Hollfeld diskutiert wieder übers Sparen

Im Mai hatte der Hollfelder Stadtrat den Haushaltsplan für das laufende Jahr verabschiedet. Wegen der hohen Schulden – rund 14 Millionen Euro – muss die Stadt ihren Etat vom Landratsamt genehmigen lassen. Die Kommunalaufsicht hatte damals verlangt, die Räte sollten insbesondere im Verwaltungshaushalt deutliche Einsparungen vornehmen. Zu diesem Zweck war der Hauptverwaltungsausschuss am Donnerstag zusammengekommen.

Musikschule macht 62.000 Euro Miese

„Die Planungen für 2018 sind noch in einem sehr frühen Stadium“, sagte Kämmerer Matthias Nogly. Deshalb könne er noch nicht sagen, wie viel eingespart werden muss, um die vorgeschriebene Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt zu erreichen.

Größter Posten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten. Der Kämmerer sah in diesem Punkt „nur wenig Spielraum“. Diesen gibt es allerdings bei den Gebühren für diverse städtische Angebote. Bürgermeisterin Karin Barwisch schlug vor, die Gebühren für die Nutzung des Kulturzentrums St. Gangolf anzuheben. Auch für die Musikschule „müssen wir über einen neuen Gebührenansatz nachdenken“, sagte sie. Immerhin stehen bei diesem Posten aktuell rund 158.000 Euro Ausgaben Einnahmen von lediglich 96.000 Euro im Plan.

Bei den Festen legt die Stadt drauf

Auch wenn Hollfeld feiert, kostet das die Stadt Geld. Für den Fasching etwa gibt die Stadt rund 6000 Euro aus. Beim Altstadtfest hat die Stadt 2500 Euro draufgezahlt. Hartmut Stern regte an, dass Vereine künftig ihre Teilnahmegebühr vorab zahlen sollten. Für die 1000-Jahr-Feier stehen 20.000 Euro im Haushaltsplan. Barwisch: „Es schaut so aus, dass wir in diesem Rahmen bleiben werden.“

Für die Rosen- und Gartentage überlege man sich, das Konzept aufzufrischen und moderner zu gestalten, sagte die Bürgermeisterin: „Ähnliche Veranstaltungen gibt es inzwischen in vielen Orten. Wir wollen uns abheben.“ Auch hier kam der Vorschlag aus dem Ausschuss, Eintrittskarten künftig im Vorverkauf anzubieten.

Idee: Parkraumbewirtschaftung

Einig waren sich die Stadträte, das Projekt Mehrgenerationenhaus fortzuführen. Die Hollfelder Besonderheit ist, dass eine Fachkraft durch ehrenamtliche Helfer unterstützt wird. Für dieses Konzept wird die Förderung bis 2020 verlängert.

Zum Thema Elektromobilität sagte die Bürgermeisterin, sie wolle versuchen, ortsansässige Unternehmen als Partner für die Finanzierung von Ladesäulen zu gewinnen. Außerdem regte sie an, „ob wir nicht mal darüber nachdenken sollten, eine Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Wenigstens zeitweise...“

Diskussion über Bürgerhäuser gibt es schon ewig

Und dann legte sie den Stadträten einen Entwurf vor, der künftig die Benutzung der Bürgerhäuser in den Ortsteilen einheitlich regeln soll. Barwisch sagte, es gehe nicht an, dass die Stadt Strom, Wasser und Heizung bezahle, aber manche Vereine Mieteinnahmen für sich behielten. Ihr gehe es darum, alle Bürgervereine künftig gleichzubehandeln, nachdem es historisch begründet unterschiedliche Verträge gebe.

Markus Seidler sagte: „Da ist der Teufel los, wenn wir damit zu den Vereinen gehen.“ Eine Gleichbehandlung habe auch die Kommunalaufsicht angemahnt, sagte Barwisch. Hartmut Stern: „So, wie es im Moment läuft, geht’s nicht weiter.“ Schließlich beauftragten die Räte die Bürgermeisterin, mit den Vereinsvorständen zu sprechen. Stern: „Das werden keine einfachen Gespräche werden.“

Die Diskussion über die Nutzung der Bürgerhäuser in Hollfeld ist nicht neu. Schon vor mehr als drei Jahren hatte Bürgermeisterin Barwisch in einer Haushaltssitzung angekündigt, mit den Vereinsvorsitzenden sprechen zu wollen.

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