Haspo zum Gipfeltreffen nach Erlangen

Die Bayreuther gehen mit einem Rückstand von fünf Punkten ins Rennen, und da liegt die Ausgangslage auf der Hand: „Nur ein Sieg hilft uns weiter, und dafür werden wir auch bereit sein“, zeigt sich Haspo-Trainer Marc Brückner vor dem Gipfeltreffen zuversichtlich. Das nötige Rüstzeug für den Auswärtssieg wurde mit zahlreichen Trainingseinheiten nach Weihnachten erarbeitet. „Wir haben verhältnismäßig viel trainiert, um die Abläufe in Abwehr und Angriff weiter zu perfektionieren“, erklärt Brückner den hohen Trainingsaufwand seiner Mannschaft.

Gastgeber mit der weitaus höchsten Torausbeute

Vor allem auf seine Abwehr wird viel Arbeit zukommen, denn sie steht dem mit Abstand besten Angriff der Bayernliga gegenüber. Schon 405 Treffer hat der TV Erlangen-Bruck erzielt, was einem überaus eindrucksvollen Schnitt von fast 34 pro Spiel entspricht. Zum Vergleich: Den zweiten Platz in dieser Statistik belegt der VfL Günzburg mit „nur“ 370 Toren – und der hat sogar schon ein Spiel mehr absolviert. Dafür kann Haspo allerdings eine der besten Abwehrreihen entgegensetzen: Die 295 Gegentreffer der Bayreuther werden nur von der DJK Waldbüttelbrunn (294) noch hauchdünn unterboten.

Die Siegesserie des TV Erlangen-Bruck ist besonders beeindruckend, weil er die vergangene Saison auf Rang elf abschloss. Damals sammelte er in der gesamten Spielzeit drei Punkte weniger als er jetzt schon auf dem Konto hat. Dabei hat sich der Kader der Mittelfranken kaum verändert. Die Leistungsträger im Team von Trainer Ben Ljevar sind immer noch die gleichen. Allen voran der auf allen drei Rückraumpositionen gefährliche Steffan Meyer spielt in der aktuellen Saison richtig groß auf. Mit 101 Treffern führt der irische Nationalspieler die Torschützenliste der Bayernliga mit großem Abstand an. Zudem hat er im flinken Spielmacher Philipp Hirning einen kongenialen Nebenmann. Mit dem Ex-Auerbacher Lars Goebel im Tor und dem ab und an aushelfenden Ex-Bundesligaspieler Bastian Krämer kann zudem auch die Erlanger Defensive für jeden Gegner unangenehm werden.

Trotzdem bleibt die Abwehr mit 338 Gegentreffern wohl der wunde Punkt des Spitzenreiters. Das wäre ihm beim letzten Spiel vor Weihnachten sogar fast schon zum Verhängnis geworden, als er sich bei der überraschend im Abstiegskampf steckenden TG Landshut (12.) mit 40:39 nur denkbar knapp durchsetzen konnte. „Wichtig wird ein geduldiges Angriffsspiel sein, um die Erlanger nicht in ihr Run-and-Gun-Spiel kommen zu lassen“, erklärt Haspo-Trainer Michael Werner. „Wenn wir ihnen den Gegenstoß wegnehmen, haben wir eine richtig gute Siegchance.“

Haspo Bayreuth: Pfeifer, Lehnard – S. Berghammer, Goeritz (?), Herrmannsdörfer, Nicola, Meyer-Siebert, Rahn, Weiß, Elschner, Klenk, Baldauf, Schalk, Schmidt, Y. Berghammer.

Auch Haspo-Damen in Erlangen

Die Damenmannschaft von Haspo Bayreuth (7.) ist nach einem holprigen Saisonstart in der Bayernliga zuletzt immer besser in Tritt gekommen. Sie hat nun sogar die Chance, mit einem Sieg im letzten Hinrundenspiel am Sonntag um 13 Uhr beim HC Erlangen (5.) die Gastgeberinnen in der Tabelle zu überholen.

„Die Mannschaft ist intakt, und das Zusammenspiel wird immer besser. Die kurze Trainingspause tat der ganzen Mannschaft gut“, sagt Haspo-Trainer Matthias Starz, der mit seinem Team alles daran setzen wird, den sechsten Sieg in Folge zu landen.

Wie schwer es aber ist, Punkte aus Erlangen zu entführen, zeigen die bisherigen Heim-Ergebnisse des HC. Lediglich der Tabellenzweite ASV Dachau war bisher in der Lage, in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle zu gewinnen. Die anderen Spitzenteams, darunter die HSG Würm-Mitte (3.), mussten die Heimreise punktlos antreten.

Die junge Erlanger Mannschaft, um ihre Toptorschützin Franziska Peschko, die mit aktuell 75 Toren den zweiten Rang in der Torjägerliste der Bayernliga belegt, weiß vor allem durch ein gut vorgetragenes Tempospiel zu überzeugen. „Jeder Ballverlust wird dort eiskalt bestraft“, warnt Matthias Starz, der in den nächsten Wochen auf Rückraumspielerin Theresa Stöcker (Nasenbeinbruch) verzichten muss. Dafür wird Spielmacherin Elena Kerling nach überstandener Schulterverletzung voraussichtlich erstmals wieder zum Kader stoßen.

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