Herbst treibt Stechmücken ins Haus

Auch Stechmücken spürten, dass Herbst wird, erklärte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg.

Die gute Nachricht ist: «Die suchen keine Blutmahlzeit mehr.» Für begattete Hausmückenweibchen gehe es nun vielmehr um die Suche nach Orten zum Überwintern. Insgesamt gebe es 50 Stechmückenarten in Deutschland.

Die Hölle

Im August und Anfang September sei bei Hausmücken traditionell die maximale Population erreicht, so Walther. Und nach diesem regenreichen Sommer gibt es besonders viele Exemplare: «Es ist die Hölle», sagte die Mückenexpertin - aus eigener Erfahrung: Noch nie habe sie im eigenen Haus so viele Mücken gehabt.

Nicht nur die Berliner und Brandenburger stöhnten: «Letztendlich tobt derzeit überall die Mücke.» 

Winterruhe

Hausmückenweibchen wüssten aber angesichts der Witterung, dass sich die Eiablage nicht mehr lohnt. Stattdessen zögen sie sich in Gebäude zurück, um in eine Art Winterruhe zu verfallen.

Erst bei wärmeren Temperaturen im Frühjahr würden sie wieder aktiv und stellten den Grundstein der nächsten Generation. Als Verstecke würden kühle und geschützte Stellen bevorzugt, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Wildtierstiftung.

Männchen sterben früher

Männchen hingegen erleben den Winter nicht, sie sterben vorher. Sie stechen ohnehin nicht - nur die Weibchen benötigen Blut zur Eireifung. Die meisten Arten überwintern nach Stiftungsangaben im Ei-Stadium, zum Beispiel in Schlamm.

Auch wenn sich die Mückensaison nun dem Ende zuneigt: Doreen Walther ruft weiter dazu auf, tote - aber nicht zerquetschte - Mücken für den Mückenatlas einzusenden. Für das Projekt sammelt Walther seit 2012 Daten zur Verbreitung von Stechmücken in Deutschland.

dpa

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Montag, 13. November 2017 - 11:06