt: In Bayreuth kann man vergleichsweise frei aufspielen. Warum nicht mal alle gemeinsam im Stadtrat?

eric.waha@nordbayerischer-kurier.de

5 (1 vote)

Anzeige

Kommentare

Ja. Egal, zu welcher politischen Couleur man tendiert:
Stadtratswahl ist doch für die meisten eine Persönlichkeitswahl jenseits von Parteiengrenzen und es gibt bei jeder Partei solche und solche.

Viele Wählerinnen und Wähler sind Kindergartengehabe und parteipolitische Albernheiten im Stadtrat längst leid. Es geht doch darum, das Beste für unsete Stadt zu erteichen und nicht um die eigene Profilierung oder Parteipolitik!
Einige, die ich letztes Mal noch im guten Glauben gewählt habe, werden das nächste Mal leer ausgehen ... Ich kenne viele, denen es so geht ...
Egal, wen Sie nächstes Mal wählen oder nicht wählen...
Es werden wieder 44 drin sitzen.
Wobei man anerkennen muss, dass die OBin Mark-Erbe sicher nicht zu den mit dem "Kindergartengehabe und parteipolitische Albernheiten im Stadtrat " zählen kann.