Immer mehr Aufgaben für Feuerwehren

Der 200.000 Euro teure Dreiachser ist im Einsatzkonzept des Landkreises Bayreuth vorgesehen. Es dient als Trägerfahrzeug für Abrollcontainer, von denen es je nach Einsatz verschiedene Ausführungen gibt. Die staatlichen Gesamtzuschüsse betragen 173.000 Euro. Sollte jeweils ein Fahrzeug von den Feuerwehren Speichersdorf, Pegnitz, Gefrees und Waischenfeld gemeinsam gekauft werden, gibt es nochmals zehn Prozent Zuschuss extra, erläuterte Bürgermeister Manfred Porsch (UBV).

Dritter Bürgermeister Wolfgang Hübner (CSU) fragte nach der Zusatzbelastung für die örtliche Feuerwehr, sollte das Fahrzeug angeschafft werden. „Wir haben die vergangenen Jahre schon aufgerüstet, doch das Personal ist nicht mehr geworden.“ Zudem stehe 2018 der Wechsel des langjährigen Kommandanten Roland Steininger an. „Irgendwann ist die Oberkante Unterlippe erreicht – und das neue Fahrzeug kommt dazu“, warnte Hübner. „Wir brauchen zusätzliches Personal.“ Man sollte dem Landkreis und dem Kreisfeuerwehrverband zeigen, „jetzt ist mal Schluss“.

"Grenzwertig, was Feuerwehrleute leisten müssen"

Porsch erwiderte, das Trägerfahrzeug sei momentan der Abschluss, doch werde es immer wieder Neuentwicklungen geben. Für das neue Fahrzeug sei ein Fahrer und ein Beifahrer erforderlich. Für Franc Dierl (CSU) erleichtert das neue Fahrzeug die Arbeit. Er sprach von einem „Spottpreis“, die Anschaffung liege für die Gemeinde eigentlich bei null. Das Wechselladersystem sei die Zukunft, doch teile er die Bedenken, dass es immer mehr Einsatzbedarf gebe. „Ich ziehe den Hut vor jedem Aktiven“, betonte Dierl.

Kommandant Steininger, der auch im Gemeinderat sitzt, lobte die Einsatzbereitschaft. Beim Bauernhofbrand in Speichersdorf im Juli 2017 seien fast alle Aktiven da gewesen, hätten in kürzester Zeit 800 Meter Schlauchleitung verlegt. Neue Gerätschaften seien notwendig, um rasche und wirksame Hilfe zu leisten, unterstrich Bürgermeister Porsch. Gemeinderat Christian Porsch (UBV) nannte es zum Teil grenzwertig, was die Feuerwehrleute leisten müssen.

Der Kauf des Wechselladerfahrzeuges bedeute nicht den großen Aufwand, doch der neue Abrollbehälter zur Wasserförderung bei Hochwasser bringe mehr Arbeit. Mit einer Gegenstimme beschloss das Gremium den Kauf. Wie üblich, wird die Gemeinde die Wartungskosten übernehmen.

Kinderfeuerwehr wird integriert

Zudem beschloss der Gemeinderat einstimmig den Kauf eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges HLF 20 für die örtliche Wehr. Es dient als Ersatz für ein 27 Jahre altes Vorgängermodell, das verkauft wird. Das Fahrzeug soll rund 380.000 Euro kosten, der Eigenanteil beträgt 20.000 Euro. Eine weitere Neuerung: Die Kinderfeuerwehren Kirchenlaibach und Speichersdorf werden in die „gemeindliche Einrichtung Feuerwehr“ aufgenommen. Das bedeutet einen besseren Versicherungsschutz bei Unfällen. Die Kinderfeuerwehren waren bisher den Feuerwehrvereinen angegliedert.

Nicht bewertet

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Kommentare

HLF 20 für 83.000 Euro. Woher habt Ihr denn diesen Schmarrn???
Was kostet es denn? Leider veröffentlichen die Anbieter ja keine Preise, sonst hätte man wahrscheinlich keine 10 Jahre gebraucht um die Preisabsprachen (2013) zu bemerken.
Der Schreiber hätte sich halt mal mit dem nebenamtlichen Verfasser des Artikels über die Feuerwehr Hummeltal unterhalten sollen. Der nannte nämlich die realistische Zahl von rund 400.000 Euro für ein HLF20.
Danke für die Hinweise. Es war ein Hörfehler. Das HLF20 kostet nicht 83.000 sondern 380.000 Euro. Wir haben das korrigiert.
Der Richtigkeit halbe muss man aber auch Dazu sagen, dass es sich hierbei um den Bruttoeinkaufspreis handelt. Es gehen nämlich dann noch die Zuschüsse des Freistaates und des Landkreises weg. Somit werden geschätzt ca. 170.000 Euro bei der Gemeinde verbleiben.
Montag, 13. November 2017 - 11:06