Heinz Biersack schließt seinen Laden

Nach dem Unfalltod seiner Schwester Erika Kausler, die zehn Jahre lang den Quelle-Shop führte, stieg Heinz Biersack im Februar 1983 in die Geschäftswelt Auerbachs – unweit der Ampelkreuzung ein. Zuvor hatte der Sassenreuther als Bezirksleiter im Außendienst bei Quelle eine gute Anstellung. Zunächst wurde der Laden renoviert und ein neues großes Schaufenster installiert. Hier konnten die Kunden eine reiche Auswahl an Fotoapparaten in Augenschein nehmen und sich von Heinz Biersack beraten lassen.

Fotogeschäft rückläufig

„Seit Quelle vor sechs Jahren dicht gemacht hat, war das Fotogeschäft sehr rückläufig, was anscheinend mit den Internet-Einkäufen zusammenhängt,“ resümiert Biersack. Er habe sich die neueste Ausrüstung angeschafft und auch viele Bilder und Passfotos samt Entwicklung und später digital angefertigt. Früher habe er für Kunden nach der Bebilderung in den Katalogen sehr viele Möbel, besonders auch Küchen bestellt, samt gebotenem Service mit Lieferung und Aufbau. „Da wächst man hinein und es hat mir viel Spaß gemacht. Ich besuchte Kurse und Ausbildungen und habe verschiedene Zertifizierungen erhalten. Denn ohne Zertifikat kann man heute nicht einmal mehr einen Kaffeeautomaten verkaufen.“

Apparate auf Lager

Im Agenturladen sind alle Fotoapparat-Marken auf Lager oder können in kürzester Zeit nach der Bestellung erworben werden. Besorgt wurden Elektrogroßgeräte über den Großhandel, aber auch Klein- und Großelektro-Hausgeräte. Jede Menge Fotoalben, aber auch Schmuck, vorwiegend Silber- und Modeschmuck, Wanduhren und vieles mehr füllen derzeit noch die Nischen der weißen Regale. All die Jahre war Ehefrau Rosi eine eifrige Mitarbeiterin in der Agentur. Wegen des massiven Umsatzrückgangs und seines 60. Geburtstages möchte der Sassenreuther nur noch bis zum 30. Juni hinter der Ladentheke stehen. Seinen Weinhandel allerdings möchte er in Sassenreuth weiterbetreiben. Neben dem Umsatzrückgang nervten Biersack auch noch die erschwerenden Spitzfindigkeiten des Finanzamtes. Die Gewerbeabmeldung ist schon erfolgt.

Als Tenor  im Chor

In sehr guter Erinnerung sind dem frisch gebackenen Sechziger die Auerbacher Kunden, die ihn von Anfang an akzeptiert haben. Auf das Thema der möglichen künftigen Langeweile angesprochen, lächelt Biersack nur. Er ist nämlich seit einiger Zeit Mitglied beim MGV 1884 Auerbach und verstärkt als Tenor den Chor. Früher sang der Sassenreuther 27 Jahre lang beim Kirchenchor in Kirchenthumbach. Dieser wurde leider aufgelöst. „Singen ist meine Freud“, so Biersack und möchte bei der nächsten Chorprobe des MGV noch auf seinen runden Geburtstag anstoßen, Mit seinen Motorradfreunden will er in der Toskana nachfeiern. Ansonsten freut er sich auf mehr Zeit mit seinen Enkeln. Zudem richtet Biersack seinen Erzählungen nach pro Heizperiode 50 Ster Holz für sein Haus mit zwei Mietwohnungen in Sassenreuth.

Nicht bewertet

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