Kindergarten steht unter Wasser

Um 6.45 Uhr sperrte Nadine Ködel die Türe auf – und erschrak heftig. Dann rief sie sofort ihre Kollegin Annett Bujdoso an: „Der Kindergarten steht unter Wasser, es tropft überall.“ Wie sich herausstellte, war eine Wasserleitung unter dem Dach geborsten. Von der Überflutung sind in Krippe und Kindergarten 36 Kinder betroffen, berichtete Leiterin Claudia Schneider. Sofort wurde eine Notgruppe in der Schule eingerichtet, die von sechs Kindern besucht wird – infolge der Grippewelle waren einige krank. „Die Notgruppe kann erweitert werden“, sagte Schneider. Ob weitere Ausweichgruppen eingerichtet werden, müsse mit der Gemeinde besprochen werden.

Feuerwehr im Einsatz

Die Feuerwehr war den ganzen Tag über im Einsatz, um Wasser abzupumpen beziehungsweise abzusaugen. Wie lange der Kindergarten gesperrt werden muss, darüber konnte der Benker Pfarrer Josef Paulmaier keine Auskunft geben. Die Kirchengemeinde ist der Träger, die Gemeinde Bindlach der Besitzer. Boden und Decke müssen auf Feuchtigkeitsschäden untersucht werden, erläuterte Paulmaier. Er schätzte, dass rund 150 Kubikmeter Wasser das Gebäude geflutet hat. Wie lange das Trocknen dauert, ist unklar. Die Gruppenräume sind verschont geblieben, doch viele Kinderbücher und die Garderobe wurden zerstört.

Eltern zeigen Verständnis

Die Eltern wurden per Handynachricht und durch eine Telefonkette informiert, zeigten Verständnis und Hilfsbereitschaft, berichtete Kindergartenleiterin Schneider. „Jeder hat Verständnis für die Situation“, bestätigte eine Mutter unserer Zeitung. Ab 7.30 Uhr seien alle Eltern informiert gewesen. Es werde mehrere Tage dauern, die Feuchtigkeit herauszubringen, schätzte der Bindlacher Verwaltungsleiter Karl-Heinz Maisel. Ein Gutachter werde den Schaden ermitteln, für die Beseitigung sei die Gemeinde verantwortlich. Die Eltern haben die Sperrung des Kindergartens offenbar gelassen aufgenommen: „Es gab deswegen keinen einzigen Anruf im Rathaus.“

Leitung unter dem Dach

Der Kindergarten existiert seit 1999, wurde bereits in der Kaserne der US-Armee entsprechend genutzt. In den USA ist es üblich, Wasserleitungen unter dem Dach zu verlegen, eine Isolierung gibt es nicht. Das Gebäude wurde vor zwei Jahren energetisch saniert, der Innenanstrich ist neu. Derzeit gibt es weder Strom noch funktioniert das Telefon. Paulmaier zeigte sich trotz der Überschwemmung froh darüber, dass niemand zu Schaden gekommen ist.


Info: Der Flohmarkt, der am kommenden Sonntag von 10 bis 14 Uhr im Kindergarten geplant war, wurde abgesagt.

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Kommentare

Soweit ich weiß heißt der Pfarrer der Gemeinde Benk nicht Paulmichel :)
Richtig!
Josef Paulmaier heißt er, Herr _Engelbert_!