Heute beten die Frauen

Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern Menschen weltweit den Weltgebetstag. Als Weltgebetstag der Frauen etablierte sich dieser Tag. Und auch wenn inzwischen der Zusatz "Frauen" weggefallen ist, es sind immer noch die Frauen, die den Weltgebetstag gestalten und besuchen. Eine davon ist Dorothea Diller. Die Bad Berneckerin, Katholikin, gestaltet diesen Tag mit einigen anderen Frauen im Team - in Bad Berneck an zwei Terminen. Die Gottesdienstordnung für den Weltgebetstag kommt jedes Jahr aus einem anderen Land, in diesem Jahr sind das die Philippinen. In Bad Berneck gibt es daher einen Abend, an dem das Land vorgestellt wird (mit passendem Essen, diesmal zum Beispiel Linsensuppe mit Mangold, "in Ermangelung von Mangold hab ich Spinat rein, war lecker", berichtet Dorothea Diller). Und dann gibt den Gottesdienst heute Abend. Diese Termine sind konfessionsübergreifend, um die Gestaltung kümmern sich Protestanten und Katholiken abwechselnd.

Geschichtliche Entwicklung

Den Weltgebetstag der Frauen gibt es seit Beginn des 19. Jahrhunderts, in Deutschland beteiligen sich ab dem Jahr 1927 methodistische Frauen an den Gottesdiensten zum Weltgebetstag. 1949 wurde dann zur eigentlichen Geburtsstunde der Bewegung in Deutschland.

Frauen sind schneller als Männer

Frauen beten. Dorothea Diller will den Männern nicht unterstellen, keinen Zugang zum Gebet zu haben, versichert sie. Sie glaubt aber, dass Frauen eher an Gott denken und um Hilfe bitten, als dies vielleicht Männer tun. "Und es ist kein Mann jemals auf die Idee gekommen, einen Weltgebetstag für Männer zu veranstalten."

Verschiedene Formen des Gebets

Für den evangelischen Dekan Thomas Guba ist Beten die "Verbindung zu meinem himmlischen Vater". Daher durchziehen auch verschiedenste Formen des Gebets seinen Tag. Morgens ein ganz persönliches Gebet, im Gottesdienst Gebete, die alle Gottesdienstbesucher berühren würden, dann Stoßgebete wie ein Schrei in kritischen Situationen, Dankgebete, Lieder, die Gebete sind. Beten stelle für den Geistlichen die Verbindung zu Gott her, aber auch zu den Menschen, mit denen und für die er betet. "Das zeigt mir, ich bin weder allein unter den Menschen noch bin ich von Gott verlassen."

Beten für Anfänger

Guba ermuntert, mit dem Beten anzufangen. Möglichst, mit einem Gebet, das es schon gibt. Das Vaterunser biete sich dafür an. In einem zweiten Schritt kann der Anfänger im Gebet dann das vor Gott bringen, was ihm gerade wichtig ist. Auch Hilfsmittel können beim Beten helfen, sagt Diakon Matthias Bischof. Die Katholiken haben ihren Rosenkranz, etwas vergleichbares gebe es inzwischen auch bei den Protestanten, die es Perlen des Glaubens nennen. Gerade in Situationen, in denen man selbst hilflos sei, könne es helfen, auf etwas zurückzugreifen, das beim Beten hilft.

Beten Frauen nun anders? Sicher nicht besser, sagt  Diakon Bischof. Im Beten würden schließlich keine Noten verteilt. Vielleicht, meint er, beten sie eher. "Männer gehen ja auch lange nicht zum Arzt, wenn ihnen etwas fehlt", sagt er. "Ich glaube, dass Frauen beim Beten gar nichts anders machen, als wir Männer", sagt Dekan Guba. Allerdings sei doch auffällig, dass es überwiegend Frauen sind, die sich im Glauben engagieren. "Kirche wird von Frauen getragen."

Info: In Bad Berneck findet der Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen am Freitag, 3. März, um 19 Uhr in der katholischen Otto-Kirche statt.

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