Haug-Gastspiel auf der Mitteldistanz

Statt dessen gibt die frühere Vizeweltmeisterin auf der olympischen Distanz ein Gastspiel auf der Mitteldistanz und geht beim Ironman 70.3 auf Lanzarote an. den Start. Dabei kommt es auch zu einem reizvollen Vergleich mit der Neu-Bayreutherin Svenja Thös, die auf diese Wettkampfform mit 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 km Rad fahren und Halbmarathonlauf spezialisiert ist.

Ein Jahr um Neues zu probieren

Dieser Schritt passt zur Marschroute von Anne Haug für das laufende Jahr und auch noch 2018, Neues auszuprobieren und sich nicht unter Erwartungsdruck zu setzen. Auf konkrete Ziele für die angestammte Kurzdistanz will sie sich nicht festlegen: „Mein großes Ziel ist, wieder topfit und gesundheitlich hundertprozentig stabil zu werden. Daher habe ich zwar sicherlich schon eine genaue Vorstellung meiner Ziele, möchte aber erst 2017 gut abschließen und abwarten, ob alles so läuft, wie theoretisch geplant.“

Gute Erfahrungen auf ungewohntem Gebiet hat die aktuell am Olympiastützpunkt in Saarbrücken wohnende und bei Dan Lorang trainierende Bayreutherin bereits gemacht, als sie nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro beim Debüt als Marathonläuferin in Frankfurt auf Anhieb eine starke Leistung abrufen konnte. „Der Frankfurt Marathon war ein super Erlebnis für mich. Es war ein sehr spontaner Entschluss von mir, und ich war mehr als überrascht, dass so eine Zeit in so kurzer Vorbereitung überhaupt möglich ist“, sagt Anne Haug. „Aber vielleicht war das auch ein Vorteil. So hatte ich überhaupt keine großen Erwartungen an mich selbst und bin einfach mal unbefangen losgelaufen.“

"Fokus bleibt auf Triathlon"

Ans Umsatteln denkt sie deswegen aber nicht. „Der Fokus liegt auch zukünftig ganz klar auf dem Triathlonsport.“ Wenn es aber die Vorbereitung zulässt und es in die Trainingsplanung passt, sei auch künftig die Teilnahme an Laufveranstaltungen denkbar. Bekanntlich hat sich Anne Haug auch schon in Bayreuth als Gewinnerin bei Maisel`s FunRun hervorgetan.

Noch sieht sich Anne Haug im Neuaufbau, nachdem sie Anfang dieses Jahres durch einen Ermüdungsbruch an der Hüfte außer Gefecht gesetzt worden war. „Ein halbes Jahr konnte ich nur ohne Beinschlag Schwimmen. So etwas ist immer Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil man als Athlet Sport machen will und es nichts Schlimmeres gibt, als zu warten und anderen beim Trainieren zuzuschauen. Segen, da man Zeit hat, Dinge zu reflektieren und danach besser oder anders zu machen“, sagt Haug.

Gewohnte Verhältnisse auf Lanzarote

Nun will sich die zweimalige Olympia-Teilnehmerin als auf der 70.3-Distanz versuchen. Das Rennen auf Lanzarote biete sich dafür an: „Durch ein Sponsoring mit dem örtlichen Sportclub La Santa bin ich sehr oft auf Lanzarote. Dort habe ich die perfekten Trainingsbedingungen und die Landschaft lieben gelernt. Ich mag sehr bergige, schwere Kurse und denke, das wird eine super Herausforderung.“

Wie es danach weitergeht, will sie abhängig von Ihrer körperlichen Verfassung entscheiden. Einige weitere Wettkämpfe sollen im Jahr 2017 aber auf jeden Fall noch folgen.

5 (2 Stimmen)

Anzeige

Montag, 13. November 2017 - 11:06