Kampfpanzer gefiel nicht allen

Sebastian Sommerer wollte zuerst seinen Augen nicht recht trauen. Als der Vorsitzende des Kreisverbands Bayreuth der Partei Die Linke am Mittwochnachmittag das Stadtparkett betrat, sah er spielende Kinder auf einem Kampfpanzer. Für den Direktkandidaten der Bundestagswahl war damit die Grenze der Zumutbarkeit überschritten. Den Anblick, der sich ihm in der Maxstraße bot, empfand Sommerer als „ziemlich pietätlos“. Vor allem gegenüber allen Geflüchteten, wie er am Donnerstag im Gespräch mit dem Kurier sagte. Er bedauerte, dass hier ein Panzer als Spielzeug und nicht als Waffe gesehen wurde. So werde versucht, Krieg und Militarisierung in die Gesellschaft zu tragen und dies solle wie eine Normalität wirken. Jugendliche, die das militärische Gerät als Kulisse für Selfies nutzen, taten ihr Übriges.

"Kein Werben fürs Sterben"

Für Sommerer jedenfalls Grund genug, sich an einer kleinen Protestaktion zu beteiligen. Flugs verteilte er Flyer der Deutschen Friedensgesellschaft, während zwei weitere Personen in der Nähe des Panzers ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Werben fürs Sterben“ zeigten.

Die Protestaktion war allerdings nicht von langer Dauer. Was zum einen daran lag, dass plötzlich starker Regen einsetzte, und zum anderen, dass die Polizei kam. Die Beamten nahmen die Personalien der drei Protestierenden auf und so ward die Aktion nach rund 20 Minuten beendet, wie Polizeisprecher Jürgen Stadter sagte.

Suche nach Bewerbern

Bereits zuvor war es zum Gedankenaustausch zwischen den Dreien und Leuten der Bundeswehr gekommen. „Wir haben ein vernünftiges Gespräch geführt“, bestätigte Daniel Schreiner, Oberstleutnant aus Bayreuth im Gespräch mit dem Kurier. Man sei offen aufeinander zugegangen. Insgesamt zeigte sich Schreiner mit der Resonanz auf den Blaulichttag in Bayreuth zufrieden. Es sei darum gegangen, junge Leute für ein Studium oder ein Engagement bei der Bundeswehr zu interessieren. Da sei man ständig auf der Suche nach guten Bewerbern. Neben Bayreuth wurde der Kampfpanzer dieser Tage auch in Hof und in Kronach zu Werbezwecken vorgefahren. Die Besucher konnten auf das Fahrzeug steigen, sich einen Eindruck von der Enge des Innenraums verschaffen und sogar auf dem Platz des Fahrers oder des Kommandanten Platz nehmen.

Gefährliche Munitionsteile waren während der Aktionstage freilich nicht an Bord.

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Kommentare

Mann kann auch aus jeder Mücke nen Elefanten machen. Ich war auch mal Kind und habe solche Gelegenheiten wie wohl 99% aller anderen immer genutzt.
Wirbel um des Wirbels Willen. Was sind wir verkommen. Ich geb TOM 61 recht.
Als ICH Kind war, hat es noch Trümmer und glücklicherweise noch keine Bundeswehr gegeben. Später gab es eine Wehrpflichtigenarmee. Das Musikkorps hat manchmal Konzerte gegeben und mancherorts fand die Vereidigung der neuen Rekruten öffentlich statt. Jetzt haben wir de facto eine Berufsarmee. Da muss man fürs Sterben wieder werben. Wie schon immer, seit es stehende Heere gibt. Auch die Rekrutierungsmethoden dafür haben sich seitdem nur wenig verändert. Nur genügen heute keine 3 Kreuze mehr auf der Liste, weil ja jeder seinen Namen schreiben kann.
Die Linken halt. Selbst Krieg spielen, siehe Hamburg, aber dann wegen so was jammern.
Pauschaler kann man kaum eine Meinung wiedergeben.
@Gisela: Genau meine Meinung!
Na jetzt wissen wir doch was in Hamburg gefehlt hat - Regen !!
Linke sind nicht wasserdicht.
>>> Sebastian Sommerer … Für den Direktkandidaten ... war damit die Grenze der Zumutbarkeit überschritten. <<<

Dass
unsere tapferen Soldaten und Soldatinnen und ihre Werkzeuge
für einen Linkspopulisten das sprichwörtliche rote Tuch sind,
darf nicht verwundern.

Sie wären es dann nicht,
wenn es einen Arbeiter- und Bauernstaat zu erkämpfen gäbe.

Siehe Hamburg...

Die Bermerkung "unsere tapferen Soldaten und Soldatinnen" erinnert mich an die früheren Heldengedenktage mit den Veteranen und Böllerschüsse. Gerade im I. und II. Weltkrieg waren es unfreiwillige Opfer. Und ob alle heutigen Soldaten und Soldatinnen tapfer sind, mag ich bezweifeln. Warum immer diese Überhöhungen. Ich habe das Gefühl, dass wir wieder etwas in die alten Zeiten verfallen, wo Kriege zwischen den Nationen nicht mehr undenkbar waren. Etwas anderes ist es, wenn europäische Nationen eine militärische Unterstützung für Länder in Afrika und Asien erfüllen müssen im Auftrag der UN.
Mit der DDR - Volksarmee und den ruhmreichen Grenztruppen des so vermißten Arbeiter -
und Bauernstaates hätten viele Linke wohl deutlich weniger Probleme. Die Gewaltaffinität
in Teilen der " Linken " ist auch nicht akzeptabler wie die der " Rechten ".
Ja...
Kann mich noch an den Einmarsch des Ostblocksin der Tschechoslowakei 1968 erinnern.
Da waren auch Deutsche mit ihren Panzern dabei - meines Wissens war's nicht die Bundeswehr...
Die jungen Frauen und Männer, die noch im Zweifel sind, ob sie sich für den ehrenhaften Beruf des Landverteidigers entscheiden sollen, sollten sich auf keinen Fall von einem Linkspopulisten irre machen lassen.

Wir, die wir schon länger hier leben,
sind angewiesen auf furchtlose, heldenhafte, beherzt denkende junge Menschen.

Was ohne Grenzverteidigung durch eine verantwortungslose Politikerin angerichtet werden kann,
haben wir vor über zwei Jahren und die Zeit danach in furchtbarer Weise erleben müssen...
Nur das die Bundeswehr im Friedensfall, denn wir ja zum Glück haben, nix mit Grenzverteidigung zu tun hat! ;-)
Dennoch die Reaktionen bei dieser Minidemo wie teils auch hier sind für mich völlig überzogen. Die Bundeswehr, auch wenn sie derzeit ne verkappte Berufsarme darstellt, in ein fester und auch wichtiger Bestandteil unseres Landes. Vergleiche (wenn auch indirekt) mit der Wehrmacht sind völlig fehl am Platze. Die Darstellung nach außen ist für mich völlig legitim. Es ist so lange noch nicht her da waren Panzer auch ein fester Bestandteil im Stadtbild von Bayreuth. Meines Wissens auch ein zu 99% respektierter Bestandteil!
Was die Wehrpflicht angeht, die ist nicht abgeschaft sondern nur ausgesetzt und ich bin mir da relativ sicher das sie eines Tages, in nicht all zu ferner Zukunft, auch wieder in Kraft treten wird. Wer sich ein wenig mit der Thematik beschäftigt wird selbst wissen warum das so kommen wird!
@TOM61. Da haben Sie recht!
Jede Werbung für die Bundeswehr ist Aufruf zum Mord
Dümmer geht's nimmer!!!
Pauschaler kann man kaum eine Meinung wiedergeben.
Mord???
Einfach mal das Grundgesetz lesen!
Sollten Sie nicht wissen, was das ist, googeln Sie danach.
Das ist doch klar wenn mann einen Kampfpanzer ausstellt, dass sich
wieder mal welche dran stören. Man hätte ja auch mal nur Technik
ausstellen können z.b. Radpanzer Fuchs mit Rasit oder System Hummel.
Soweit denken die Verantworlichen aber nicht.
Aber interessante Wehrtechnik nicht nur für Kriegszeiten auch gegen die
Bedrohung linker Linken und IS etc. Jedenfalls Beruf mit Zukunft.
Klar darf die Bundeswehr mit ihrer Technik werben. Und natürlich darf man auch friedlich dagegen protestieren. Verstehe die Aufregung nicht, es gibt unterschiedliche Meinungen und die darf man vertreten. Ohne, wie leider auch hier viele, andere persönlich zu verunglimpfen.
Wo findet hier eine Verunglimpfung statt?
Und wenn ja - "persönlich" ist bei Verwendung von Usernamen relativ.
Die Aussage von derzeh ("Jede Werbung für die Bundeswehr ist Aufruf zum Mord") ist z.B. eine Verunglimpfung der Soldaten.
Stimmt!
Aber "kernig" hatte das nicht gemeint.
Doch auch.
und einen Kriegsgegner als "dumm" hinzustellen ist OK?
Mord und Krieg mögen in Ihrer Ideologie das gleiche sein. Nach Ihrer Lesart ist mein Vater ein Mörder - das ist Verunglimpfung!
Da ist das Wort "dumm" noch viel zu harmlos!
Montag, 13. November 2017 - 11:06