Haspo zum Derby beim Spitzenreiter

Die Partie lässt einiges erwarten. Zwar liegt Haspo sieben Punkte hinter den Coburgern zurück, doch mit den Gastgebern (plus 58 Tore) und Haspo (plus 49) treffen zwei Mannschaften aufeinander, die mit Abstand die besten Tordifferenzen vorweisen können und zudem ihre letzten Gegner allesamt dominierten.

Die Zweitliga-Reserve ist nunmehr schon seit sieben Spielen ungeschlagen, nahm dabei die hohen Hürden beim Tabellenzweiten TSV Friedberg (32:28) und beim Tabellendritten HC Erlangen II (28:25) souverän. Lediglich am vierten Spieltag mussten sich die Vestestädter bei der Überraschungsmannschaft SV Anzing (4.) denkbar knapp mit 29:30 geschlagen geben.

Routiniers aus dem Zweitliga-Team

Klares Ziel der Vereinsführung ist der Aufstieg in die 3. Liga, um einen professionellen Unterbau zur ambitionierten ersten Mannschaft, die auf dem Sprung in die Bundesliga ist, zu gewährleisten. Dafür holte man sich vor allem drei ganz bewährte und absolut routinierte Kräfte aus der ersten Mannschaft in den Kader der zweiten Vertretung. Mit den beiden Linkshändern Johan Andersson (Rückraum rechts) und dem langjährigen Toptorjäger der ersten Mannschaft Ronny Göhl (Rechtsaußen) gelang es den Coburgern, zwei für Bayernligaverhältnisse absolute Ausnahmekönner vom Projekt der zweiten Mannschaft zu überzeugen. Hinzu kommt mit Havard Martinsen ein Torwart, der an guten Tagen selbst in der Zweiten Bundesliga wohl noch den Unterschied ausmachen könnte.

Komplettiert wird das Team durch das Spielergerüst der vergangenen Jahre. Allen voran Hajck Karapetjan profitiert von der neuen Durchschlagskraft auf der rechten Angriffsseite, wird dadurch ordentlich entlastet und kommt leichter zum Abschluss. So führt der Armenier mit 68 Treffern aus erst neun Spielen bereits wieder die interne Torschützenliste an. Dahinter kommen dann die beiden Routiniers Göhl (61) und Andersson (39). Ein weiterer wichtiger Faktor im Angriffsspiel der Coburger ist auch Nikola Franke. Der groß gewachsene eigentliche Rückraumspieler kann auch am Kreis eingesetzt werden und gehört mit 41 Saisontoren ebenfalls zu den abschlussstärksten Angreifern. Die größte Unterstützung erfährt die Coburger Mannschaft von den genannten Routiniers aber offensichtlich in der Abwehr. War man in den Jahren zuvor doch sehr anfällig, stellt man derzeit mit erst 280 Gegentreffern die viertbeste Deckung hinter Erlangen II (261), Haspo (269) und Friedberg (276).

Haspo-Trainer: "Außenseiter ohne Druck"

Damit dürfte auch schon klar werden, dass die zuletzt so bärenstarke Haspo-Abwehr wieder über Sieg oder Niederlage entscheiden wird. Rührt man erneut Beton an wie gegen Friedberg (31:17), als man in der zweiten Halbzeit nur ein Feldtor hinnehmen musste, dürfte Haspo durchaus auch beim Spitzenreiter eine Siegchance besitzen. Haspo-Trainer Mathias Bracher sagt jedoch: „Wir sind der klare Außenseiter und fahren vollkommen ohne Druck nach Coburg. Dennoch werden wir versuchen, diese starke Coburger Mannschaft ordentlich zu ärgern.“

Nicht bewertet

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