Heiders Hammer sichert EHC-Sieg

Der gefeierte Held war Martin Heider. 14 Sekunden waren noch zu spielen, als der Verteidiger kompromisslos abzog und den Puck zum 2:1 ins Rosenheimer Tor hämmerte. Doch bis die EHC-Fans wirklich feiern konnten, dauerte es noch etwas. Erst nach dem Videobeweis fand der Treffer Anerkennung. Jetzt brandete lauter Jubel auf, die Tigers hatten sich für eine fulminante Schlussoffensive belohnt.

Ab der 50. Minute – es stand 0:1 – spielten die Hausherren mit viel Zug nach vorne, angeführt vom starken Felix Linden rannten sie mit aller Macht an. Zwar kam nicht jeder Pass an, doch waren die Tigers aggressiv und ließen den Gästen kaum Zeit zum Durchatmen. Der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit: Ivan Kolozvary schaltete in der 56. Minute am schnellsten und erzielte das 1:1. Und die klar konditionsstärkeren Bayreuther ließen auch danach nicht nach und verdienten sich so den Sieg.

Positiven Trend fortgesetzt

Ein Schlüssel zum Erfolg war auch die Defensivleistung. Zwar half in einigen Situationen das Glück etwas mit, doch der positive Trend in der Gegentorbilanz wurde fortgesetzt. Ließen die Bayreuther am vergangenen Wochenende nur zwei Treffer pro Partie zu, war es diesmal nur einer. „Es ist immer glücklich, wenn man so spät das Siegtor erzielt“, sagte EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Aber wir haben zum Schluss sehr viel Druck ausgeübt. Ich bin sehr froh über diese ganz wichtigen drei Punkte.“

Die große Freude hing wohl auch damit zusammen, dass zwischen der 21. und 49. Minute nicht viel im Bayreuther Spiel klappte. Es gelang in dieser Phase nicht, die Rosenheimer Defensive in Bedrängnis zu bringen. Häufig gab es schon Fehlpässe oder schlechte Puckannahmen, bevor die Tigers im gegnerischen Drittel waren. Die ordnende Hand im Spielaufbau fehlte. Hier wurde der erkrankte Amerikaner David Wohlberg – für ihn rutschte Fedor Kolupaylo ins Team – schmerzlich vermisst.

„Wir waren im Mitteldrittel eigentlich immer einen Schritt zu spät dran“, sagte Waßmiller. So kontrollierte Rosenheim in dieser Phase die Partie und kam häufig zum Abschluss. Richtig klare Chancen waren aber selten. Wenn EHC-Torwart Tomas Vosvrda gefordert wurde, war er auch zur Stelle. So verhinderte er unter anderem bei bei zwei Alleingängen (29. und 40.) einen Treffer der Oberbayern.

Ausgeglichene Partie im ersten Abschnitt

Im ersten Spielabschnitt begegneten sich die Teams auf Augenhöhe. Beide Mannschaften gingen hohes Tempo, überbrückten schnell die neutrale Zone und legten den Vorwärtsgang ein. Als der durchgebrochene Tyler McNeely (6.) nur durch ein Foul zu stoppen war, gab es Penalty. Vosvrda blieb lange stehen und parierte.

Danach folgte eine Drangphase des EHC, doch das erste Tor machten die Gäste – und es war aus EHC-Sicht ein vermeidbares. Michael Rohner (13.) umkurvte das Tor, ohne groß gestört zu werden, und überraschte Vosvrda im kurzen Eck. Nur wenige Sekunden später trafen die Rosenheimer den Pfosten.

Danach Aufregung vor dem anderen Tor: Kolupaylo (15.) scheiterte bei einem Konter in Unterzahl an SB-Torwart Timo Herden. Auch weil er von einem Gegenspieler attackiert wurde. Lautstark forderten die Zuschauer Penalty, allerdings wäre das eine sehr harte Entscheidung gewesen. So blieb es beim 0:1 nach 20 Minuten, die etwas clevere Mannschaft führte verdient – doch die Führung hielt nur bis zur 56. Minute.

EHC Bayreuth:Vosvrda – Linden, Heider; Potac, Mayer; Pavlu, Kasten; Neher – Podzins, Stas, Kolupaylo; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, S. Busch, V. Busch; Kuhn, Fröhlich, Rypar.

SB Rosenheim:Herden – Burt, Kronthaler; Lindlbauer, Veisert; Rohner, Nowak; Gottwald - Scofield, McNeely, Lewis; Edfelder, Gibson, Baindl; Vollmayer, Classen, Tausch; Wenzel.

Tore:0:1 (13.) Rohner (Classen), 1:1 (56.) Kolozvary (Mayer, Bartosch), 2:1 (60.) Heider (Kolupaylo, Podzins);

Strafminuten:Bayreuth 16 + 10 gegen Kolupaylo, Rosenheim 10 + 10 gegen Tausch;

Zuschauer: 1927;

SR:Müns, Fauerbach, Ruhnau.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

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