Hohe Auszeichnung für Koschyk

Der Kreis gehe mit dieser Ehrung "sehr, sehr sparsam" um, sagte Landrat Hermann Hübner. Seit dem Jahr 1977 seien lediglich vier goldene Ehrenmedaillen an die Altlandräte Josef Kohut und Klaus-Günter Dietel, sowie an den Landtagsabgeordneten Fritz Gentner und den früheren Staatsminister Simon Nüssel verliehen worden. Ausgezeichnet würden Personen, die die Entwicklung des Landkreises entscheidend geprägt hätten. So habe Koschyk in der Innenpolitik des Bundes Entscheidungen getroffen, die die Entwicklung der Kommunen maßgeblich beeinflusst hätten.

Den Landkreis um eine Million entlastet

Zwischen 2009 und 2013, als Koschyk Staatssekretär des Finanzministeriums gewesen sei, habe er für Steuererleichterungen in Höhe von 22 Milliarden Euro gesorgt und damit für einer Belebung der Konjunktur, die heute noch spürbar sei. Eine "epochale Verbesserung" für den Landkreis Bayreuth nennt Landrat Hübner die höhere Beteiligung des Bundes an den Kosten für Unterkunft und Grundsicherung für Sozialhilfeempfänger, die auch auf Koschyk zurückzuführen sei. Der Kreis spare sich seitdem jährlich über eine Million Euro.

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Koschyk habe außerdem für die Einbeziehung Bayreuths in die Franken-Sachsen-Magistrale, den Erhalt des Bundespolizeistandortes Bayreuth und die Aufstockung der Forschungsförderung für Universität und Wirtschaft gekämpft. Auf kultureller Ebene habe er unter anderem dafür gesorgt, dass die Region als Heimat von Jean Paul und Alexander von Humboldt bekannt werde. Weil er sich als Fürsprecher nationaler Minderheiten beweisen habe, nannte Hübner Koschyk einen "Friedenspolitik im großen wie im kleinen", dem die Menschen vertrauten.

Den Landkreis durchs Zeltlager entdeckt

Koschyk, der bereits Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Bayerischen Verdienstordens ist, sagte: "Ich habe mich von den Bürger nie ungerecht behandelt gefühlt". Als er die Leitmotive seines Handelns erklärte, die auf einen Rat seiner Mutter zurückgingen, stets auf Gott zu vertrauen, kamen dem 58-Jährigen die Tränen. Koschyk, der als Sohn oberschlesischer Flüchtlinge in Forchheim geboren wurde, und dessen Eltern 22 Jahre lang die dortige Jugendherberge leiteten, erinnerte sich an seinen ersten Kontakt mit seinem späteren Wahlkreis Bayreuth. Ein Zeltlager des Kreisjugendrings habe ihn erstmals an den Fichtelsee gebracht, 1994 folgte schließlich der Umzug nach Bayreuth. "Ich habe es auch ein wenig als Aufstieg empfunden, dem Fichtelgebirge näher zu kommen", so Koschyk. 1995 zog es den Abgeordneten nach Bindlach, seit 2006 wohnt er mit seiner Familie im Schloss Goldkronach.

"Global denken, lokal handeln"

Als weitere Motive seines Handelns nannte Koschyk "global denken und lokal handeln", sowie seine Erfahrungen in 15 Jahren Kreistagsarbeit. "Dort habe ich gelernt, wo die Gesetzgebung Fehler macht", so Koschyk. Als größte Bereicherung seines politischen Lebens bezeichnete Koschyk die Fülle an Menschen, die er über Parteigrenzen hinweg schätzen und lieben gelernt habe.

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Kommentare

Diese Ehrung ist meiner Meinung nach völlig überzogen! Da ehrt sich die CSU nach Gutsherrenart mal wieder gegenseitig und lobt sich für eine für mich selbstverständliche Arbeit in den Himmel. Immerhin hat Herr Koschyk 24 Jahre lang als gewählter Abgeordneter, Bundesbeauftragter und Staatssekretär stattliche Diäten für seine Arbeit erhalten. Für mich ist es absolutes MUSS, dass der Mann sich in dieser Funktion für den Wahlkreis und seine Menschen eingesetzt hat. Das war seine Arbeit, genauso wie ich für meine Arbeit mein Gehalt bekomme. Punkt. Lächerlich ist das für mich und ich werde meine Konsequenzen daraus ziehen. Gerade die CSU hat dazu beigetragen, dass die Politikverdrossenheit immer größer wird und das Vertrauen in unsere Mandatsträger weiter nach unten sinkt. Die wähle ich so schnell nicht mehr. Wird Zeit, dass unser Landrat auch endlich in den Ruhestand geht. Gebt auch ihm halt auch seine Medaille, damit Ruhe ist. Zu tränen gerührt ... Ich breche gerade weg vor lachen. Super Artikel Herr Gütling. Weiter so!
ergänzend noch: für alle Ehrenamtlichen ist diese Ehrung ein Schlag mitten ins Gesicht! Millionen verdient und dann noch dafür geehrt worden. Herr Landrat: fragen Sie mal die ganzen ehrenamtlichen Feuerwehrleute, was die so verdienen wenn sie im Einsatz sind und wie die sich für die Menschen einsetzten! Werden die auch mit der Verdienstmedaille des Landkreises ausgezeichnet? Ich bin sauer, richtig sauer ...
Man merkt's!!
Wobei ich den Koschyk als wohltuende Ausnahme empfinde. Wenn ich denke, was ein gewisser MdL Nadler an Ehrungen bekommen hat...
Unabhängig von der Geschichte mit der Bezahlung seiner Frau - was hat der geleistet?
... ja ja, der Nadler. Da war Mal was, richtig Grossvater! Der war bei der gleichen Partei wie unser Ex-Gutsherr und "Staatsmann" Koschyk. Sogar die allerletzte Medaille wird von unseren Steuergeldern bezahlt. Wahnsinn, was in unserem Land abgeht, Wahnsinn ...
Ich finde auch, dass es falsch ist, Ehrungen und Auszeichnungen an Politiker als Selbstverständlichkeit zu sehen. Basti15 hat schon recht, wenn sich damit die Ehrenamtlichen zurückgesetzt fühlen.
Es gibt sogar viele Ehrenamtliche, die nicht einmal Aufwandsentschädigungen erhalten oder sogar eigene Mittel mit einbringen für das Gemeinwohl.
In der CSU steckt halt immer noch der Geist des Herrschers und seines Untertans.
MdB Koschyk war ein guter Abgeordneter. Das sollte dabei auch erwähnt werden. Ob Landrat Hübner auch einmal geehrt wird?
Richtig Urwart! Da gab es wesentlich schlechtere Abgeordnete als Herr Koschyk. Bast15 hat hierbei Herrn Ex MdL Nadler erwähnt. Der hat wesentlich weniger für und in seinem Wahlkreis getan. Und ob Koschyk nun diese Ehrung verdient, oder nicht verdient hat, kann man sehen wie man möchte. Anscheinend gibt es Richtlinien für so eine Auszeichnung, was diese Ehrung halt auch rechtfertigen. Ob er viel, wenig getan hat für die Menschen oder ob er dabei nur seins gesehen hat, kann glaube ich keiner von uns so recht beurteilen. Aber eins stimmt definitiv. Diese selbstgefälligen Ehrungen für Politiker, egal welchen rang diese auch haben oder hatten, gehört abgeschafft. Diese Menschen dienen letztendlich dem Volke und bekommen dafür auch ihr zurrecht hohes Gehalt. Aber so ist halt das politische Geschäft. Schaut euch doch nur mal an, wer alles die bayerische Verdienstmedaille oder das Bundesverdienstkreuz bekommt. Mindestens die Hälfte der Geehrten sind ehem. oder amtierende Berufspolitiker. Die mögen es halt, wenn sie sich gegenseitig Lobhudeln und so :-) So lange sie ihren Job gut machen, ist mir das persönlich völlig egal. Und Ja Uwart. Auch der amtierende Landrat wird diese Auszeichnung eines Tages bekommen. Weil es halt einfach schon immer so war. Wir Bürger haben da leider keinen Einfluss darauf. Das macht die Politikerkaste schön unter sich aus :-)