Jake Odum kehrt als Derby-Gast zurück

Sie haben in der vergangenen Saison hervorragende Werbung in eigener Sache betrieben. Es dürfte also noch andere Interessenten gegeben haben, warum ist es Würzburg geworden?

Jake Odum: Zunächst einmal war Bayreuth definitiv die richtige Entscheidung. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Aber für mich war es wichtig, den nächsten Schritt zu machen, wieder Neues kennenzulernen. Und hier in Würzburg ist das definitiv möglich. Die Stadt ist etwas größer als Bayreuth, aber doch noch klein genug, um familiär zu sein. Und der Verein hat das Ziel, das gute Ergebnis der letzten Saison noch einmal zu toppen. Das war wichtig für mich, deshalb stellt Würzburg genau den nächsten, logischen Karriereschritt für mich dar.

Wenn Sie Würzburg mit dem Basketballstandort Bayreuth vergleichen, welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es?

Odum: Es gibt auf jeden Fall mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Hier herrscht auch eine große Begeisterung im Club und auch im Umfeld, unser Trainer und das Team sind hochmotiviert. Und auch die Trainingsmöglichkeiten, die Halle und die Zuschauer sind vergleichbar mit Bayreuth – alles ist klein, eng, laut, und die Fans sind sehr heißblütig.

Sie selbst haben im ersten Spiel sehr ordentlich gespielt ihr Team aber hat doch etwas überraschend gegen Ludwigsburg verloren. Was waren die Gründe?

Odum: Wir haben die Ludwigsburger zu einfach ins Spiel kommen lassen. Sie haben diese Freiräume genutzt, haben sehr physisch gespielt, haben uns unter Druck gesetzt, zu Fehlern gezwungen – die wir auch gemacht haben. So sind wir eigentlich die ganzen 40 Minuten einem Rückstand hinterhergelaufen, erfolglos.

Nun am Sonntag die Rückkehr in die Oberfrankenhalle. Ist das für Sie ein ganz normales Spiel oder doch anders, weil emotionaler?

Odum: Auf der einen Seite ist es ein normales Bundesligaspiel, auf der anderen Seite freue ich mich unheimlich darauf – auf die Stimmung, die Fans, darauf, ein paar Freunde wiederzutreffen. Das ändert nichts daran, dass ich dieses Spiel unbedingt gewinnen will. Insofern ist es dann doch ein normales Spiel.

Welche Tipps können Sie Ihrer Mannschaft geben, worauf muss sie sich in Bayreuth einstellen?

Odum: Zu allererst muss sie sich darauf einstellen, dass es laut werden wird. Mit dieser ungewöhnlichen Lautstärke muss sie zurecht kommen. Das ist schon sehr speziell, eine ganz besondere Herausforderung.

Welche Eindrücke haben Sie von der neuen Bayreuther Mannschaft? Was kann sie erreichen in dieser Saison?

Odum: Leider habe ich noch nicht so viel von dem neuen Team sehen können. Ein bisschen was vom Auftaktspiel gegen Ulm habe ich mir aber schon angeschaut. Die Bayreuther haben sich da super verkauft, haben mutig und mit viel Einsatz gespielt. Und ich weiß natürlich, dass die Erwartungen im Umfeld hoch sind, dass man immer in Richtung Playoffs schielt. Ob das aber gelingt? Ich würde es Bayreuth wünschen.

Abschließend eine kurze Einschätzung, wie läuft das Spiel bei Medi, wie geht es aus?

Odum: Oh nein, bitte nicht. Einen Tipp möchte ich nicht abgeben. Ich sage nur ein ganz heißes, enges Match in einer verrückten Basketball-Atmosphäre voraus. Raoul Korner ist dafür bekannt, eine harte Verteidigung spielen zu lassen. Wir werden Strategien dagegen entwickeln und – hoffentlich – gewinnen.

(Das Gespräch führte Stefan Wolfrum)

Glänzende Statistikwerte

Welch großen Anteil Jake Odum daran hatte, dass die abgelaufene Bundesliga-Saison die erfolgreichste einer Bayreuther Mannschaft seit dem Wiederaufstieg 2010 war, offenbart ein Blick in die Statistik. Der 192 cm große und 82 kg schwere Pointguard stand in allen 34 Spielen auf dem Feld und brachte es im Schnitt auf eine Einsatzzeit von 34:43 Minuten – Saisonrekord.

In der Rangliste der Korbjäger war er mit seinen 14,3 Punkten im Schnitt unter den besten Zwölf der Liga zu finden, und mit seinen 5,7 Assists belegte er unter den Vorbereitern einen starken sechsten Platz. Beim Vergleich der Effektivitätswerte aller Spieler in der BBL war Odum damit Siebter (16,2).

Nicht bewertet

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