Hobbybrauer haben seit 25 Jahren Spaß

Wenn die Hobbybrauer am Freitag und Samstag ihren Geburtstag im Grampphof feiern, dann steht der Gramppus wieder im Mittelpunkt. Doch muss er sich die Hauptrolle dieses Mal teilen, denn eigens fürs Fest haben die Hobbybrauer ein Jubiläumsbier eingebraut, das Anna-Weizen. Zudem wird das schottische Stout McGramppus ausgeschenkt. Die Brauergemeinschaft fand sich bei einem Braukurs der Volkshochschule im März 1992 in der Lanzendorfer Schulküche zusammen. „Die drei Himmelkroner Werner Hofmann, Kurt Schoberth und Dieter Hornfeck, Volker Makowsky aus Marktschorgast und ich nahmen daran teil“, erinnert sich der Vorsitzende Peter Schoberth aus Neuenmarkt.

Bier aus original Holzfässern

In der Folge besuchten sie Aufbaukurse, schließlich wollten sie das Bierbrauen in Himmelkron wieder beleben. Denn das hat dort durchaus Tradition. Bereits 1607 ist in den Chroniken eine fürstliche Brauerei erwähnt und das Grampphaus war früher eine Klosterwirtschaft. Bis 1902 braute dort Adam Grampp. 1953 schloss die letzte von ehemals bis zu sieben Himmelkroner Brauereien. Daheim unternahmen die Männer die ersten Brauversuche. Als die Kirchengemeinde im Herbst 1993 das Grampphaus kaufte, war mit dem direkt daneben stehenden alten Pferdestall eine Braustätte in greifbarer Nähe.

Im Jahr darauf schenkten sie ihren „Stoff“ zum ersten Mal aus. „Das aus original Holzfässern ausgeschenkte Bier kam bei den Bierkennern hervorragend an“, denkt Peter Schoberth zurück. 1994 erhielt das Quintett durch die beiden Himmelkroner Reinhard Schmitt und Jürgen Hofmann Verstärkung. Die Bierliebhaber bauten in der Folge den alten Pferdestall nach und nach zu einem kleinen Sudhaus um. War mancher Sud noch in alten, holzbefeuerten Waschkesseln angesetzt worden, machten sie sich ab 1999 an die Modernisierung und Erweiterung der Brauanlage.

Zur gleichen Zeit riss die Kirchengemeinde eine alte Scheune im Grampphof ab und führte die letzten Arbeiten zur Umgestaltung des Grampphauses in ein Gemeindehaus durch.

Sudkessel mit Rührwerk gekauft

Im Jahr darauf schafften die Hobbybrauer einen Sudkessel mit Rührwerk an und bauten in den dem Sudhaus gegenüber liegenden Garagen eine Ausschankanlage ein. Am 16. März 2001 gründeten zehn Männer offiziell den Verein. Mit dem früheren Pfarrer Gerhard Welz haben sie zudem ein Ehrenmitglied. „Als Dank dafür, dass er uns von Anfang an so tatkräftig unterstützt hat, Baupläne erstellte und alles Mögliche organisierte“, erklärt Dieter Hornfeck. Er freut sich über die auch ansonsten tadellos klappende Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde. Seit 2007 bieten die Hobbybrauer über die VHS selbst Braukurse an und haben in bisher 18 Kursen rund 250 Teilnehmern das Bierbrauen näher gebracht. Jeder darf dabei seinen Sud mit nach Hause nehmen.

Doch die Aktivitäten der Hobbybrauer gehen weit über das Brauen hinaus. Vor knapp 20 Jahren führten sie in der Turnhalle einen irischen Abend durch, an dem die Gruppe „Puck Fair“ spielte. So im Schnitt alle drei Jahre richten sie eine ähnliche Veranstaltung aus, bei der deutsch-fränkisch-schottisch-irische Lieder gesungen werden. Als die Betreiber der ortsansässigen Bäckerei aus Altersgründen aufhörten, war es das Ziel der Hobbybrauer, die Brotbacktradition im Ort zu erhalten und sie gingen das Projekt Backhaus an, das sie auf dem Gelände umsetzten.

Überdachte Bühne für die Kultur

Im Grampphof bauten sie 2009 eine überdachte Bühne für Kulturveranstaltungen auf, die beim Himmelkroner Straßenfest und anderen Veranstaltungen genutzt wird. Für die 25-Jahr-Feier haben die fleißigen Handwerker das Sudhaus neu renoviert und gestrichen. Zum Jubiläum gibt es am Freitag Musik mit den „Zillertalern“ und am Samstag mit der achtköpfigen Irish-Folk-Band „Lads go Buskin“. Einlass im überdachten Grampphof ist jeweils um 18 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Am Freitag gibt es zudem einen kurzen Festkommers mit Ehrungen.

Karten sind noch erhältlich bei der Kulmbacher Bank in Himmelkron, bei der Bücherei Grampphaus und bei www.hobbybrauer-himmelkron.de

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