Jede Menge Lesefutter

Es ist ein Projekt, dass die Stadt Pottenstein finanziert. Veranschlagt sind dafür 5000 Euro. Notwendig ist das auch geworden. Früher hatte man an der Schule eine Entleihbücherei. Die musste jedoch vor zwei Jahren wegen Platzbedarfs aufgelöst werden – es brauchte ein weiteres Klassenzimmer. Also verteilte man die Bücher auf die einzelnen Klassenzimmer. Eine schwierige Situation, denn so konnten die Schüler nicht wissen, wo welche Lektüren, die vielleicht interessant wären, zu finden sind – man kann ja nicht einfach durch alle Klassenzimmer marschieren und schauen welche Bücher dort zu finden sind. „Durch Umstrukturierung und Umlegen von Räumen konnten wir schließlich einen Raum, für den ein Schreiner ein Konzept entwickelt hatte, für die neue Bücherei schaffen“, erklärt Keller.

Auch Erwachsene können noch was lernen

Auf die Frage der Rektorin an die Schüler, was sie denken, wie viele Bücher hier stehen, und die die neue Bücherei noch nie gesehen hatten, gingen die Meinungen weit auseinander. Von 50 bis 50 000 war die Rede. Tatsächlich sind es im Moment 1540 neu angeschaffte Lektüren für jedes Alter der Schüler. Von sechs bis 14 Jahre. Und so mancher Erwachsener könnte aus Sachbüchern bestimmt auch noch was lernen. Die Bücher wurden dabei nicht willkürlich angeschafft. Zum einen ging man durch die Klassen und befragte die Schüler, was für sie interessant wäre. Zum anderen erkundigte sich Keller bei Buchhändlern was angesagte Jugendliteratur ist.

Keine digitalen Medien

Digitale Medien findet man hier nicht. Aus gutem Grund: „Ich hab schon gemerkt, dass sich die Lesegewohnheiten der Schüler verändern. Wenn gelesen wird, dann mehr mit E-Book, Tablet oder Handy. Wir wollen die Schüler bewusst näher an die Printmedien heran bringen“, so Katrin Keller weiter. Ist ja auch interessanter. Denn gerade Illustrationen, Bilder und Zeichnungen fördern die Fantasie. Bürgermeister Stefan Frühbeißer, der bei der Eröffnung anwesend war, und der es sich nicht nehmen ließ, den Erstklässlern einige Zeilen vorzulesen: „Was glaubt ihr? Was lesen die Größeren am meisten? Ich habe gemerkt, dass es Whats App oder SMS sind. Da ist das Deutsch aber schon merkwürdig. Mit lauter Abkürzungen, die ich auch nicht verstehe. Und die Rechtschreibung ist auch keine richtige.“ Umso wichtiger auch für ihn, dass sich Kinder mit Büchern beschäftigen – richtig lesen zu können, fördere die Rechtschreibung, die Fantasie. Oder wie Keller sagt: „So könnt ihr euch mit richtig spannenden Geschichten in andere Welten träumen.“

Zettel in die Wunschbox

Es gibt einige Besonderheiten an dieser Bücherei oder eben Lesewerkstatt. Einmal gibt es eine „Wunschbox“. Schüler können Zettel ausfüllen, was sie gerne lesen würden. Dann werfen sie die Zettel in die Box. Das Jahr über werden dann diese Wunschbücher angeschafft. Dafür braucht es aber auch Geld. Geld, für das der Elternbeirat der Schule gestern auch schon einmal sorgte – er übergab eine Spende in Höhe von 1000 Euro. Auch werden hier Lesewettbewerbe oder Buchvorstellungen abgehalten. Und außerdem: „Nachmittags kann man sich auch Bücher ausleihen. Dann unterstützen uns die Mitglieder des Elternbeirats, die sich um die Ausleihe kümmern“, erklärt Keller weiter.

Nicht bewertet

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