Immer größere Straßenschäden im Ort

Einmal hat Stadtrat Erwin Sebald innerhalb von knapp fünf Stunden 60 Lastwagen gezählt, die die Gemeindeverbindungsstraße Am Zeckenstein Richtung Trockau entlang gefahren sind. Seit über einem halben Jahr gehe das so. Die Fahrzeuge transportieren laut Sebald Abfall vom Ausbau der ICE-Trasse in Forchheim.

Pflasterrinnen sind lose

Der Schwerlastverkehr hat an der Straße Am Zeckenstein, die 1976 gebaut wurde, Spuren hinterlassen: Die Pflasterrinnen sind lose, im Rasen neben der Fahrbahn sind Abdrücke von Lkw-Reifen zu sehen, Risse durchziehen Teile der Straße. „Die fahren uns alles kaputt“, sagt der 68-jährige Sebald. Innerhalb des halben Jahres habe er definitiv eine Verschlechterung der Straßenverhältnisse bemerkt. Denn die Straße sei nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt. Mindestens dreimal hat sich Sebald deshalb schon beim Landratsamt Forchheim beschwert, auch an das Landratsamt Bayreuth hat er einen Brief geschickt.

In  fünf Stunden 60 Lastwagen

Daraufhin hat Sebald eine Antwort von Landrat Hermann Hübner bekommen. „Die Zuständigkeiten hinsichtlich der Straßenbaulast und auch der Verkehrsbehörde liegen ausschließlich bei der Stadt“, schreibt Hübner. Auch er weist in seinem Antwortschreiben noch einmal darauf hin, dass die Stadt Pottenstein eine Straßenausbaubeitragssatzung erlassen müsse.

Wie berichtet, sieht sich die Stadt als Ausnahme und möchte deshalb auf die Einführung einer Sabs verzichten. Sebald glaubt, dass Pottenstein nicht darum herum kommen wird. Er findet es allerdings nicht fair, dass die Tüchersfelder vielleicht irgendwann für die Wiederherstellung der Gemeindeverbindungsstraße im Ort zahlen müssen, obwohl die Lastwagen die Schäden hinterlassen haben.

Für Schulkinder gefährlich.

„Das ist unmöglich, das sehe ich nicht ein“, sagt Sebald. Zudem sei die hohe Zahl der Lastwagen besonders für Schulkinder gefährlich. Denn wenn sich zwei große Fahrzeuge an einer bestimmten Engstelle Am Zeckenstein entgegenkommen, muss ein Fahrzeug auf den Gehweg ausweichen. An dieser Stelle sei der Gehsteig ohnehin nur 60 Zentimeter breit, für die Schulkinder bleibt also kaum mehr Platz. Die Stadt hat drei Warnbaken aufgestellt, um zu verhindern, dass Lastwagen auf den Gehweg fahren.

Ginge es nach Sebald, wäre es die optimale Lösung, die Gemeindeverbindungsstraße zur Kreisstraße auszubauen. Denn dann müssten die Anwohner nicht für eine Wiederherstellung zahlen. Eine andere Option sei die Begrenzung auf etwa 25 Tonnen. „Das würde dann auch für unsere Landwirtschaft reichen“, so Sebald.

Er hat mittlerweile die CSU-Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer eingeschaltet, die zugesagt hat, sich in München nach einer Lösung zu erkundigen. „Ich bin einer, der nicht schnell aufgibt“, so Sebald.

Die Schäden beschränken sich nicht nur auf die Gemeindeverbindungsstraße im Ort. Fährt man Richtung Rackersberg und Haßlach, sieht man tiefe Reifenspuren im Bankett.

Zwar wurden Reifenspuren erst vor kurzem mit Schotter aufgefüllt, doch schon wieder zeigen sich neue Schäden. „Das sind einfach keine Straßen für Lastwagen.“

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