Jäger kritisieren steigende Gebühren

Innerhalb des Vereins würden die Mitglieder von einer Symbiose, bestehend aus der Kompetenz erfahrener Jäger und dem Denken derer, die neu zu dieser Aufgabe finden, profitieren, sagte Müller. „Die Jagd 2030 hat eine echte Chance“, betonte er, als er zwölf neue Mitglieder begrüßte. Insgesamt hat der Jagdschutz- und Jägerverein nun 318 Mitglieder.

Zusammen mit Oberbürgermeister Henry Schramm ehrte Müller folgende Jubilare: Stefan Brütting aus Trebgast für 25 Jahre, Karl Kister aus Marktschorgast für 40 Jahre und Harald Höhn aus Kasendorf für 50 Jahre Mitgliedschaft.

Wirtschaftliche Einbußen

Dem stellvertretenden Vorsitzenden Otto Kreil zufolge führe der verantwortungsbewusste Umgang mit Wildbret zu wirtschaftlichen Einbußen. So soll die Gebühr für Becquereluntersuchungen, die Messung der Radiocäsiumbelastung von Wildschweinfleisch, im Kulmbacher Schlachthof ab 1. April von sechs auf 15 Euro steigen. Dazu kommen neun Euro pro Wildschwein für die pflichtmäßige Fleischbeschau nach Trichinen – Darmparasiten, die auch den Menschen befallen können. Wildbrethändler zahlen nur etwa einen Euro pro Kilogramm. Besonders schmackhafte, junge Sauen um die 20 bis 30 Kilogramm seien daher ein Verlustgeschäft, folgerte Kreil und appellierte an die Politik, den Jägern angesichts dieser Gebührenflut unter die Arme zu greifen.

Unterstützung durch die Politik

CSU-Landtagsabgeordneter Martin Schöffel versprach, das Thema Becquerel- und Trichinengebühren aufzugreifen. Stetig wachsende Schwarzwildbestände seien eine Herausforderung. Ihm sei bewusst, dass die Jagdgenossen, also die Eigentümer der bejagten Flächen, Schwierigkeiten hätten mit von Wildschweinen verursachten Schäden. „Sowohl Landwirte als auch Jäger sollen Unterstützung durch die Politik bekommen“, stellte Schöffel fest. Revierübergreifende Drückjagden seien eine wichtige Maßnahme, um dem Schwarzwild Herr zu werden. Der Einsatz von sogenannten Stöberhunden sei dabei unerlässlich. Denn Sauen würden sich nur allzu gerne in dichtem Gestrüpp verstecken, das für zweibeinige Treiber kaum zugänglich sei. Für die Hunde sei dieser Job nicht ganz ungefährlich. Bei der Konfrontation mit den wehrhaften Wildschweinen könnten sie verletzt oder sogar getötet werden. Dies bedeute für die Hundeführer auch einen finanziellen Verlust.

Verein entschädigt den Hundeführer

Um den Hundeführern ihre Wertschätzung zu zeigen, haben die Mitglieder des Kulmbacher Jagdschutz- und Jägervereins bereits vergangenes Jahr beschlossen, einen „Hundefonds“ zu gründen, das heißt, der Verein bildet aus finanziellen Mitteln eine Rücklage, um Hundeführer im Schadensfall zu unterstützen. Kurz: Wenn ein Jagdhund im Einsatz für ein Vereinsmitglied verletzt oder getötet wird, entschädigt der Verein den Hundeführer, unabhängig davon, ob er selbst Mitglied ist oder nicht. Der Vorfall muss innerhalb einer Woche nach Schadenseintritt gemeldet werden. Der Verein erstattet 30 Prozent der tierärztlichen Behandlungskosten bis zu einer Höchstgrenze. Im vergangenen Jahr gab es nur einen Fall, bei dem lediglich rund 70 Euro Schadensersatz gefordert wurden. Trotzdem hat der Verein auch dieses Jahr wieder 5000 Euro für den „Aufwandsersatz Jagdhunde“ eingestellt. „Hundeführer werden nicht im Stich gelassen“, sagte Kreil.

Großer Bedarf an Jagdhunden

Die Drückjagdplanung für den Herbst sei in den meisten Jagdrevieren schon jetzt in vollem Gange. An gut ausgebildeten Jagdhunden zum Stöbern und Nachsuchen herrsche großer Bedarf. Vor wenigen Wochen hätten einige erfahrene Hundeführer aus der Region die „Stöbergruppe Oberfranken“ gegründet. Wer noch vierbeinige Unterstützung für die Drückjagd benötigt, kann sich bei Frank Hallhuber, Telefon 01 51/20 16 84 49, melden.

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