Hetzjagd auf Gruppe von Rehen

„Ich bin ein Naturfreund und ich erfreue mich mehrmals in der Woche an den Rehen“, sagt der Anwohner. Wo könne man auf freiem Gelände und in unmittelbarer Nähe einen solch tollen Anblick haben? Doch er hat auch Negatives beobachtet. Die Harsdorfer Au werde gern von Hundehaltern als Auslauf genutzt. Auch er habe schon gesehen, wie Hunde eine ganze Gruppe Rehe jagen. „Da können das Frauchen oder Herrchen rufen wie sie wollen, in dem Moment hat der Hund seinen Jagdtrieb wieder gefunden“, berichtet Eichner. Er versteht das nicht. „Wenn die Hundeliebhaber dieses große Areal schon zum Ausführen nutzen, und man sieht die vielen Rehe schon von Weitem, kann man da seine Hunde nicht für eine gewisse Strecke an die Leine legen?“, fragt Eichner.

Ein paar Unverbesserliche

„Diese paar Unverbesserlichen machen sich über solche wunderbaren Naturschönheiten nicht die geringsten Gedanken“, bedauert er. Seine Frau Heidrun habe vor kurzem beobachtet, wie eine Spaziergängerin mit ihrem weißen Hund in der Au war und ihn von der Leine ließ. Die Hundebesitzerin habe mit Sicherheit die vielen Rehe in etwa 200 Meter Entfernung gesehen. „Der Hund witterte sie und jagte die ganze Herde durch die Au“, schildert Eichner. „Und so etwas soll man nicht unterbinden können?“ Vor ein paar Jahren sei in in der Gruppe auch ein weißes Reh gewesen, Eichner hatte es sogar fotografiert. Dieses weiße Reh sei dann bei Pechgraben von einem Hund gerissen worden.

Bürgermeister: Leinenpflicht schwierig

Bürgermeister Günther Hübner erklärt, eine generelle Leinenpflicht in der Natur sei schwierig. Entsprechende Anordnungen seien nur in bewohnten Gebiet möglich. „Wir können nur an die Vernunft appellieren, die Hunde in der Harsdorfer Au an die Leine zu nehmen“, sagt Hübner. Entsprechende Appelle habe er schon mehrmals in der gemeindlichen Bürgerinformation veröffentlicht. Ein Teil der Hundebesitzer halte sich daran, ein anderer Teil eben nicht. Dieses Problem werde seit Jahren im Gemeinderat diskutiert. Hübner hält es für denkbar, ein Hinweisschild aufzustellen, auf dem die Tierbesitzer gebeten werden, ihre Hunde an die Leine zu nehmen.

Jagdpächter appelliert an Vernunft

Jagdpächter Helmut Hofmann, der selbst im Gemeinderat sitzt, hält eine Leinenpflicht in freier Natur ebenfalls für nicht durchsetzbar. „Es gibt ein freies Betretungsrecht“, fügt er hinzu. Auch er appelliert an die Vernunft der Hundebesitzer. Spreche er diese an, reagierten manche mit Unverständnis und erwiderten, das gehe ihn, Hofmann, nichts an . Wenn er beobachte, dass ein Hund ein Reh hetzt, melde er das dem Landratsamt in Kulmbach. Das schreibe dem Besitzer einen Brief und weise darauf hin, dass der Jagdpächter berechtigt sei, wildernde Hunde zu erlegen. Hofmann macht die Unruhe im Wald dafür verantwortlich, dass sich Rehe in Gruppen auf freien Flächen versammeln. Er hat schon Gruppen mit mehr als 30 Tieren beobachtet. Auch in Neudrossenfeld gibt es dieses Phänomen.

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Kommentare

Es gibt sowieso viel zu viele Rehe!!!! Anscheinend können unsere Jäger den Bestand nicht mehr kontrollieren!!!!
Wie kommen Sie den darauf??
Ich würde zum einen gerne wissen, wie Sie den Bestand zählen. Und zum anderen warum ein Jäger den Rehbestand nicht mehr kontrollieren können sollte. Aus einem Hochstand am Waldrand auf kurze Entfernung ein Reh zu erlegen, ist ja nun keine besonders schwierige Aufgabe.
Wo ist das Problem? Die Lösung steht doch schon im Artikel ("...dass der Jagdpächter berechtigt sei, wildernde Hunde zu erlegen.") Der Jagdpächter sollte hin und wieder sein Recht ausüben statt Briefe zu schreiben.
sehe ich auch so;
wenn da mal 1 - 3 "Wilderer" erlegt sind gibt's ein großen Geschrei bei den "tierliebenden" Hundeführern;
das Problem wird sich sehr vermindern.
Jäger schreibt an Landratsamt, Landratsamt schreibt ein Hundehalter ............. die Arbeit kann man sich sparen; Hundehalter wird in den meisten Fällen nicht bekannt sein; und wo bekannt wird der darüber lachen, und behaupten "meiner wars nicht ......."
Schade, dass durch solche Ignoranten immer ein schlechtes Licht auf alle Hundehalter fällt.
Na wenn Hunde wildern sollte der Jagdpächter reagieren und seine Arbeit tun statt Briefe schreiben zu lassen.
Weder die Hunde noch der Jagdpächter sind das Problem! An die Vernunft und Einsichtigkeit so mancher Hundebesitzer appellieren? Da kann man sich dann doch besser mit den Rehen unterhalten... denn die hören wenigstens zu!!!
Es gibt meines Wissens nach immer mehr Hunde, warum auch immer. Was tragen denn die Gemeinden dazu bei, diese Entwicklung auch im positiven Sinne zu begleiten?
Kottüten und Abfallbehälter sind schon ein guter Anfang, aber Hunde wollen und müssen auch Freilauf haben.