Im Soul Food weiter ausgezeichnete Küche

Auerbach ist nicht gerade der Ort, an dem man ein Sternelokal erwarten würde. Doch hier gibt es exquisite Küche, die ihre Besonderheit zum wiederholten Mal unter Beweis gestellt hat. Das bestätigt nämlich die neueste Ausgabe des Restaurantführers „Gault & Millau“ für 2017, der neben den bekannten Michelin-Sternen zur höchsten Auszeichnung für die gehobene Küche zählt. Auch in diesem Jahr werden Küchenchef Michael Laus und sein Team mit 15 Punkten und damit zwei Kochmützen bewertet.

Feinste, kreative Küche

Die Erklärung dazu: Laus serviere „feinste, kreative Küche fernab von Schweinebraten und Kloß“. Sie freuten sich sehr, sagt Christine Heß, Inhaberin und Lebensgefährtin des Küchenchefs, „vor allem dass wir im fünften Jahr in Folge und das vierte Jahr mit 15 Punkten angeführt werden“. Das zeige, dass „wir uns kontinuierlich auf diesem Niveau halten“. Auch persönlich gesehen, sei das „eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit, dass unser Konzept funktioniert“. Doch vor allem komme es dem Chef-Paar auf die Mundpropaganda an, darauf „dass die Gäste wiederkommen und uns empfehlen“, sagt Heß.

Empfehlung von Freunden

Denn: „Das ist in ländlicheren Regionen anders als in Großstädten, in denen die Menschen für ein gutes Restaurant in einen Gastro-Führer gucken. Hier geht es um die Empfehlung von Freunden und Verwandten.“ Und laut Heß finden sich unter den Gästen 18-Jährige, die auf ein erstes Date gehen, oder „die Uroma, die Geburtstag feiert“ sowie „wahre Gourmets“. Vor vier Jahren, mit der ersten Erwähnung der Auerbacher 2013, schrieb der renommierte Gault&Millau: „Hier wird tatsächlich mit Seele gekocht und serviert.“

Auf der Webseite finden sich erste Informationen über das seit vier Jahren gleichgebliebene hohe Niveau sowie die Argumentation für 2017: „Es war schon ein mutiges Unterfangen, hier in der tiefsten Oberpfalz ein solch avantgardistisches, Restaurant zu eröffnen und feinste, kreative Küche fernab von Schweinebraten und Kloß zu servieren. Dass Küchenchef Michael Laus echter Auerbacher ist, macht den Standort des reduziert-geschmackvoll eingerichteten kleinen Lokals direkt am Marktplatz gegenüber dem gotischen Rathaus plausibel.“

Ritterschlag durch den Michelin-Stern

Gleich durchgestartet Direkt nach der Eröffnung des Soulfood 2012 haben sie die erste Erwähnung im Gault & Millau erhalten. 2015 dann der Michelin-Stern: „Wir freuen uns immer noch so wahnsinnig über diese Auszeichnung und können es auch nach einem Jahr noch nicht richtig glauben“, schreiben die Macher auf ihrer Facebookseite über den Ritterschlag durch den Michelin-Stern.

Die fünfte Erwähnung

Doch damit ist es längst nicht genug: Neben der fünften Listung im Gault&Millau warten Heß und Laus derzeit auf weitere Ergebnisse: ob sie den Michelin-Stern halten können und ob sie auch im aufstrebenden Gastro-Führer „Gusto“ wieder eine Erwähnung finden. Beides soll Anfgang Dezember publik werden. Immer noch gilt der Michelin-Stern als höchste Dekoration, die ein Koch erhalten kann. „Denn da werden nur sehr wenige Vertreter, rund 290, ausgezeichnet, im Gault&Millau sind dagegen einige mehr gelistet“, erklärt sie

20 Punkte gibt es im Gault&Millau maximal zu holen, aber das ist wie mit dem Spitzenschnitt im Abi: Es gibt nur sehr sehr wenige Vertreter. Auch im oberen Bereich ab 15 Punkten werden die Auflistungen schon deutlich überschaubarer. Es geht um Klassiker im unklassischen Sinne auf der Karte des Soul Food. Die sind bezahlbar und sollen es auch bleiben, verspricht Heß, denn „Wir haben lieber ein gut gefülltes Restaurant als hohe Preise und wir wurden ja für das, was unser Konzept ausgezeichnet“.

Nicht bewertet

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Kommentare

Wie so oft bei aufstrebenden Restaurants erlebt, welche sich einen Stern erkochten, bedient man sich auch im Soul Food mittlerweile eines recht nassforschen Tons gegenüber den Gästen, wie man ihn sonst nur von überlaufenen In Places mit hoher Promi Dichte in München oder Berlin kennt.

Mit meiner Familie war ich seit der Eröffnung des öfteren im Soul Food zum Mittag- wie auch Abendessen. Durch die mittlerweile sehr hochnäsig gewordene "Chefin", die zudem sehr, zu sehr merkbar, auf Umsatz aus und eifrig bestrebt ist, den Gästen weitere Gänge und hochpreisig korrespondierende Getränke aufzuschwatzen sowie in die Menüwahl einzugreifen, können wir das Restaurant nicht mehr empfehlen.

Auch qualitativ wurden wir zuletzt mehrfach enttäuscht: Fischgericht erkaltet und an der Grenze zum Status "zerkocht", Salat nachlässig geputzt, für die Aufpreis Trüffel hätte es einer Lupe bedurft, deutlich überreifer Käse - um nur einige Punkte anzuführen. Unsere dezent vorgebrachte Reklamation zu sich häufenden Mängeln wurde herablassend bis süffisant abgewiegelt und wir als Gäste für dumm hingestellt, die offenbar keine Ahnung von Sterneküche haben.

Uns hat das Restaurant als Gäste verloren; dass unsere Beobachtungen kein Einzelfall sind, wurde uns von einer Reihe Auerbacher wie auch Bayreuther Freunden bestätigt.