Imponierender Doppelsieg von Simon Hüttel

Bei der vom benachbarten SC Partenkirchen durchgeführten Veranstaltung waren alle Nachwuchskader des Deutschen Skiverbandes im Jugend- und Juniorenbereich vollständig vertreten. Bereits im Training zeigte Hüttel, dass er seine gute Form vom Herbst mitgenommen hat. Auf der mit Maschinenschnee präparierten Sprungschanze (Hillsize-Punkt: 109 m) erzielte der Weißenstädter Schüler des Skigymnasiums Berchtesgaden mit 89,0 und 94,5 m die weitesten Sprünge und lag damit vor seinem Dauerrivalen Tim Kopp (VSC Klingenthal), der 88,5 und 94,0 m erreichte. Der Thüringer konnte diese Leistung jedoch nicht mit in die Wettbewerbe nehmen. Im nicht verwendeten Pocketjump kam Hüttel sogar noch weiter (94,5 m).

Im ersten Wettkampf sprang Hüttel zunächst auf 95,5 m vor Jonas Maier (SC Waldau/94 m), womit er seine Altersklasse 17 anführte und Klassen übergreifend Achter war. Lässt man die als Gäste gestarteten japanischen Sportler außer acht, bedeutete dies sogar Platz drei im Deutschlandpokal. In den Zehnkilometerlauf ging der Fichtelgebirgler mit einem Rückstand von 1:28 Minuten auf den sieben Jahre älteren Gesamtführenden Tobias Simon (SZ Breitnau) und innerhalb seiner Klasse mit einem Vorsprung von 22 Sekunden vor Jonas Maier, der erst von Platz 13 aus startete. Hüttel verlor zwar eine weitere Minute auf den Gesamtführenden Tobias Simon, wurde jedoch siebtbester DSV-Starter und gewann seine Altersklasse mit einer halben Minute Vorsprung auf Luis Lehnert (WSV Oberaudorf).

Zweiter in der Gesamtwertung

Der Sprint am zweiten Wettbewerbstag startete für Simon Hüttel noch besser als von ihm selbst erwartet. Diesmal wurde nur ein Sprung absolviert und gewertet, wobei der Sieger vom Vortag mit 101 m der Konkurrenz weit davon flog. Seine Altersgenossen Luis Lehnert, Julian Ketterer (SZ Breitnau) und Jonas Maier konnten mit ihren jeweils 92,5 m nicht annähernd mithalten und hatten bei einem Rückstand von über einer Minute für den Fünfkilometerlauf praktisch schon keine Chance mehr, ihm den Sieg streitig zu machen. Im Ziel hatte Hüttel noch 52 Sekunden Vorsprung vor Lehnert.

Noch eindrucksvoller war aber die Leistung des 17-Jährigen im Vergleich aller Klassen. Selbst Tobias Simon sprang nur einen Meter weiter als Hüttel, so dass beide beim Laufstart nur durch zehn Sekunden getrennt waren. Der Jugendliche verlor zwar noch eine halbe Minute auf den erfahrenen und aufgrund des Altersunterschieds natürlich auch körperlich klar überlegenen Schwarzwälder, doch er konnte sämtliche Verfolger auf Distanz halten und kam damit als imponierender Gesamtzweiter innerhalb des Deutschlandcups ins Ziel.

Aufstieg in den Continentalcup

Als nächster Wettbewerb würde für Simon Hüttel nun normalerweise ein Alpencup anstehen. Diesen darf er angesichts seiner Leistungen nun aber überspringen und bereits am kommenden Wochenende in der nächsthöheren Wettkampfserie, dem Continentalcup (COC), in Klingenthal starten. Der COC ist quasi der B-Weltcup. „Ich freue mich riesig auf das Wochenende“, sagt Hüttel. „Ich werde sicher mein Bestes geben, auch wenn ich dort wahrscheinlich der jüngste Starter sein werde.“

5 (1 vote)

Anzeige