Heiße Diskussion um Feuerwehrhaus-Planung

Man habe sich in den vergangenen Wochen mit dem weiteren Vorgehen und den Grundlagen befasst“, sagt der dritte Bürgermeister Klaus Jaunich (CSU) am Montagabend. Jaunich, Leiter der Lenkungsgruppe, sagt auch: Die erste Skizze aus dem Kreis der Feuerwehr, wie das Feuerwehrhaus künftig aussehen sollte, habe „ja schon fast Entwurfscharakter“.

Mehrere Feuerwehrhäuser angeschaut

Die Gruppe habe sich mehrere Feuerwehrhäuser angeschaut und wolle deshalb dem Gremium vorschlagen, „eine Architektengemeinschaft vorzuschlagen, die mit der Entwurfsplanung beauftragt werden kann“. Die Architekten hätten einschlägige Erfahrung. Der Kemnather Architekt Günther Lenk etwa habe das Feuerwehrhaus in Eschenbach geplant, das der Lenkungsgruppe zugesagt habe. „Wir haben örtliche Architekten dazugeholt, die beispielsweise das Feuerwehrhaus in Waischenfeld geplant haben.“ Deshalb der Plan der Lenkungsgruppe: Die Architekten Lenk, Berthold Just – Vorsitzender der CSU-Fraktion und Architekt – sowie der Bindlacher Architekt Hansjörg König sollen gemeinsam „eine Entwurfsplanung und eine Kostenrechnung aufstellen, damit wir wissen, was auf uns zukommen wird“.

Architekten sollten sich vorstellen

Ein Vorgehen, das nicht nur Xenia Keil (SPD) sauer aufstieß. „Ich bin verwundert“, sagt Keil. „Geplant war, dass der Ausschuss zwei bis drei Architekten aussucht, die sich mit ihrer Planung in einer Gemeinderatssitzung vorstellen. Wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt“, monierte die Gemeinderätin. Der Öffentlichkeit gegenüber sei das alles andere als transparent. Ähnlich sieht das Jürgen Masel (SPD): Er erkenne zwar an, dass sich der Ausschuss „viel Arbeit gemacht“ habe, aber da es sich „um ein 4,5-Millionen-Projekt handelt, müssen sich die Architekten vorstellen“.

Anders als die Beschlusslage

Jaunichs Einwurf, „dass wir das mit dem Ausschuss ja dann gar nicht hätten machen müssen“, kontern Helmut Steininger (SPD) und Alfred Lautner (WG): Beschlusslage im Februar sei gewesen, dass der Arbeitskreis die Architekten, die sich auf die Ausschreibung der Gemeinde hin bewerben, auswählen soll. Diese Architekten hätten sich dann mit ihren Ideen im Gemeinderat vorzustellen.

"Haben einen Formfehler gemacht"

Jaunich: „Dann haben wir einen Formfehler gemacht.“ Aber, versucht Jaunich den Befreiungsschlag: „Es geht hier ja um die Leistungsphase drei. Um die vorbereitende Planung. Es wäre gut, wenn die Architekten die Entwurfsplanung machen könnten.“

Die Zeit drängt

Eine Zwickmühle für den Gemeinderat, denn: die Zeit drängt. Deshalb die Empfehlung von Stefanie Kolanus (CSU): „Man hätte das besser erklären müssen im Vortrag. Aber wir müssen jetzt darüber abstimmen, dass es weiter geht.“ Das sei der richtige Weg, sagt Bürgermeister Gerald Kolb (WG): Das A und O ist: Wir müssen wissen, was die Regierung fördern kann.Wir haben zwar etwas anderes beschlossen, aber mein Anspruch ist, dass wir bis Ende des Jahres eine Planung haben. Ich möchte 2018 mit dem Bau beginnen.“ Dazu sei es nötig, sagt Kolb auf Nachfrage von Neithard Prell (WG), eine Kostenplanung zu haben, denn: „Das Gebäude wird ein Zweckbau in Industriebauweise. Das Wichtige ist die Einrichtung, die man braucht.“

Europaweite Ausschreibung steht im Raum

Außerdem, sagt Kämmerer Roland Lerner, brauche man sich im Gremium keine Gedanken machen: „Wenn wir die Schwelle von 209.000 Euro überschreiten“, was das Architektenhonorar für den Bau angehe, „müssen wir ohnehin eine europaweite Ausschreibung machen. Wenn wir die Planung bis zum Schluss vergebe, könnten wir Probleme bekommen“.

Kolb räumt ein, man habe „im Februar in der Sitzung einen Beschluss gefasst, der unterschiedlich aufgefasst werden kann“. Deshalb gab er, einem Vorschlag von Prell folgend, die Empfehlung, „in Abänderung des Beschlusses im Februar“ zu beschließen, die Entwurfsplanung samt Kostenberechnung an die von der Lenkungsgruppe vorgeschlagenen Architekten zu vergeben. Eine Empfehlung, der sich der Gemeinderat einstimmig anschloss.

Die Vorgeschichte der Planung

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