Klostersanierung wird Herkulesaufgabe

Spätestens beim Rundgang durch das Hauptgebäude wurde den drei Mitgliedern der SPD-Bezirkstagsfraktion sowohl das Ausmaß als auch die Problematik der Sanierung bewusst. Mit vor Ort war Norbert Hartl aus Regensburg, der im Rahmen der Wolbergs-Affäre von seinen Ämtern zurückgetreten ist.

Rauchmelder in allen Räumen

Gesamtleiter Peter Miltenberger zeigte das Provisorium, in dem Regens Wagner lebt: Brandschutztüren, die nur vorläufig eingebaut wurden; Rauchmelder in allen Räumen, mit Strängen von roten Kabeln verbunden; kreuz und quer laufen Kabelkanäle und Alurohre über historisch wertvolle Stuckdecken und Wände.

Mit schwerer Metalltür verschlossen

Die Treppenhäuser mussten nachgerüstet werden, damit sie im Notfall rauchfrei bleiben. Die einfache Tür der Pforte wird im Alarmfall mit einer schweren Metalltür verschlossen. Rund 1,5 Millionen Euro hat der Brandschutz den Betreiber Regens Wagner gekostet. „Wenn es dann zu einer Sanierung kommt, sind 90 Prozent davon vernichtet“, rechnet Miltenberger die Situation drastisch vor.

Kloster steht unter Denkmalschutz

Für den Gesamtleiter ist die Problematik eigentlich nur dann zu lösen, wenn die Politik mit eingreift und Sonderförderungen aus den unterschiedlichsten Töpfen ermöglicht werden. Miltenberger geht vorsichtig von rund 35 Millionen Euro aus, die die Sanierung des Hauptgebäudes der früheren Klosteranlage kostet. Vor allem die Tatsache, dass die Anlage unter Denkmalschutz steht, verteuere eine Sanierung immens. Aus dem laufenden Betrieb könne die Wohn- und Pflegeeinrichtung für Menschen mit Behinderung diese Mehrkosten gar nicht erwirtschaften. „Und wir können auch nicht sämtliche Rücklagen aufbrauchen“, hält Miltenberger beim Gespräch mit der SPD-Fraktion vor Augen. Regens Wagner habe ja viele weitere Projekte, die Investitionen erforderlich machen.

Eine unendliche Geschichte

Und die Sanierung scheint eine unendliche Geschichte zu werden. Erste Pläne für die Maßnahmen reichen bis in das Jahr 2004 zurück. Die letzte Renovierung in den Klostergebäuden fand im Jahr 1970 statt. Es wird nicht nur höchste Eisenbahn dass etwas vorwärts geht, sondern die Sanierung werde laut Miltenberger auch ein „Lebenswerk“. Der Konvent der Dillinger Franziskanerinnen besteht in Michelfeld nur noch aus fünf Ordensfrauen. Oberin ist Schwester Madlen Kolbrand. Zeitlebens haben die Ordensfrauen ihren Lohn für Regens Wagner eingebracht und so einen finanziellen Grundstock für die Rücklagen gebildet. Nicht nur der Brandschutz erfordere eine Modernisierung des Gebäudes. Die Bewohner wünschen sich heute Einzelzimmer, sagt Miltenberger.

Außerdem sei die Rufanlage nicht mehr modern, viele Fenster sind kaputt und der TÜV des Aufzugs läuft 2018 aus. Und da bis dahin nicht mit einem Baubeginn zu rechnen ist, muss Regens Wagner erneut in Vorleistung gehen und einen provisorischen Aufzug einbauen, der danach wieder überflüssig sein wird. Auch eine Fluchttreppe ist inzwischen außen am Klostergebäude installiert. Im Jahr 2015 machte das Landratsamt Amberg-Sulzbach klare Vorgaben. Wären diese nicht umgesetzt worden, hätte Regens Wagner den Heimbetrieb einstellen müssen. Bis zur Umsetzung aller Maßnahmen musste man drei mobile Brandwachen stellen.

Im Moment ist die zweite Etage des Hauptgebäudes leer. Die 30 pflegebedürftigen Bewohner sind einstweilen im früheren Eschenbacher Krankenhaus (wir berichteten) untergebracht. Obwohl das Gebäude dort schon viele Vorgaben erfüllte, musste Regens Wagner mit Eigenleistungen von rund einer halben Million Euro nachbessern. Die Etage wird im Moment für den vorübergehenden Umzug einer Wohngruppe aus dem Gebäude der Landwirtschaft umgeräumt. Auch dort ist akuter Sanierungsbedarf, weil seit 1937 nichts mehr modernisiert worden ist. Die SPD-Politiker signalisierten, dass sie das Vorhaben unterstützen wollen.

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