Hochwasser: In Lessau zählt jede Minute

Water-Gate heißt die Lösung: Mit Hilfe von Leichtbauwassersperren der kanadischen Firma kann Wasser von wenigen Menschen und auch von Laien in andere Bahnen geleitet werden. In enger Absprache mit der Kommune haben die Feuerwehren des Marktes Weidenberg ein Konzept dafür erarbeitet, wie solche mobilen Hochwassersperren Lessau künftig vor derart fatalen Schäden wie nach dem Hochwasser im Jahr 2006 schützen könnten: „Wir haben uns den Flusslauf des Würgerbachs genau angesehen: Wo sind die Schadensbereiche, wo ist es problematisch“, berichtet Schmidt.

Simuliertes Hochwasser mit 25.000 Kubikmetern Wasser

Schließlich kam es im Mai zu einer Vorführung der Sperren. Mit 25.000 Kubikmetern Wasser simulierte die Wehr zu diesem Zweck ein Hochwasser, das von den etwa 50 Zentimeter hohen Barrieren abgeleitet wurde. Die Lessauer Bürger durften mithelfen. Bürgermeister Hans Wittauer, der in der Gemeinderatsitzung am Montagabend die Sperre vorstellte, zeigte sich beeindruckt. Er stellte allen Räten die mobilen Sperren im Video vor.

Bedienbar von jedermann

Die Vorteile der mobilen Hochwassersperren: Sie können auch von Laien relativ leicht bedient werden. Laut Kommandant Schmidt bedarf es dazu nur einer Einweisung. Sein Wasserführungs-Konzept für Lessau sieht vor, dass dort an mehreren Stellen mobile Hochwassersperren fest stationiert werden, so dass sie immer schnell greifbar sind. „Andere Hochwassersituationen können wir normal bekämpfen, aber in Lessau ist das Gelände ein Problem“, sagt Schmidt. Die Bürger vor Ort hingegen könnten sogar schon tätig werden, wenn es nur sein könnte, dass Wasser kommt.

Behördenweg ist unendlich lang

„Hier ist es in der Tat an der Zeit, kurzfristig und schnell zu helfen“, sagt Wittauer. Denn der eigentliche Hochwasserschutz, unter anderem durch Flurbereinigung, der den gesamten Behördenweg gehen muss, dauere unendlich lange. „Und wenn sie doch kommt?“, fragte Georg Raps (FW). „Dann steigen die Chancen noch einmal , dass dieses Produkt hält“, antwortete Wittauer.

Investition von 13.000 Euro

Letztlich entschied der Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung, das Hochwasserschutzsystem genau nach dem Konzept der Feuerwehr anzuschaffen. Dies umfasse neben den Sperren, die in Lessau direkt stationiert werden sollen, auch einen Satz für die Feuerwehr, alles zusammen kostet 13.000 Euro. Für die ordentliche Aufbewahrung in UV-beständigen Kisten sollen die Bürger verpflichtet werden – außerdem, auf Ansinnen von Klaus Trautner (BW) dazu, sich von der Feuerwehr einweisen zu lassen.

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