Heinersreuth: Partygäste unerwünscht

Die Bedenken der Anwohner: Noch mehr Lärm als sowieso schon herrscht. Denn an den Sportplatz grenzen die Schule, der Kindergarten, das Vereinsheim der Geflügelzüchter, die Schieß- und Kegelbahn und ein Allwettersportplatz an. Dazu ein Parkplatz, auf dem sich abends junge Leute treffen, um ihn zugemüllt wieder zu verlassen. Entsprechend sind die Anwohner der Meinung: "Alles konzentriert sich dort. Muss da auch noch ein Festplatz hin?"

Einmal im Jahr ein Fest

Bürgermeisterin Simone Kirschner (CSU) relativiert den Begriff Festplatz. Es gehe darum, den Heinersreuther Vereinen die Möglichkeit zu bieten, einmal im Jahr ein gemeinsames Fest auszurichten. Allerdings zeitgemäß: mit Strom- und Wasseranschluss. In erster Linie sollte der alte Sportplatz aber mit Spielgeräten ausgestattet werden. Mit welchen, darüber sei noch zu reden. Aber der Spielplatz an der benachbarten Denzenlohestraße soll umziehen. Weil er am alten Standort nur noch wenig genutzt werde, weil Spielgeräte wie die Rutsche aus Sicherheitsgründen schon entfernt werden mussten und weil Tiefbaumaßnahmen nötig seien. Die Wurzeln des Weidenlabyrinths des Obst- und Gartenbauvereins hätten schließlich schon den Kanal beschädigt, sagt Kirschner. Und die Bürgermeisterin hält den Anwohnern entgegen: "Am alten Sportplatz findet Leben statt. Eine Fläche am Rand der Bebauung, wo kein Mensch aufpasst, kommt nicht in Frage."

"Ich kann nur davor warnen"

Dass auch die Vereine dort feiern sollen, das ist die Idee von Jürgen Weigel (SPD), einem der stellvertretenden Bürgermeister von Heinersreuth. Heinersreuth soll einen Platz bekommen wie den Dorfpark im Ortsteil Altenplos. Und damit ein Fest wie das Dorfparkfest. Ziel ist es, die Heinersreuther Vereine zusammenzubringen, sagt auch Norbert Eichler (SPD). Unter den Sozialdemokraten ist das Projekt aber keinesfalls unumstritten. Altbürgermeister Hans Dötsch spricht sich dagegen aus. Für Kinder gebe es dort jetzt schon genügend Spielmöglichkeiten. "Ich kann nur davor warnen, etwas gegen den Widerstand der Anwohner zu tun", sagt er. Und den Tag, an dem die Heinersreuther Vereine etwas gemeinsam machen, den sehe er noch lange nicht gekommen.

"Wir stellen unseren Ruf aufs Spiel"

Ganz anders sieht das Werner Kauper, Fraktionssprecher der CSU. Mit dem Verweis auf Lärmbelästigung könne man ja jedes Projekt vom Tisch fegen. Die Gemeinde brauche Treffpunkte. Erst vor drei Monaten hatte Kauper einen Gemeinschaftsraum für den Ortsteil Cottenbach gefordert, war aber an den Fraktionen von SPD und Freien Wählern gescheitert. Diesmal sagt Kauper: "Wir haben am alten Sportplatz bereits ein Kinderzentrum, warum sollten wir das nicht nutzen? Wir stellen unseren Ruf als familienfreundliche Gemeinde aufs Spiel."

Jens Kronefeld (CSU) spricht sich dafür aus, die Pläne von einem Spiel- und Festplatz an der Schule zu verwirklichen und die Anwohner dafür von anderen Lärmquellen zu befreien. "Warum wird dort noch gebolzt und nicht längst auf dem Gelände des SV Heinersreuth?", fragt der Gemeinderat. "Und warum haben wir dort in diesem Winter eine Eislauffläche, wo es doch schon zwei in der Gemeinde gibt?"

Nur einer stimmt dagegen

Dann erteilen die Gemeinderäte der Bauverwaltung grünes Licht. Der Spiel- und Festplatz darf weiter geplant werden. Nur einer stimmt dagegen: Altbürgermeister Hans Dötsch. In welchem Umfang der Platz umgestaltet wird, soll erst noch besprochen werden. Wenn klar ist, welche Investitionen der Haushalt der Gemeinde in diesem Jahr überhaupt zulässt.

Nicht bewertet

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Kommentare

Wie meistens bei Gütling: Inhalt in Ordnung, Überschrift passt nicht dazu
Ach Herr Weise. Wir können auch lange um den heißen Brei herum reden, wie Sie das gerne tun um es jedem Recht zu machen. Oder wir sagen, wie es ist: Die Anwohner am künftigen Festplatz wollen keine Feierei vor ihrer Haustüre. Das - und dass es ihnen dort heute schon zu laut ist - haben sie im Gemeinderat gesagt. Gruß, Thorsten Gütling.
Wie meistens in Heinersreuth...alle dafür...Altbürgermeister Dötsch dagegen.
>Nur einer stimmt dagegen: Altbürgermeister Hans Dötsch.<

Warum wohl?
Wenn ich Dötsch wäre, würde ich mein Rentnerdasein genießen. Alles hat seine Zeit!
Nuna, Herr Dötsch findet es vermutlich auch gut, dass die SPD jährlich in Altenplos einen Alu-Fahnenmasten auf dem Parkplatz vor dem Lärmschutzwall an der Mehrzweckhalle als Maibaum aufstellt.
Der versteht was vom dörflichen Leben!