Helfer leisten unermüdlich Hilfe

„Diesen vielen freiwilligen Helfern können wir gar nicht genug danken“, sagt Oberbürgermeister Henry Schramm sichtlich beeindruckt von der großen Leistung, die rund 400 Helfer von Feuerwehr, BRK, Wasserwacht und DLRG bis hin zum Technischen Hilfswerk für die Betroffenen erbracht haben. „Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sich unsere Rettungskräfte den Fluten entgegengestellt haben.“ Herausgerissene Kanaldeckel mussten wieder in ihre Fassungen gehoben werden, um Gefahren für Autofahrer und Fußgänger abzuwenden. Menschenketten wurden gebildet, um Wasser zu schöpfen; Pumpen installiert, um die Wassermassen aus Kellern und Geschäften in der Innenstadt zu holen. „Das alles lief schnell und problemlos ab“, sagt Schramm voller Anerkennung für die Hilfskräfte.

Alle Hände voll zu tun

Koordiniert wurden die bisher erfassten 130 Einsätze binnen kürzester Zeit von der Integrierten Rettungsleitstelle (ILS) Bayreuth-Kulmbach. Deren Kräfte hatten am Samstag alle Hände voll tun. Leitstellenleiter Markus Ruckdeschel kann sich dabei nicht nur auf sein Team, sondern auch auf ausgeklügelte Notfallpläne verlassen, die in Fällen wie diesem greifen. Am Samstag waren bis gegen 16 Uhr vier Personen und eine aus dem Unterstützungsdienst in der ILS. Dann kam die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Bereits nach 30 Minuten war die Besetzung der Stufe 3 umgesetzt. Die Kräfte in der ILS wurden dringend gebraucht: 130 Einsätze binnen kurzer Zeit zu koordinieren und die richtige Anzahl von Helfern an den Ort des Geschehens zu schicken, ist ein Kraftakt. Allerdings einer, der auch von einer voll besetzten Leitstelle nicht allein bewältigt werden kann. Deswegen übernimmt die dem Landratsamt unterstellte örtliche Unterstützungsgruppe die Bearbeitung aller Einsätze, die nicht lebensbedrohlich oder zeitkritisch sind. Das war auch am Samstag so. In der Kulmbacher Feuerwache machten sich weitere ehrenamtliche Kräfte ans Werk, um die per Fax von der ILS übermittelten „kleineren“ Einsätze zu bearbeiten. „Das entlastet uns in der Leitstelle ungemein“, macht Markus Ruckdeschel deutlich. Auch er weiß die gute Verzahnung zwischen Haupt- und Ehrenamt zu schätzen und ist den ehrenamtlichen Helfern sehr dankbar: „Das sind hoch engagierte Leute, die am Samstag wieder eine Superarbeit gemacht haben. Dafür sind wir allen zu Dank verpflichtet. Das muss man auch mal öffentlich sagen.“

Gäste entzünden Kerzen

Als das Wasser im Keller fast bis zur Decke stand und im ganzen Haus der Strom ausgefallen war, gab es kurzzeitig Überlegungen, das mit 125 Gästen voll belegte Achat-Plaza-Hotel in der Luitpoldstraße zu evakuieren. Das Hauptproblem: Weil die Gäste kein Licht hatten, behalfen sie sich in vielen Zimmern mit Kerzen. Doch der Stromausfall hatte auch die Brandmeldeanlage lahmgelegt. Das barg weitere Gefahren angesichts der besonderen Umstände. Aber schließlich gelang es doch noch einem Elektriker, das Licht im Haus wieder funktionstüchtig zu machen. Die bereits begonnen Evakuierungspläne konnten zur Seite gelegt werden. Allerdings sind die Schäden an dem inzwischen geräumten Hotel immens. Vorerst wird das Achat-Plaza keine Zimmer vermieten können. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist ebenso unklar wie die Höhe des Schadens. Etliche Hunderttausend Euro, wenn nicht mehr, werden wohl allein in dem Hotel und der darin ebenfalls angesiedelten Massagepraxis Hollweg zusammenkommen. Aus dem netten Abend, den sich die 125 Gäste am Wochenende in Kulmbach machen wollten, ist nichts geworden.

Wasser steht bis zur Decke

Nach dem schweren Gewitterregen am Samstagnachmittag liefen die Keller voll, fast bis zur Decke. Das konnten auch die zahlreichen Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk nicht mehr verhindern. Auch das BRK war wegen der Überlegungen, das Hotel zu evakuieren, mit in den Einsatz eingebunden worden. Die Wassermassen waren durch die Kanalisation in den Keller des Hotels gedrückt worden. Das Hotel bleibt bis auf weiteres geschlossen.

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