Kletterfestival: Wer runterfällt wird nass

Das Klettern steht an den drei Tagen des Frankenjura-Kletterfestivals zwar im Fokus, aber Sportler mögen viele Sportarten: Hier spielen die einen Volleyball, dort werfen sich die anderen Pässe mit einem Football zu, andere kicken ein paar Bälle. Auch das Gleichgewichtstraining kommt nicht zu kurz: Balancieren auf einer Slackline dient genauso als Zeitvertreib wie Kletter-Yoga, während zwischen Sportlern, Zelten und Ausstellern Kinder jeden Alters tollen. Sie scheinen die Einzigen zu sein, die es eilig haben. Der Rest der Festivalbesucher wirkt entspannt: Sonne tanken, schwimmen und nette Unterhaltungen stehen für sie auf der Prioritätenliste ganz oben.

Gäste aus vielen Ländern vor Ort

In dem Wirrwarr auf der Liegewiese und am Beckenrand hört man nicht nur Unterhaltungen auf Deutsch, sondern auch viel Englisch, Holländisch und Spanisch. Organisator Horst Fürsattel bestätigt: Er habe Gäste aus England, Schweden, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden gesehen. Kurz nach 20 Uhr begeben sich die Kletterfreunde langsam in Richtung Schwimmbecken. Dort befindet sich ein etwa fünf Meter hohes Gerüst, an dem die verschiedensten Griffe befestigt sind. Sechs Teams mit jeweils zwei (Profi–) Kletterern werden bei Sonnenuntergang versuchen, sich den Parcours schnellstmöglich entlangzuhangeln. Die Zeiten des Teams werden addiert und ergeben die Gesamtzeit.

Ein Kraftakt für Arme, Schultern und Co.

Unter die bekannten Klettergrößen wie Alexander Megos und Katharina Saurwein mischt sich das Auerbacher Klettertalent Mia Baumann. Nach den ersten Runden beschließt der Moderator, den Parcours etwas schwieriger zu machen: Die Männer müssen vor dem Sprung auf eine Strickleiter zehn Liegestütze machen, erst dann dürfen sie die Leiter hoch. Einige von ihnen schaffen das trotzdem, ohne die Füß zu nutzen. Die gesamte Strecke ist ein Kraftakt für Arme, Schultern und Co. Gleichzeitig müssen die Wettkämpfer aber beweglich sein, um an wackeligen Pyramiden vorbeizukommen, die auf dem Kopf hängen.

Ausziehen mal kopfüber

Höhepunkt des Parcours ist die Stelle, an der sich Boulderer kopfüber mit den Beinen am Gerüst festhalten und versuchen müssen, ihr T-Shirt auszuziehen. Weiter geht es auf eine schwarze Plattform, von der aus sie zu einem kleinen Ring springen müssen, um sich daran festzuhalten. Erst dann stoppt die Zeit. Nicht alle schaffen diese letzte Aufgabe – ein paar gehen baden.

Favorit durfte nicht üben

Als einer der Letzten ist Alexander Megos an der Reihe. Wegen seinerherausragenden Klettererfahrung durfte er vorab nicht am Gerüst im Wasser üben. Das soll den anderen Teilnehmern einen Vorteil verschaffen. So hatte Megos am Festivalwochenende viel Zeit für anderes: „Es ist schön, wenn man sie in einer so tollen Atmosphäre einmal im Jahr treffen kann“, sagt der Hausmeister des Frankenjura, wie er sich selbst bezeichnet. Er war viel Klettern, unter anderem am Krottenseer Turm.

Alles ganz normal: "Nur schneller"

Vor seinem Start antwortet er dem Moderater, wie er an den Contest herangehen wolle: „Ich will alles so machen wie die anderen. Nur schneller.“ Und tatsächlich: Mit seiner Zeit schafft er es, sich und Mia Baumann ins Finale zu befördern. In einem spannenden zweiten Durchlauf treten sie gegen Pia Zuber und Jorg Verhoeven an. Die erste Runde war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem die Teams nur drei Sekunden auseinander lagen. Im Finale legen Zuber und Verhoeven zu: Insgesamt brauchen sie eine Minute und 52 Sekunden.

Nicht bewertet

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