Keine neuen Windräder mehr in der Region

35 Windräder - das ist die maximale Anzahl, die im Landkreis Kulmbach möglich ist. Zumindest nach der aktuellen Rechtslage. Von den 35 Anlagen sind schon 29 in Betrieb. Zwei weitere gehen bald in Thurnau ans Netz. Die verbleibenden vier Anlagen sind genehmigt. Ob sie gebaut werden, steht noch nicht fest. Danach wird aber definitiv Schluss sein, sagt Hans-Dieter Vießmann im Gespräch mit dem Kurier. „Neue Anlagen kann es im Landkreis nicht mehr geben, weil alle möglichen Flächen belegt sind“, erklärt der stellvertretende Abteilungsleiter für Bauen und Umwelt am Kulmbacher Landratsamt.

So gut wie unmöglich, noch neue Standorte zu finden

Ähnlich sieht es im Landkreis Bayreuth aus. Während bis Ende des Jahres 2014 immer wieder neue Windkraftanlagen beantragt worden waren, kommen jetzt kaum noch neue dazu. Grundlage dafür, wo die Windräder in der Region beantragt und genehmigt werden können, war bis dahin alleine der Regionalplan Oberfranken-Ost. Darin hatten Vertreter der Landratsämter, der Regierung von Oberfranken und Bürgermeister Flächen festgelegt, die für Windkraft geeignet sind.

Doch dann kam aus München die sogenannte 10H-Regel.

Die vorgeschriebenen Abstandsflächen zur Wohnbebauung liegen seitdem in der Regel bei zwei Kilometern. Denn das Gesetz schreibt vor, dass der Mindestabstand eines Windrades zum nächsten Wohnhaus bei mindestens dem zehnfachen der Höhe des Windrades liegen muss. Moderne Anlagen sind rund 200 Meter hoch. Damit ist es so gut wie unmöglich geworden, in den Landkreisen Kulmbach und Bayreuth noch geeignete Standorte zu finden.

Gemeinden haben eine Hintertür, die sie nicht nutzen

Eine Hintertür hat die Staatsregierung den Gemeinden gelassen, die 10H-Regel zu auszuhebeln. Kommunen können sich entscheiden, die Abstandsflächen zu unterschreiten. Das geht, wenn die Gemeinde sich entscheidet, Baurecht für Windkraftanlagen unterhalb des Zwei-Kilometer-Bannkreises zu schaffen. Das, so lehrt die bisherige Erfahrung, geschieht aber nicht. So hat beispielsweise erst vor wenigen Tagen der Weißenbrunner Gemeinderat einstimmig einen weiteren Ausbau des Windparks Rugendorf in Gössersdorf an der Kronacher und Kulmbacher Landkreisgrenze abgelehnt.

Überall dort, wo Gemeinderäte für den Windkraftausbau aktiv werden wollen, laufen Bürgerinitiativen dagegen Sturm. So auch in der Vergangenheit in Hollfeld. Dort trommelte eine Initiative derart ausdauernd gegen Windräder bei Krögelstein, dass der Stadtrat die ganze Sache schließlich abblies. Der Streit hatte schon vor Inkrafttreten der 10H-Regel begonnen.

"Man hat uns als Spinner abgetan."

Aktuell gibt es andernorts Widerstand gegen die Windkraft. Anwohner in Zultenberg (Gemeinde Kasendorf) sind wenig begeistert, dass vier Windkraftanlagen auf Kasendorfer Gemeindegebiet und drei Anlagen gleich nebenan im Landkreis Lichtenfels entstanden sind. Bürger in Grafendobrach wollen sich angeblich wehren. Ob es eine Klage gegen die drei geplanten Windräder auf der Fichtichhöhe geben wird, ist noch nicht bekannt. Hermann Dippold aus Kübelhof bei Rugendorf kämpft schon seit Jahrzehnten gegen Windräder. „Wir waren alleine. Man hat uns als Spinner abgetan. Jetzt werden es immer mehr Windkraft-Gegner“, sagt er.

Geht es nach der Staatsregierung und ihrer 10H-Regel, sollen Stadt- und Gemeinderäte gegen diesen massiven Widerstand, der mancherorts nur von kleinen aber lautstarken Gruppen ausgeht, zugunsten der Windkraft entscheiden. Bisher ist das in der Region seit Inkrafttreten der Abstandsregel noch nicht passiert. Zum Altbestand von acht Windrädern, die sich in den Gemeinden Harsdorf, Presseck, Wirsberg und Marktschorgast befinden, sind in den vergangenen Jahren im Landkreis Kulmbach 21 neue Anlagen hinzugekommen.

Im Landkreis Bayreuth gab es neben einem Ausbau im Lindenhardter Forst vor allem bei Eckersdorf und Speichersdorf noch Neubauten - alles Anlagen, die noch vor Inkrafttreten der 10H-Regel beantragt worden waren.

Früher sollten es einmal 1500 Windräder für ganz Bayern werden

Der Grund für den Windkraft-Boom war Fukushima, sagt Hans-Dieter Vießmann vom Kulmbacher Landratsamt. Auch die bayerische Staatsregierung wollte die regenerativen Energien einmal rasch ausbauen. Von 1500 Windrädern für Bayern war die Rede. Laut bayerischem Energieatlas sind es aktuell gerade einmal halb so viele. Und es kommen kaum noch welche dazu.

Der neuesten Anlagen entstehen zurzeit in der Nähe von Thurnau und Eckersdorf. Der Windpark Vogelherd kann in Kürze den Betrieb aufnehmen, denn dort hat eine Anwohnerin ihre Klage zurückgezogen. Weitere Neubauten sind für die Region erst einmal nicht in Sicht.

 

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Kommentare

Diese aus dem Bauch heraus getroffene Entscheidung der 10H-Regel von MP Seehofer ist durch nichts belegt. Natürlich braucht es auch den Schutz von Anliegern und Naturschutz. Aber der kann nicht durch eine einzige Zahl gewährleistet werden. Für mich ist das wieder so eine authoritäre Entscheidung eines Einzelnen, wie es bei der CSU häufiger schon vorgekommen ist.
Uwart: Machen Sie bitte nicht allein Seehofer bzw. Die CSU dafür verantwortlich! Auch die CSU - Spitze im LRA unternimmt nichts gegen den Weiterbau der Windkrafträder in Busbach! Genausowenig wie Gemeindeverwaltung, angesichts des zweifelhaften Naturschutzgutachtens! Die Energiewende ist m.E. Getrieben von der Profitgier der Beteiligten. Der Wähler wirds entscheiden! Ich möchte Sie hören, wenn so ein Ding vor Ihrer Haustür stehen würde!
Seehofer hat ja erst entschieden, als Oberbayern von den Windmühlen bedroht war...
Wohin wollen Sie denn in Oberfranken noch Windräder stellen - in die Rotmainauen?
Auch auf die Gefahr hin, dass mir geneigte Kreise wiedermal das Schüren einer Neiddebatte vorwerfen, so möchte ich doch noch ein paar Zahlen zum Thema beisteuern, die offenbar versehentlich vergessen wurden:

1. Die Pachtpreise für Windkraftanlagen: 25.000 - 100.000 € brutto werden da jährlich gezahlt.
"Aber 50.000 bis 70.000 Euro pro Windrad und Jahr seien „gute Mittelwerte“, heißt es bei der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Berlin, die vom Bund und der Wirtschaft betrieben wird, um den Ausbau von Windenergie voranzutreiben."
(Quelle: "Mit Pachten für Windrad-Standorte erzielen Grundbesitzer üppige Einkünfte
So sieht eine Geldmaschine aus: Üppige Einkünfte dank Windkraft", hna.de, 03.09.2014)

2. "Im Jahr 2015 betrug der Anteil der Windenergie an der Bruttostromerzeugung in Bayern 3,2 %" und der Anteil an allen "erneuerbaren" Energieträgern lediglich 8,2%.
(Quelle: energieatlas.bayern.de)

3. ca. 3.000 Windräder ersetzen ein Kernkraftwerk
(Quelle: "Ein Nachruf auf das AKW Grafenrheinfeld", Manfred Haferburg, achgut.com, 20.02.2016)

4. "Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden könnten die Kosten für die EEG-Umlage damit inklusive Mehrwertsteuer um rund 22 Euro auf 286 Euro im Jahr steigen."
(Quelle: zeit.de, 14.10.2016 "Ökostrom-Energiewende wird für Verbraucher teurer"

5. "Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet - so viel wie eine Kugel Eis."
(Quelle: Jürgen Trittin, Bündnis90/Die Grünen, Minister Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Pressemitteilung 231/04, Berlin, 30.07.2004)

Das entspräche einem durchschnittlichen Preis für eine Kugel Eis von 23,83 €.

Es scheint, die Rechenkünste sind, wie so vieles im Leben, recht ungleich verteilt.
Zeit für eine Gerechtigkeitsdebatte: Wer profitiert von der Energiewende? Die Kassiererin und der Dachdecker in der Mietwohnung im Mehrfamilienhaus mit ohne Möglichkeit der Beteiligung am Geldsegen sind es jedenfalls nicht. Denn die zahlen den gleichen Strompreis wie die Investoren. Beziehungsweise mehr.
St. Martin S., hilf!!!

PS. Auch Kommunen zahlen drauf, Stadtwerke Erlangen in jährlicher Millionenhöhe zum Beispiel. "Die Fördermittel für Windkraftstrom aus Anlagen an Land summieren sich allein 2014 auf etwa 4,7 Milliarden Euro...."
focus.de, 03.11.2014, "Schlaraffenland ist abgebrannt: Windkraft lässt Anleger bluten - Auch Kommunen zahlen drauf-"Windernergie"Viele Scharlatane sind auf dem grünen Ticket unterwegs""
Wer immer noch Rot-rot-grün wählt, ist selbst schuld, wenn vor seiner Haustür Windkraftanlagen gebaut werden.
Meckern ist ja immer leicht: wo soll der Strom den herkommen? Bei Ihnen wohl aus der Steckdose...
Zurück zur Atomkraft?
Dann verbrennen wir doch weiterhin unser Öl um Energie zu erzeugen. Wie doof ist eigentlich die Menschheit???? Alles wird immer nur in Geldwert gemessen, dass wir dabei kaputt gehen, ist doch nicht so schlimm!! Oh ihr Armen...
Bei der Landschaft gehts eben nicht um Geldwert. Geld verdienen die Investoren - und in Schwachwindgebieten wie bei uns verdienen sie besonders gut und sicher. Zahlen müssen alle, den Gewinn machen wenige. Die Investoren können dann ja in den Bayerischen Wald ziehen, dort ist man nicht so dumm, sich die Heimat derart verspargeln zu lassen. - Entweder man macht freien Markt, dann tragen die Investoren das Risiko und nicht der Verbraucher. Oder der Staat behält die Grundversorgung bei Wasser und Energie bei sich, um sie auf Dauer sicher zu stellen. Anscheinend lässt sich damit ja gut verdienen. Dann hätten alle was davon.
Völlig richtig. „Das BMWI hat keinen Überblick über die finanziellen Auswirkungen der Energiewende“ schrieb vor sechs Wochen der Bundesrechnungshof in seinem Bericht. "„Elementare Fragen wie ,Was kostet die Energiewende den Staat?‘ oder ,Was soll die Energiewende den Staat kosten?‘ werden nicht gestellt und bleiben unbeantwortet“, schreiben die Prüfer in dem Dokument....Weder hausintern noch in der Regierung oder mit den Bundesländern fänden ausreichend koordinierte Absprachen zur Energiewende statt, bemängeln die Prüfer."
(Quelle: "Bundesrechnungshof kritisiert undurchsichtige Energiewende", 12.01.17, faz.net)

Der zuständige Minister Gabriel (SPD) ist jetzt Außenminister, seine Nachfolgerin Brigitte Zypries, hat leider nur eine 1A-Parteikarriere in der SPD hingelegt und ist ansonsten lediglich durch die Unterstützung von "Zensursula", auch bekannt als "Stasi 2.1", (Internetzensur, was ja kläglich scheiterte) aufgefallen.

Jedes andere, gleichteure Milliarden- in-den-Sand-setzen-Politikversagen wäre in den Medien wohl viel ausführlicher kritisiert worden. Aber man wähnt sich auf der Seite der Guten. Noch immer. Was für ein fatale Irrtum.
Es gibt kein einziges Beispiel, dass eine derart planlose Planwirtschaft für das Gemeinwohl je funktioniert hätte. Wenn das Erich Honecker noch erleben könnte...
Na Gott sei Dank sagt es endlich mal jemand ganz unverblümt und zeigt uns worum es den Investoren in Wirklichkeit geht: Um Geld! Endlich wurde eine Goldgrube aufgetan, denn mit den Atommeilern haben die Energiekonzerne jahrzehntelang kein Geld verdient. Und dann kämen ja noch die Kosten für die Zwischen- und Endlagerung der verstrahlten Abfälle und der Rückbau der Meiler hinzu. Leute, ihr könnt doch nicht erwarten, dass diese die Konzerne voll tragen! Dafür und für das Tragen des Risikos eines Unfalls haben wir doch zum Glück die Kassiererin und den Dachdecker.
Natürlich geht es in der Wirtschaft vorallem ums Geld, ums schnelle Geld! Das gilt für WKA genau so wie bei den AKWs. Der Unterschied dieser Energiegewinnungsanlagen liegt in der Physik und deren Verträglichkeit mit der Umwelt. Es würde hier den Rahmen sprengen, warum WKA nicht nur nachhaltig umweltverträglicher sind, sondern auch durch ihre Dezentralität eine wesentlich höhere Versorgungssicherheit haben.
Und bei entsprechendem Gesellschaftsmodell bleiben auch die Erträge in der Region. Aber offensichtlich gönnen manche "Experten" lieber den Großunternehmen die Gewinne als den eigenen Kommunen.
Woher weiß ein DerekButter, dass deutsche AKWs die sichersten der Welt sind? Natürlich aus dem Internet!
Ja woher denn sonst? Wissen Sie, was gedruckte Werke an Schaden für die Umwelt anrichten?

Im Internet finden Sie auch die erheblichen Nachteile der dezentralen Energieversorgung. Falls nicht, schreibe ich Sie Ihnen gerne mal auf.

Danken wir dem Internet, bleiben kritisch und denken selbst. Und zwingen die Medien, uns lediglich die Fakten, alle Fakten zu liefern und uns nicht nur "Betreutes Denken" und Meinungen anzubieten. Dann klappt´s auch wieder mit der Auflage und der Quote.
Der CO2-Ausstoß des gesamten Internets wurde schon vor 10 Jahren so groß eingestuft, wie der des weltweiten Flugverkehrs. Der Anteil dürfte sich erfheblich gesteigert haben in den letzten 10 Jahren.
Ich finde zwar die Quelle für den hinkenden Vergleich nicht, aber gut. Aufhalten können wir das Internet trotzdem nicht, da die Vorteile bekanntlicherweise die Nachteile klar überwiegen.
Nur, wenn dem so ist, warum fordern die Grünen dann gerade medial hochgejazzt das "Autofasten" und nicht auch das "Flugreisen-Fasten"? Etwa weil, empirisch belegt, deren Klientel besonders gerne fliegt?
Und wieder sind wir beim Thema "Grün" gelandet. Alternativ gerne auch "links" oder Journalismus oder Flüchtlinge. Ich denke, dass das der Grund ist, warum sich so viele an Ihnen reiben. Sie führen fast sämtliche Diskussionen und Themen früher oder später auf diese (aus Ihrer Sicht vermutlich) "Grundübel" der Welt zurück. Und dass Sie reflexartig auch gerne hier Leuten zur Seite stehen, die in Kurzssätzen z. B. Trump oder die AfD unreflektiert hochjubeln, macht es aus meiner Sicht nicht besser. Sie finden auch kein Haar in der CSU-Suppe, weil Sie da anscheinend nicht danach googlen möchten.
Ich finde es auch schade, dass Sie z. B. meinen (zugegebenermaßen etwas spitz formulierten) Beitrag über die Atommeiler völlig ignorieren. Er besteht zwar nicht aus zig Verweisen und Zahlen aus dem Internet, ist in der Kernaussage aber nicht falsch. Nach meiner Einschätzung passt er halt leider nicht in Ihr Weltbild.
Schade eigentlich, da ich Sie für einen durchaus intelligenten Menschen halte.
Ja natürlich müssen "wir" beim Thema auch "Die Grünen" mit ins Spiel bringen, ist doch "Erneuerbare Energien und Umweltschutz" wesentlicher derer DNA.
Es ging hier um Windräder und Sie selbst haben den Flugverkehr ins Spiel gebracht. Ich sehe eben da eine Argumentationsschwäche der Grünen. Widerlege Sie sie doch einfach.
Ich halte es eher für ein "Grundübel" in der Debattenkultur, wenn Argumente, die zum Thema passen, aus ideologischen Gründen ausgeschlossen werden, statt sie zu widerlegen oder zumindest zu entkräften.
Ich steh auch niemandem "reflexartig" zur Seite, sondern schreibe, wie ich die Dinge selbst sehe. Auch mal "spitz formuliert". Dass da manchmal Zustimmung oder auch Ablehnung dazugehört, liegt in der Natur der Sache.

Zu den Atommeilern: Wenn wir einerseits deren Rückbaukosten als Argument einsetzen, so müssen wir doch auch die Herstellungskosten von beispielsweise neuen Windkraftanlagen mit einbinden. Wussten Sie, dass Windkraftanlagen "Materialfresser" sind? So sieht es zumindest die Branche selbst:
"Erneuerbare Energien-Windkraftanlagen sind Materialfresser", ingenieur.de, 20.07.2012
Die KKW waren nämlich bereits vorhanden.
Bitte mal mit Begriffen, wie Erntefaktor, Kupfervorkommen und -abbau oder Neodym/ "Seltene Erden" (warum heißen die eigentlich so?) beschäftigen. Ich mag das nicht jedesmal aufdröseln, das kann jeder selbst. Ich sag, als Anreiz, nur mal soviel: Die Arbeiter, die in China das für unsere "Energiewende zum Guten" erforderliche Neodym ausbuddeln, werden i.d.R. nicht über 40 Jahre alt. Aber wen interessiert das hier schon. Elektroauto gekauft, Ökostrom reingetankt, und alle können friedlich einschlafen.
Und der Butter, nein also, der ist ja sowieso xenophob.

"Off-topic"(?): Über den steuerzahlermitfinanzierten Austausch von fahrtüchtigen PKW mit Verbrennungsmotor gegen neu zu bauende Elektroautos, und was das in puncto "ökologischer Fußabdruck" und (Nicht-) Ressourcenschonung, auch mit der dafür nötigen Infrastruktur (Ladestationen oder Energieverbrauchsspitzen, wenn alle nachts ihre E-Cars auf einmal laden und der Wind grad mal nicht weht) bedeutet, schreibe ich ein andermal.
Mit "wir" meinte ich natürlich Sie, das haben Sie sicherlich bemerkt. Grüne Themen unterstehen schon seit vielen Jahren nicht mehr allein dem Patentschutz der Grünen. Fast jede Partei legt auf solche Themen wert und wenn es nur zur Abrundung des Produktportfolios dient. Selbst die CSU. Aber bei der bayerischen Volkspartei gibt es ja keine Argumentationsschwächen oder Widersprüche. Die gibt es nur woanders.

Dinge wie der geringe Anteil der Windkraft am Energiemix und das Problem bei der Herstellung bzw. Beschaffung der Rohstoffe für Windkraftanlagen sind mir durchaus bekannt. Das habe ich auch an keiner Stelle hier und woanders abgestritten und Sie müssen da auch nicht für mich googlen.

Und danke auch für die Ausführungen zum Elektroauto. Wenn Sie meine weniger zahlreichen Kommentare aufmerksam in den letzten Monaten gelesen haben, dann dürfte Ihnen meine objektive Meinung zum gegenwärtigen Pushen der Elektromobilität bekannt sein. Sind werden da "erschreckende" Gemeinsamkeiten feststellen.

Sie haben es aber wieder geschafft nicht näher auf die Atommeiler einzugehen, sondern weisen praktisch nur darauf hin, dass auch andere Energiegewinnungsformen problematisch sind.

Die von Ihnen angesprochenen Probleme sind nicht alle per se unlösbar. Alles beginnt mit dem ersten Schritt, einem langfristigen Konzept (= eines der Hauptprobleme) und der unbedingten Bereitschaft zu (auch unbequemen) Veränderungen.
Die CSU hat ja gerade die Bremse erst reingehauen in den Subventionswahnsinn. Die Grünen hingegen sind die letzte Partei, die die sogenannte "Energiewende" nicht nur verteidigt, sondern in ihrer finanziellen und ökologischen Absurdität gerne noch ausgebaut hätte.
Schauen Sie mal über die grüne Grenze nach Österreich:
"Ökostromnovelle - Das dreckige Geheimnis hinter dem sauberen Strom" Meinung von heute

oder auch hier:
"Preis für CO2-Deutsche Energiewende: Experten fordern eine Radikalkur" von 15.12.2016, beides nzz.at

Tja, deutsche Atommeiler: sie haben funktioniert, waren die sichersten und wurden abgeschaltet. Und damit weitestgehend auch die Forschung und Entwicklung.
Beschäftigen Sie sich mal, außerhalb von Wikipedia, mit Kernfusionsreaktoren, Deuterium und Tritium und Ähnlichem.

Wenn Sie ganz viel Zeit haben, dann mal nach und nach alle der bei Roland Tichy erschienen 30 Folgen von "Das ABC von Energiewende und Grünsprech" von Frank Hennig durchlesen.
Klingt vom Titel her erstmal ideologisch vorgeprägt, aber es verbirgt sich dahinter etliches an Fakten und Nachdenkenswertem, wenn man bereit ist, die Filterblase zu verlassen.
Die "Filterblase" verlassen? Sie meinen natürlich die Filterblase, die nur die anderen und nicht Sie selbst haben.

Auch wenn Sie sich möglicherweise als Fachmann fühlen. Ich werde mich sicherlich nicht mit "Kernfusionsreaktoren, Deuterium und Tritium und Ähnlichem" beschäftigen. Das ist nicht meine Kompetenz und meine Aufgabe. Das dürfen gerne echte Fachleute machen.

Subventionen sind grundsätzlich mal legitime und sinnvolle Mittel des Staates um gewisse Entwicklungen zu fördern oder aber auch andere zu bremsen, die man für negativ erachtet.
Ob das in konkreten Fällen immer sinnvoll und nachvollziehbar ist, will ich hiermit gar nicht behaupten. Subventionen gibt es zuhauf: Kohlesubventionen, billiger Diesel für Bauern, Pendlerpauschale usw. usw. Es gibt auch Fördergelder für energiefressende Skihallen auf dem platten Land oder Schneekanonen im Harz. Denken Sie auch an die ganzen Regionalflughäfen, die mit öffentlichen Geldern am Leben erhalten werden. Ein "nettes" Beispiel aus CSU-Verantwortung ist z. B. die Reduzierung der Umsatzsteuer für Betreiber von Skiliften.

Atommeiler "haben funktioniert" und "waren die sichersten". Offensichtlich nicht sicher genug. Laut Finanzmathematikern würde die Haftpflichtpolice für ein Atomkraftwerk 72 Milliarden Euro jährlich kosten (Quelle: Manager Magazin). 72.000.000.000 Euro. Jährlich. Pro Atomkraftwerk. Es gibt praktisch also keine Versicherung. Es sei denn, der Strompreis kletterte auf das Zwanzigfache (!). Ist das nicht auch eine Art Subvention, wenn man keine Versicherungspflicht erlässt?
Die Legitimität der einen Subvention mit der Existenz anderer zu vergleichen ist wenig zielführend. Wo endet das denn? DDR 2.0? Kann man machen, nur wer rettet uns dann finanziell? Eine stark ansteigende Staatsquote haben wir ja aktuell aus den bekannten (aber nicht vorher zu ahnenden?) Gründen bereits.
Ich finde, das sollte der Markt schon längst entscheiden, was die effektivste, ökologisch vertretbarste Energiequelle ist.

Wir müssen uns in diesem Land endlich einmal darüber klar werden, wer das alles bezahlen soll. Wir retten das Klima, wir retten den Euro, wir retten Griechenland. Wir lassen "Flüchtlinge" in unser Land, die gar keine sind. Wir haben einen Schuldenstand, der unfassbar hoch ist. Wo soll denn das hinführen? Zum Tag X, wo alles auf Los gesetzt wird?
Die "Energiewende" ist eine "Cash-Machine" für Wohlhabende, in der von unten nach oben verteilt wird. Zumindest bei den Subventionen wäre es am leichtesten, die Klientelpolitik zu beenden anstatt ständig weitere horrend teure Wahlversprechen zu machen. Denn vergessen wir nicht, wie 2011 im März alles begann: mit einer CDU im Ba-Wü-Wahlkampf, die noch an den Ausschreitungen zu Stuttgart-21 im Herbst 2010 zu kauen hatte, mit einer unkritischen Presse, die "Hurra" schrie und einer Opposition, die seitdem keine mehr ist. Weder beim Euro, weder bei Griechenland, weder bei den "Flüchtlingen" hat sich daran etwas geändert.
Wir sind mitnichten ein reiches Land. Das Kartenhaus fällt irgendwann zusammen.
Ich habe die Subventionen im Energiesektor gar nicht bewertet und auch nicht mit anderen verglichen. Mir ging es rein um Erläuterungen zur Existenz von Subventionen an sich.

"Dem Markt" die Entscheidung zu überlassen halte ich für grob fahrlässig. Dieser wird rein danach entscheiden, womit am meisten Geld verdient werden kann. Das ist dann die hässliche Fratze des Kapitalismus. Deshalb halte ich Regulation für dringend notwendig.
Ich erinnere nur an die Finanzkrise. Es sieht alles danach aus, dass uns die nächste bevorsteht, weil auch kein echter politischer Wille erkennbar ist, hier regulierend einzugreifen. Und die Zeche werden die Bürger und Folgegenerationen zahlen.

Im Übrigen wünsche ich mir nicht nur eine effektive und ökologisch vertretbare Energiequelle, sondern auch eine möglichst effiziente.

Zum Thema "Cash-Maschine Energiewende". Ich habe mal gelesen, dass die Energieriesen an einem einzigen Atommeiler pro Tag 1.000.000 Euro Gewinn erwirtschaftet haben.
Aus den Jahrzente langen Erkenntnissen ist für mich klar, dass die Energiepolitik auf fossiler Basis langfristig die Erde für uns Menschen immer schwieriger bewohnbar macht. Statt einen neuen Planeten zu suchen sollten wir versuchen, diesen Trend weltweit umzukehren. Man stelle sich nur vor, China, Indien, Südamerika, Afrika gehen den gleichen Weg der Energieversorgung wie wir Europäer. Wir sind gerade dabei, mit unserer Energiewende der Welt zu beweisen, dass die Lage bezüglich Umwelt und Klima noch nicht hoffnungslos ist.
Ja, Unternehmen verdienen Geld. Sonst gäbe es ja weniger, auf das man Steuern für das Wohl der Allgemeinheit erheben könnte. Auch muss an die Zukunft und die Investitionen gedacht und was weggelegt werden. Und vergessen wir nicht die Aktionäre, auch die kleinen, die eine Rendite erwarten. Für ihre Altersvorsorge zum Beispiel. Auch da sieht´s momentan mau aus.
Über die Effizienz von Energieumwandlern: Da müßten Sie dann doch ausnahmsweise mal etwas, was ich oben empfohlen habe, studieren, nämlich den so genannten Erntefaktor.
Mit Effizienz meine ich in erster Linie die langfristige Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen-Relation). Und da schneiden die Atommeiler verständlicherweise extrem schlecht ab. Wir müssen auch an die Zukunft denken.

Aktienanlagen als Altersvorsorge? Das halte ich unter den gegebenen und zu erwartenden Umständen als grob fahrlässig.

Aber wir schweifen immer mehr ab.
Ja, der Erntefaktor spielt auch eine wichtige Rolle, wenn es um den Vergleich unterschiedlicher regenerativer Energiegewinnung geht. Aber über allem steht die unumstößliche Bedingung, dass nur regenerative Energie unsere Umwelt rettet und damit auch die Lebensbedingungen für die Menschheit. Wir Erdbewohner haben die Grenzen überschritten und müssen sofort mit der Umkehr beginnen.
@ "f.a.n.": Nein nein, wir schweifen, meiner Meinung nach, gar nicht so weit ab. Sind die Zinsen tief, legt man in Aktien an. Die Energieversorger waren, es ist noch gar nicht solange her, als AG´s Teil etlicher, von der Regierung als Zusatz zur gesetzlichen Rente anempfohlenen, Altersvorsorgepläne. Dieser Teil, so wurde versprochen, würde im Zuge der "Energiewende" durch Investitionen in hochprofitable, hunderttausende neuer Arbeitsplätze schaffende "erneuerbare Energien" ersetzt werden. Da muss ich nicht mal PROKON oder Stadtwerke Erlangen als Negativbeispiel anführen: Es funktioniert nicht. Fragen Sie mal rum, im Umfeld der "Bürgerwindräder", wie es mit dem Ertrag ausschaut. Uiuiui sage ich nur.

Ich kann es nur nochmal empfehlen: Lesen Sie bei Roland Tichy mal die Texte von Frank Hennig. Diese sind relativ kurz, er argumentiert schlüssig, die Fakten sind nachvollziehbar und mit Quellen hinterlegt. Jeden Tag einen schafft man locker.

PS. Österreich zahlt bereits schon Subventionen, also Steuergeld, zum Abbau unrentabler Biogasanlagen an die Betreiber. Da wurde also nichts für den Fall der Unrentabilität zurückgelegt. Ein weiterer Beweis für die Planlosigkeit der Planwirtschaftler.
In diesem Zusammenhang gilt mein besonders herzlicher Dank den Herren Riester und Co., die über die letzten ca. 20 Jahre die umlagefinanzierte Rente zugunsten der Finanz- und Versicherungswirtschaft bewusst und gewollt immer mehr geschwächt haben. Denn nur die umlagefinanzierte Rente verdient wirklich das Prädikat "sicher". Genug des Abschweifens.

Nochmal zum eigentlichen Thema:
Die Endlagerung wird noch Zehntausende Generationen nach uns beschäftigen, da ist von den Atommeilern nur noch ein flaches Stückchen Erde übrig - hoffentlich. Und wozu? Für ein paar Jahrzente mit subventioniertem und vermeintlich billigem Strom?

Sie haben Österreich als Beispiel genannt. Dann verweise ich gerne auf eine Studie (2011) aus dem gleichen Fleckchen Erde (Österreichisches Ökologie-Institut und Österreichische Energieagentur, "Energiebilanz der Nuklearindustrie“).
Es wird prognostiziert, dass aufgrund der starken Nachfrage nach Uran und der weltweit abnehmenden Uranreserven die Urangewinnung aufgrund der abnehmenden Uranerzkonzentration in den Lagerstätten immer aufwändiger werden könnte und mit steigenden CO2-Belastungen für die Umwelt verbunden sein würde. So kann es passieren, dass die nukleare Energieproduktion in naher Zukunft aus energetischer Sicht nicht mehr sinnvoll sein wird (d. h. die eingesetzte Energie übersteigt die erzeugte!).
...und so sucht sich jeder seine passende Studie: "Die derzeit weltweit bekannten Uranvorkommen reichen einer neuen Studie zufolge für mehr als hundert Jahre Energiegewinnung durch die Atomkraft. Mit der Entwicklung neuer Technologien bei Reaktoren und Brennstoffkreisläufen könnten die Vorräte sogar für Tausende Jahre reichen. Das schreiben Forscher in einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und der Kernenergie-Agentur Nea der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der am Dienstag in Wien vorgestellt wurde.",
spiegel.de, 21.07.2010 "Uranvorkommen sollen noch Jahrzehnte reichen
Der Abbau von Uran steigt rasant - das ist das Ergebnis eines Berichts der Internationalen Atomenergiebehörde. Dennoch geben sich die Experten optimistisch, was die Zukunft der Kernkraft angeht. Die weltweiten Vorkommen sollen noch mindestens hundert Jahre reichen."

Nein, bitte nicht falsch verstehen: Schrittweiser Rückbau der "konventionellen" Kernenergie - ja gerne. Aber nur in einem sozialwirtschaftlich verträglichen Rahmen, und, viel wichtiger, erst dann, wenn adäquater, also technologischer und bezahlbarer Ersatz zur Verfügung steht. Die deutsche "Energiewende" war und ist hier planlos. Lediglich ideologische und parteipolitische Lobbyisten haben hier die Feder geführt. Daher kopiert das auch so in dieser Machart kein anderes Land auf der Welt.
Alle hochrangigen Wissenschaftler in Deutschland, welche an der Entwicklung der Atomenergie beteiligt waren, sind heute der Meinung, dass sie nicht zuverlässig beherrschbar ist. Dass die Atomlobby anderer Meinung ist, kann man sich denken. Sowohl die direkte Gefahr der lebensbedrohlichen Strahlung als auch die langfristigen Auflagen bei der Atommülllagerung verbieten eine Nutzung aus ethischen Gründen. Aber Ethik lässt sich nicht mit Zahlen belegen.
...und Ihre FakeNews über "alle hochrangigen Wissenschaftler" noch weniger. Diskutieren Sie doch besser sachlich und nicht mit diesen abgedroschenen Phrasen aus weiss der Geier woher. Die kennen wir doch alle schon zur Genüge.
Ganz ehrlich, ich bewundere die Geduld von f.a.n. und erst recht die den Ehrgeiz von DerekButter, sich sein Weltbild zu ergooglen. Er möchte alle seine Fragen und Probleme dadurch beantworten und lösen, indem er sich an die Meinungen und Urteile anderer anhängt (z.B.Tichy,etc.). Ist es nicht ein vergeblicher Kampf gegen Windmühlen, sich auf diese Weise abzusichern, um keine Fehler zu begehen? Ich möchte ihm wünschen, dass er sich nie die Sinnfrage des Lebens einmal stellen will.
"Ja woher denn sonst?"
Das kann ich Ihnen schon sagen. Aus dem Wissen und den Erkenntnissen, das man sich in seiner Ausbildungszeit angeeignet hat. Diese Art der Wissensaneignung ermöglicht einem sein ganzes Leben lang, auch neues Wissen aufzunehmen, natürlich auch übers Internet.
Dabei sollte man auch bedenken, dass im Internet jeder schreiben kann, was er will, viele auch um Meinungen zu steuern.
"Betreutes Denken"
Das ist eine Verschwörungstheorie, die zeigt, dass Sie, Herr Butter, nicht mehr in der realen Welt zuhause sind.
In der Meinungsvielfalt unseres Landes tun sich offensichtlich die schwer, die lieber eine Einheitsmeinung(auch Mehrheitsmeinung!) wie in früheren Zeiten vorgegeben haben möchten.
Jaja, "im Internet jeder schreiben kann, was er will, viele auch um Meinungen zu steuern" und ich bin der Verschwörungstheoretiker in der unrealen Welt, der sich mit der Meinungsfreiheit schwer tut.
Sie haben Recht und ich meine Ruhe.
Und wieder hat es Herr Butter geschafft, eine Diskussion an sich zu reißen und in eine Richtung zu lenken, die völlig vom Thema weg geht. Thema des Artikels ist, dass der Ausbau der Windkraft in der Region zum Erliegen gekommen ist. Der Artikel bewertet nicht, ob das gut oder schlecht ist. Er stellt dies lediglich fest und benennt die Ursache. Herr Butter unterstellt, dass Journalisten absichtlich pro Windkraft schreiben und vermutet dahinter offenbar eine Kampagne. Aber er zitiert fleißig aus Mainstream-Medien, die sich kritisch mit der Energiewende auseinander setzen.
Ich bin immer bereit, über meine Arbeit zu diskutieren und mich einer fruchtbaren Diskussion zu stellen. Die Erfahrung mit Ihnen, Herr Butter, hat mir immer und immer wieder gezeigt, dass es sich für mich nicht lohnt, mit Ihnen zu diskutieren. Es ist für mich verschwendete Zeit, weil die Diskussionen nirgends hinführen außer immer wieder an denselben Punkt. Der deutsche Journalismus ist in Ihren Augen dem Untergang geweiht, wenn er sich nicht so verändert, wie Sie es gerne hätten. Und es gibt noch ein paar weitere Sackgassen, in denen die Diskussionen erfahrungsgemäß verlaufen.
Ich erkläre mich Ihnen ein letztes Mal: Das ist alles fruchtlos. Also werde ich künftig keine Diskussionen mehr mit Ihnen führen. Denn die unterschiedlichen Standpunkte sind ja hinreichend geklärt. Ich werde mich darauf beschränken, die Diskussionen unter meinen Artikel zu beobachten, auf Fragen anderer Nutzer zu antworten und beleidigende Inhalte löschen. Mit dem "Nannyjournalismus" habe ich angefangen. Denn sowas müssen meine Kollegen und ich uns nicht vorwerfen lassen.
Das man, wenn man erwischt wird, um sich beißt, ist altbekannt. Nur frage ich mich des Öfteren: Wissen Sie es nicht besser oder wollen Sie mich nur veralbern?

Sie schreiben: "Thema des Artikels ist, dass der Ausbau der Windkraft in der Region zum Erliegen gekommen ist. Der Artikel bewertet nicht, ob das gut oder schlecht ist. Er stellt dies lediglich fest und benennt DIE Ursache."

Nein, falsch Herr Kircher, er benennt EINE Ursache. Nämlich die von Ihnen ausschließlich ins Feld geführte "10-H-Regel". Da schreiben Sie von der Staatsregierung und München und "Auch die bayerische Staatsregierung wollte die regenerativen Energien einmal rasch ausbauen. Von 1500 Windrädern für Bayern war die Rede". Der Ihrer Ansicht nach Schuldige ist also gefunden und benannt.

Es gibt aber noch andere Gründe (und ich unterstelle Ihnen, zu Ihren Gunsten, dass sie die auch kannten):
Börse-online.de schreibt am 08.02.2017 folgendes: "Hintergrund des Booms mit einem um ein Viertel stärkeren Ausbau als 2015 ist die Umstellung der Förderung neuer Projekte: Statt festgelegten, garantierten Abnahmepreisen für den Strom über 20 Jahre werden nun Windparks ausgeschrieben. Wer für seinen die geringsten Strom-Abnahmepreise verlangt, erhält den Zuschlag. Dies gilt aber als weit weniger attraktiv. Daher wurde mit Hochruck versucht, ohnehin geplante Projekte noch nach dem alten Förderregime genehmigen und dann umsetzen zu lassen. Dies wird sich beim Bau 2017 noch bemerkbar machen und dann ab 2018 auslaufen. Die Investmentbank Barclays sprach in einer Analyse zu den Windrad-Produzenten Vestas und Nordex von einem "Gold-Rausch" in diesem Jahr."

Da haben wir hier also schon mal einen zweiten, von Ihnen mit keiner Silbe genannten, zweiten Grund: Die Gier und das liebe Steuergeld. Wovon habe ich oben nochmal geschrieben? Ah ja.

Sie hauen also munter auf der CSU und Seehofer und München und der Staatsregierung herum und wundern sich, dass das einer mal hinterfragt? Sie glauben also ernsthaft, dass das Weglassen von Fakten nicht die öffentliche Diskussion und Meinungsbildung beeinflußt? Na Mahlzeit! Ich glaube schon, dass das Absicht ist. Alles andere wäre ja noch furchtbarer. Nennen Sie es, wie Sie wollen, ich halte dieses Agieren für manipulativ. Das wird sich auf Dauer nicht durchsetzen.

PS. Mein Textverständnis sagt mir, dass meine Beiträge oben ausschließlich am Thema dran waren. Die Off-Topic-Posts sind Antworten auf merkwürdige Einlassungen von "Uwart".
Und weil wir gerade bei merkwürdigen Einlassungen sind: "Mainstream-Medien"? Ihr Ernst? Ich habe dieses Wort noch nie verwendet.
Von den Anlagen auf dem Vogelherd hat die Region schon mal wenig bis nichts. Finanziell.
Sie stehen auf Flächen, die nie hätten bebaut werden dürfen, aber von Anfang an war klar, dass sie gebaut werden würden. Unternehmerisches Risiko kann ich dabei nicht entdecken.
Jaja, die AKW - dass man mit denen die Fehler von heute entschuldigt, finde ich schon schräg.
Um so zu argumentieren, muss man wahrscheinlich in der Stadt wohnen.

In Bayern bringen 755 WKA 3,2% des Stromes (2015). 1500 brächten 6%. So what?
7500 brächten 30%. Wahnsinn. Für so viele ist aber kein Platz, denn im Voralpenland weht ja kein Wind.
@glubberer, die AKWs, bzw. deren Rückbau und die Endlagerung des Atommülls werden uns noch Jahrzehnte und Jahrhunderte beschäftigen.
Die Windkraft wird für die nächsten Jahrzehnte einen Großteil des Stromes liefern. Sowohl WKAs als auch Photovoltaik liefern jetzt schon bei guten Bedingungen zu viel Strom, dass er sogar exportiert wird und den Preis an der Strombörse drückt. Wir sind also auf einem guten Weg.
Die letzten AKWs werden auch ersetzt werden. Und wenn wir es nicht mit WKAs hier bei uns machen, wird das Geld halt woanders verdient. So sind halt die Wirtschaftsregeln.
Hier wird Mal wieder viel schwarz-weiß gedacht und mit viel Ideologie rückwartsgewandt diskutiert. Mir fehlt der Blick nach vorn, Lösungsvorschläge bitte:
Wie soll unser Strom in 10, in 20 Jahren produziert werden? Was soll er für wen kosten? Es gibt ein paar Zwänge, die sollte man nicht außer acht lassen: Abhängigkeit von mehr oder minder zweifelhaften Rohstofflieferanten (bei Uran übrigens 100%). Rohstoffpreise und deren Entwicklung in der Zukunft. Zukünftige Rohstoffknappheit. Der Klimawandel. Der steigende Energiehunger von einigen bevölkerungsreichen Staaten. Versorgungssicherheit, vor allem für die Industrie.
Wer bezahlt? Wer profitiert? Wie wird steuernd politisch eingegriffen, was wird wann für den freien Markt freigegeben?

Ich sehe das so: wir haben ein paar Schritte in die richtige Richtung gemacht, durchaus erfolgreich. Es gibt m.E. grundsätzlich keine sinnvolle Alternative für die Energiewende. Hier und da gibt es Fehlentwicklungen, da muss man nachsteuern oder komplett neue Regelungen finden. Und genau daran sollten wir mitwirken, anstatt bei Parolen und Lagerdenken zu verharren.

Durch das Hin und Her mit dem Atomausstieg ist viel Zeit und Geld verschwendet worden, den Fehler sollten wir nicht noch einmal machen.

Da unser Land keine nennenswerten Rohstoffvorkommen besitzt, müssten wir uns auf einen Energiemix, der natürlich auch "alternative" Versorgungsmöglichkeiten einschließt, festlegen, der den volatilen Marktpreisen und der technischen Entwicklung Rechnung trägt. Die so falsch genannten "regenerativen" Energien haben, durch höheren Material- und Ressourcenverbrauch einen viel zu hohen Stellenwert. Die Konzepte sind, siehe Elektromobilität, nicht ansatzweise ausgereift. Was wurde das denn für den Strombedarf bedeuten, wenn 2020 1 Mio. Elektroautos elektrisch, statt wie bisher betankt werden müssen? Was für den Kupferbedarf und den Seltener Erden?
Statt über die Breite, wie bei der E-Auto-Subventionierung, Geld auszuschütten, sollte im Energiesparsektor nenneswerter finanzieller Anschub geleistet werden. Die beste Umweltschutzmaßnahme ist immer noch die nicht produzierte, weil nicht benötigte Strommenge.
Ja wird denn das Energiesparen nicht staatlich gefördert?
Und wenn Maßnahmen der EU eingeleitet werden, hört man gerade von den Gegnern der Energiewende nur Kritik. Manchmal wundere ich mich über soviel Inkonsequenz mancher Kommentatoren.
Aber mit Einsparung von Energie alleine ist das Problem nicht zu lösen. Welche zusätzlichen Maßnahmen schlagen denn die Kritiker der Wende denn vor?
Energieeinsparung ist der wichtigste, wenn auch nicht der einzigste, Baustein. Das Thema möchte aber niemand konsequent angehen, da es ab einem gewissen Punkt nicht nur Einschränkung und Verzicht bedeutet, sondern irgendwann stark an die eigenen Gewohnheiten und die der Wähler geht.
Der Aufschrei der Wirtschaft und Industrie wäre verständlicherweise auch groß, weil das oberste Credo ist Konsum, Konsum, Konsum. Verständlich, wenn das ganze System auf Wachstum ausgerichtet ist und nur bei Wachstum wirklich "funktioniert".
Wie ich schon des Öfteren geschrieben habe: Wenn kein echter Wille zur Veränderung da ist, wird es nicht gelingen.
Ich fürchte, dass man sich in Zukunft in erster Linie nicht nur mehr aus politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Beweggründen bekriegen wird, sondern - ganz allgemein gesprochen - immer mehr aus Gründen von Ressourcenknappheit.
Zustimmung!
Die Probleme um die Resourcenknappheit haben ja schon begonnen. Seit Jahrzehnten gibt es doch schon den Kampf um das Erdöl und Erdgas. Die Kriege im Nahen Osten wurden und werden doch um die Herrschaft der Ölquellen in dieser Region geführt. Obama machte einen Rückzug, den aber Trump nicht akzeptieren will. Die Gefahr besteht doch, dass ein kleiner Anlass ausreicht, um wieder einen Krieg zu beginnen. Und wenn man bedenkt, dass viele Länder auf den Sprung zu großen Wirtschaftsnationen sind, die dann den gleichen Lebensstandard wie die westlichen Länder anstreben, muss einem doch klar sein, dass sich diese Entwicklung nur verstärkt. Das gilt übrigens auch für Nahrungsmittel. Wir importieren Futtermittel aus Südamerika und fischen vor der Küste Afrikas.
Und wir diskutieren vorallem, ob die 10H-Regel für WKA angemessen ist. In welcher Welt leben wir?
"Obama machte einen Rückzug, den aber Trump nicht akzeptieren will." Woher stammt denn dieser Schmarrn? Es ist genau entgegengesetzt. Oh Herr,...
Oh!
"Strom teurer als Benzin-100 Kilometer kosten fast 20 Euro: Ladesäulen-Anbieter zocken Elektroauto-Fahrer ab", focus.de 03.03.2017
Elektroautos: wasch mich, aber mach mich nicht nass. Ein totaler Irrweg, lässt sich aber dem Wähler toll verkaufen: hat was modernes und verlangt vor allem keine Verhaltensänderungen.
Unser Mobilitätsverhalten und essen Entwicklung ist total irrsinnig, wir bezahlen einen riesigen Preis, der aber nirgends zu beziffern ist: Unfallopfer, Gesundheitsschäden, Umweltschäden durch Versiegelung und Emissionen. Gesundheitsschäden durch Bewegungsmangel, Förderung von sozialen Gefälle (ein Auto ist ein ziemlich unsoziales Fortbewegungsmittel).
Beim Energie- und Konsumverhalten sieht es so ähnlich aus. Nach uns die Sintflut, denken wohl die meisten(so sie denn überhaupt denken). Wir leben, als gäbe es kein Morgen und wenn wir so weitermachen, trifft das auch bald zu.
Die Mär vom immerwährenden alternativen Wachstum - zum Wohlergehen weniger.
Natürlich sind auch E-Autos realistische Alternativen, um die Schadstoffimissionen in Ballungsgebieten zu verringern. Aber zur Zeit wären auch gasbetriebene Autos, wie z.B. die Stadtbusse geeignet. Letztere ermöglichen auch eine längere Auslastung unserer auf Verbrennungsmotoren konzentrierte Autoindustrie, sodass ein Übergang zu E-Technik etwas besser machbar wäre. Um den E-Antrieb kommt man nicht herum, vorallem wegen des Exportes.
Ja, das mit dem immerwährenden Wachstums ist ein globales Problem. Deshalb müssen wir uns danach ausrichten, was wir als hochentwickeltes Land dazu beitragen können. Unser innerdeutscher oder innereuropäischer Markt wird immer mehr eine untergeordnete Rolle spielen, wenn wir weiter zu den stärksten Exportnationen gehören wollen.
Schön, dass meine Argumente mal von offizieller Seite vollumfänglich bestätigt werden: Die "Energiewende" ist teuer und unrealistisch. Das zeigt die McKinsey-Langzeitstudie zum Thema.

1. "Erfolge gibt es demnach nur dort, wo direkte Subventionen fließen. Dass sich die Energiewende selbst trägt, ist demnach auch 17 Jahre nach Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes nicht absehbar."

2. "„Gleichzeitig werden Ziele, die zu ihrer Erreichung keine direkte finanzielle Förderung erfahren, immer unrealistischer – allen voran der CO2-Ausstoß.“

3. "Das zentrale Ziel der CO2-Einsparung liegt laut McKinsey damit „inzwischen ebenso weit vom Zielkorridor entfernt wie die Verbrauchswerte von Primärenergie und Strom“. Denn auch 2016 ist der deutsche Stromverbrauch trotz aller Effizienzprogramme nicht zurückgegangen."

4. "Und nun sieht es auch noch so aus, dass den Befürwortern der Energiewende eines ihrer wichtigsten Argumente abhanden kommt: dass die Energiewende nicht nur ökologisch gut, sondern auch ein Jobmotor für die deutsche Wirtschaft ist. ... Im vierten Jahr in Folge ist die Zahl der Beschäftigten im Sektor erneuerbare Energien gesunken – von 355.400 auf 330.000.“

5. "Und schließlich: die Kosten. Auch da kann McKinsey den Optimismus der Bundeswirtschaftsministerin offenbar nicht teilen. ... Vorerst aber steigen die Haushaltsstrompreise weiter, zuletzt von 29,35 Cent pro Kilowattstunde auf jetzt 30,38 Cent. „Das der europäische Durchschnittspreis im gleichen Zeitraum leicht gesunken ist, vergrößert sich der Abstand zu anderen Ländern weiter“, stellt McKinsey fest: „Mittlerweise liegt das Preisniveau für deutschen Haushaltsstrom 47,3 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.“ Die Gesamtkosten würden damit weiter steigen – um 14 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025. Die Kosten lägen dann bei 77 Milliarden Euro."

"Die Frage der Kostenverteilung“, glaubt McKinsey-Partner Vahlenkamp, „dürfte zu einem Schlüsselthema der Energiewende in den kommenden Jahren werden."

Hoffentlich auch eines der Themen im Bundestagswahlkampf...

Ach ja, Wirtschaftsministerin Zypries hatte kürzlich in hoher Auflage eine tolle Broschüre mit dem Titel „Die Energiewende – unsere Erfolgsgeschichte“ verteilen lassen. "Da wird auf 20 Seiten gepriesen, dass Deutschland inzwischen einen Ökostrom-Anteil von 32 Prozent erreicht hat und die Stromversorgung dabei weiterhin die sicherste der Welt ist. Die Strompreise für private Haushalte hätten sich stabilisiert. Insgesamt, so Zypries, sei die Energiewende „nachhaltig und sicher, bezahlbar und planbar, verlässlich und intelligent“."

(Quelle: "WIRTSCHAFT TEUER UND UNREALISTISCH-Die Energiewende droht zum ökonomischen Desaster zu werden", 06.03.2017, welt.de)

Die Atomenergie wird immer noch subventioniert! Wann hat denn das angefangen?
Auch wenn ich mich in der Sache wiederhole:

Handelsblatt Global vom 09.10.2015: "Germany’s Non-Stop Nuclear Disaster"

Nach deren Analyse ist die Kernkraft ein Fiasko, das Deutschland vom Aufbau bis heute hunderte von Milliarden Euro gekostet hat und am Ende wird voraussichtlich der Steuerzahler und nicht die Industrie die Rechnung begleichen. Es handele sich wahrscheinlich um die größte und schlechteste Investition in der Geschichte der Bundesrepublik.

In der weitgehenden Befreiung von einer Haftpflichtversicherung sehen die Volkswirtschaftler Peter Hennicke und Pual J. J. Welfens eine versteckte Subvention der Atomstromwirtschaft, die „absurde Investitionsanreize schafft, den Wettbewerb in der Strom- bzw. Energiewirtschaft grotesk verzerrt und völlig unnötige Risiken für Milliarden Menschen befördert“. So übertreffe die „Schattensubvention“ bei Atomstrom prozentual alle anderen Sektoren der Wirtschaft.
Zum gleichen Ergebnis kommen Radkau und Hahn, die im Verzicht auf eine ausreichende Haftpflichtversicherung die entscheidende Subventionierung der Kernenergie sehen, welche die Kernenergienutzung überhaupt erst ermöglichte.

Man muss also nicht so tun, als hätten derartige Subventionen erst mit der "Energiewende" eine Rolle gespielt.