Hickhack auf dem Fossilienklopfplatz

"Ich bin sauer", sagt Siggi Groß. Der Grund dafür ist ein Konflikt, den er mit der Stadt Pottenstein hat. Bereits vor zwei Jahren habe ihn Bürgermeister Stefan Frühbeißer darauf hingewiesen, dass er Pläne für eine Schutzhütte auf dem Fossilienklopfplatz vorlegen soll.

Bei Regen unterstellen

Denn die Kinder müssen sich bei Regen unterstellen können. Später gab es eine Ortsbegehung mit Frühbeißer, Groß, der Baubehörde. Auch die Untere Naturschutzbehörde war dabei, weil der Platz in einem geschützten Fauna-Flora-Habitat-, kurz FFH-Gebiet, liegt. Nach dem Begehungsprotokoll sei dann der Plan für die Schutzhütte angefertigt worden.

In diesem Jahr hat Groß der Stadt den Plan vorgelegt. Groß fuhr damit auch zur Juragruppe, die einen Hochbehälter auf der Hohenmirsberger Platte hat. "Die Juragruppe hat sich vehement gesträubt, den Plan zu unterschreiben", sagt der 57-Jährige. Daraufhin gab es eine Besprechung zwischen Bürgermeister Stefan Frühbeißer, Hans Hümmer von der Juragruppe und Siggi Groß. Dort sei ihm gesagt worden, dass man den Plan so nicht umsetzen könne. "Das Ende vom Lied ist, der Plan wird nicht genehmigt und wird bis auf weiteres zurückgestellt", sagt Groß. "Da komme ich mir schon blöd vor." Er hat seinen Bauantrag daraufhin zurückgezogen.

Für geregelte Verhältnisse

Frühbeißer betont, dass die Stadt als Eigentümerin des Grundstücks, auf dem sich der Klopfplatz befindet, geregelte Verhältnisse haben will. Aber: "Unter den Voraussetzungen konnte es nicht genehmigt werden." Termine mit dem Landratsamt und der Unteren Naturschutzbehörde habe es gegeben, doch die Vorgaben seien auf dem Plan nicht eingehalten worden. Zum Beispiel, was die Abwasserbeseitigung und die Verkehrssicherungspflicht betrifft. "Er hat da schon gebaut, ohne das mit der Stadt abzustimmen", sagt Frühbeißer. Erst daraufhin gab es den Termin mit den Fachbehörden. Nur deshalb habe man eine klare Konzeption von Groß gewollt.

Groß versteht nicht, warum der Plan nicht genehmigt wurde. "Ich soll einen Plan bringen, dann bring ich einen und dann geht das hinten und vorne nicht." Schließlich sei das Konzept zusammen mit der Baubehörde am Landratsamt entstanden. Dort habe man ihm gesagt, der Plan gehe so durch.

Kein Kiosk mit Biergarten

Groß hat gehört, dass auf der Platte ein Kiosk mit Biergarten entstehen soll. Und glaubt, dass sein Konzept deshalb nicht genehmigt wurde. Stimmt nicht, sagt Bürgermeister Stefan Frühbeißer, ein Kiosk sei gar nicht geplant. „Offensichtlich hat ihm jemand einen Floh ins Ohr gesetzt.“

Die Stadt hätte Groß laut Frühbeißer ein Gebäude gegen eine symbolische Pacht hingestellt, "mitunterstützt" aus Mitteln der Stadt. Wie hoch diese Pacht hätte ausfallen sollen, darüber hat sich die Stadt noch keine Gedanken gemacht. Der Rathauschef sagt außerdem, dass Siggi Groß nicht gesagt wurde, der Plan werde so nicht genehmigt. "Sondern die Aussage war, dass klar geregelt sein muss, was mit der Abwasserbeseitigung ist."

Nun will Siggi Groß mit seinem Fossilienklopfplatz nach Gräfenberg gehen. „Zu 90 Prozent mache ich die Mücke, weil ich hier keine Zukunft habe.“ Er sagt auch: „Wenn ich das in die Hand nehme, nehme ich die Gäste mit.“ Doch erst braucht er in Gräfenberg einen passenden Platz. Bürgermeister Frühbeißer möchte aber, dass Groß bleibt: „Wir wollen ihn auf keinen Fall los haben.“

Ein paar Tage später meldet sich Bürgermeister Frühbeißer in der Redaktion, um mitzuteilen, dass er Siggi Groß auf der Landesgartenschau getroffen hat. Die beiden kamen ins Gespräch. „Er möchte nochmal mit dem Bauantrag auf uns zukommen, dass wir das ordnen können. Dann ist das Thema geklärt.“ Frühbeißer betont noch einmal: „Wir wollen nach wie vor, dass Siggi Groß den Klopfplatz betreibt.“

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