Kahlschlag: Abholzaktion erzürnt Bürger

Er könne nicht verstehen, wie man in diesem sensiblen Bereich Rodungsarbeiten in einem solchen Ausmaß anordnen könne, schimpfte Sattler im Gespräch mit dieser Zeitung. Schließlich handle es sich um einen „idyllischen und als Biotop ausgewiesenen Radweg“. Besonders erzürnt ist Sattler aber darüber, dass bis zu 25 Weidenbäume abgeholzt worden seien. Schließlich handle es sich bei den Palmkätzchen um die erste Futterquelle für Bienen im Frühjahr.

Normaler Rückschnitt

Angeordnet hat die Abholzaktion Mistelgaus Bürgermeister Karl Lappe. Seine Aufgabe an den Bauhof lautete, jene Bäume zu entfernen, die zu nah am Radweg stehen und deren Wurzeln den Asphalt anheben. „Das war ein ganz normaler Rückschnitt“, sagt Lappe, und „keine Rodung.“ Es sei einfach darum gegangen, die Verkehrssicherheit zu garantieren. Nachdem sich mehrere Bürger persönlich bei ihm im Rathaus über die Aktion beschwert hatten, hätte er sich die Situation vor Ort angeschaut, aber nichts Außergewöhnliches entdecken können. Man könne aber, betont Lappe, darüber diskutieren, ob zu viel Gehölz entfernt worden sei. Vielleicht sei der eine oder andere Baum gefallen, der nicht hätte gefällt werden sollen. Im Großen und Ganzen stünden aber noch jede Menge Bäume.

Wirtschaftliches Interesse

In seinen Augen nicht verwerflich sei auch die Abmachung mit einem örtlichen Brennholzhändler, der im Auftrag der Gemeinde und nach Instruktionen durch den Bauhofleiter die Abholzaktion kostenlos ausführte und dafür im Gegenzug das Holz behalten durfte. Die Mitarbeiter des Bauhofes hätten sich stattdessen um andere Aufgaben kümmern können, betonte Lappe. Sattler sieht das anders. In diesem Fall sei es nicht um die Pflege gegangen, ist er überzeugt, sondern um ein „rein wirtschaftliches und gewinnbringendes Bestreben“. Scheinbar würden wirtschaftliche Interessen über dem Gemeinwohl stehen. Und das in Zeiten, in der eine „exzessive Landwirtschaft Flora und Fauna zerstört“ und damit auch „wichtige kleine naturnahe Räume für Mensch und Tier“.

So bedauerlich die Aktion auch gelaufen sei – ein Gesetzesverstoß liege nicht vor, ist sich Lappe sicher und behält recht. Tatsächlich sieht das bayerische Naturschutzgesetz vor, dass Weiden bis Ende Februar gekappt werden dürfen, sagt Wolfgang Wurzel, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Schöner wäre jedoch, diese erste Nahrungsquelle der Bienen im Frühjahr zu erhalten.

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentare

Gute Aktion, außer vll. die Palmkätzchen.
Endlich nicht mehr so viel Geäst auf dem Radweg.
Außerdem dauert es jahrzehnte bis das Landratsamt/Straßenbauamt den durch Wurzeln angehobenen Asphalt ausbessern. Und dann aber leider auch noch extrem schlecht gemacht.
Die Risse im Asphalt vor Hummeltal existieren auch schon jahrzehnte und werden nur sinnfrei geflickt. Katastrophe das Ganze.
Solche Kahlschläge findet man in vielen anderen Gemeinden auch. Es ist halt einfacher, mit Maschinen alles Gebüsch abzusäbeln als etwas ökologisch differenziert die Abholzaktion durchzuführen. So sähe es auch schöner aus. Geäste und Blätter auf dem Radweg gehören mit zur Umwelt und es liegt bei jedem in seiner eigenen Verantwortung, wie er damit umgeht.
na ja, das kann schon mal vorkommen, dass man da aus Versehen einige dickere Hölzer mit Zuviel erwischt; die Gefahr ist da groß, besonders dann wenn daraus ein "geldwerter Vorteil" erwachsen kann ......
was scheren uns da die Honig-Bienen und sonstige Insekten ..
angeblich leben die ja schon Mio-Jahre auf Erden, also länger als der "König Mensch"
hoffen wir, dass diese Tiere auch die Un-Daten des heutigen Menschen überstehen