Karl Maiers hintersinniger Humor

Er fühlt sich zurzeit „super“. Nicht nur weil, die Prunksitzungen vor der Tür stehen, sondern auch, weil der Maschinenbautechniker seit einem Jahr die Rente in vollen Zügen genießt. Die Nervosität vor dem Auftritt ist aber dieselbe. „Wenn aber die Tür aufgeht und ich in den Saal gehe, ist das komplett vorbei“. Das leichte Lampenfieber hat für Maier, der das Musik machen bei den Speckbachtalern gelernt hat und über den Fasching hinaus bühnenerfahren ist, auch was Gutes: „Vielleicht hilft das auch der Konzentration ein wenig“.

Proberaum zu Hause

Vor dem Auftritt ist Maier jedenfalls kaum ansprechbar, da geht er seine Nummer im Kopf noch mal durch. Vor dem Publikum ist das dann ganz anders: „Wenn ich auf der Bühne bin und Musik mache, dann habe ich Spaß, dann bin ich für die Leute da.“ Die „Arbeit“ mit den Stücken findet vorher statt – im Proberaum zu Hause.

Maier spielt für das Publikum. „Darum geht es mir“, sagt er. Selbst als er vor zwei Jahren für die Fernsehsendung „Franken Helau“ vor den Kameras stand, sei ihm das „völlig wurscht“ gewesen. Maier bleibt Maier – egal was kommt oder vielleicht auch technisch mal was schief geht.

Texte sind  immer originell

Seine Musik ist stark an dem bayerischen Liedermacher Fredl Fesl oder dem Nürnberger Günter Stössel angelehnt. Dennoch hat Maier seine eigene Handschrift, auch wenn er seine selbst komponierten mit nachgespielten Liedern mischt. Vor allem in seinen Texten ist Maier immer originell und ein Auerbacher. Nur eines bleibt da immer gleich: Sie sind hintersinnig und verschmitzt, ganz nach seinen Vorbildern Karl Valentin und Ephraim Kishon. Seine Themen holt er sich aus dem Alltag: „Man muss mit offenen Augen durch das Leben gehen.“

Texte nie unter die Gürtellinie

Maier karikiert alles, wo er der Meinung ist, dass man auch darüber lachen kann. Wenn es dabei um Leute geht, die ihm das Thema liefern, geht er in seinen Texten nie unter die Gürtellinie. Das ist einer seiner Grundsätze: „Die Leute müssen über sich selbst lachen können.“

Maier ist ein akribischer Arbeiter, geht aber nie verkrampft an seine Nummern heran. In professioneller Art und Weise stimmen bei ihm stets Versmaß und Reim. Da holpert nichts. Maier: „Das Publikum verlangt immer mehr Perfektion.“

Schritt für Schritt und Jahr für Jahr will auch er immer besser werden, wenngleich er weiß, dass es immer ein leichtes Auf und Ab in der Qualität der Prunksitzung und auch bei seinen Nummern gibt. Auf eines aber legt er Wert und das ist auch sein eigener Maßstab: „Insgesamt muss es immer nach oben gehen“. Er wärmt nie alte Sachen auf. Es wäre ein Leichtes angesichts seines beeindruckenden Liederarchivs. „Ich denke jeden Fasching vollkommen neu“, sagt er.

Das bedeutet: „Das Alte vergessen und neu anfangen.“ Er will frei sein in der Kreativität und ohne sich von einem Motto einengen zu lassen. Deshalb ist für ihn ein Motto für die Dekoration gut, aber nicht für ein Prunksitzungsprogramm.

Das Publikum bekommt von Maier nie etwas vorgesetzt, was man von ihm schon mal gehört hat. Das wird auch in der aktuellen Nummer mit ihm am Klavier und zusammen mit Werner Müller nicht anders sein.

Weil es bei der Faschingsgesellschaft Auerbach (FG) kaum jemanden gibt, der nur eine Aufgabe hat beziehungsweise nur auf der Bühne steht, ist auch Maier einer von denen, die im Hintergrund noch viel mehr leisten. Als Vollblutmusiker schmiedet er die Musik für die Tanzgarden zusammen. Auch hier setzten die Auerbacher Narren auf sein musikalisches Verständnis und seine Kreativität. Sei noch zu erwähnen, dass er von 2004 bis 2015 Schriftführer der FG war.

„Ich mag den Fasching“, sagt er, „aber nicht in übertriebener Art und Weise.“ Das merkt man seinen musikalischen Nummern an, die durchaus auch außerhalb der närrischen Zeit auf die Bühne gebracht werden können, denn man lacht ja nicht nur an Fasching gerne. „Mir gefällt der Auerbacher Fasching – der ist optimal so.“

Nicht bewertet

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