Haspo-Wende mit neun Toren in Folge

Lange litten die Bayreuther unter den Folgen ihres sehr schlechten Starts. Mit der recht unorthodoxen Erlanger Abwehrformation, die sich mit zwei vorgezogenen Spielern auf die Halbpositionen konzentrierte, hatten sie große Schwierigkeiten. Die Folge waren zahlreiche technische Fehler und vor allem auch unvorbereitete, frühe Torabschlüsse. Das nutzten die flinken und schnell von Abwehr auf Angriff umschaltenden Hausherren konsequent zu Toren im Gegenstoß oder der zweiten Welle. Vor allem der frühere Bundesligaspieler Bastian Krämer (6/1) und der wurfgewaltige irische Nationalspieler Steffan Meyer (9/3) trumpften dabei groß auf. Über 12:6 (15.) zogen die Erlanger bis auf 15:7 (17.) davon, und diesen klaren Vorsprung hielten sie dann auch über 20:13 (25.) bis zur Pause. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht an unser Konzept gehalten, haben einfache Fehler gemacht und uns vom Gegner förmlich überrollen lassen“, gab Haspo-Trainer Michael Werner unumwunden zu.

Bereits in den fünf Minuten vor dem Seitenwechsel hatten sich aber Anzeichen für eine mögliche Wende angedeutet. Die Bayreuther fanden erste Wege, um die Erlanger Abwehr vor Probleme zu stellen und erzielten ihrerseits mit der Umstellung von der defensiver ausgerichteten 6:0-Deckung zur weitaus offensiveren und vor allem ballbezogeneren 3:2:1-Abwehr sofort Wirkung beim Gegner.

In neun Minuten vom 21:26 zum 30:26

Dieser Trend verstärkte sich dann im zweiten Durchgang. Aggressiv in der Defensive und mit gewaltigem Zug zum Tor im Angriff holte Haspo stetig auf. Neben dem wieder einmal überragenden Marius Hümpfer im linken Rückraum (elf Tore bei nur 16 Versuchen) tat sich besonders ein noch sehr junges Trio bei der Aufholjagd hervor. Der erst 19-jährige Rechtsaußen Paul Saborowski versenkte seine offenen Würfe beinahe fehlerfrei, der 18-jährige Spielmacher Yannik Meyer-Siebert strahlte nicht nur beim Strafwurf enorme Sicherheit aus, und der gar erst 17-jährige Jugendspieler David Klima markierte in der entscheidenden Phase wichtige Treffer. Auf diese Weise gelang ein spektakulärer 9:0-Lauf vom 21:26-Rückstand (38.) zur 30:26-Führung (47.).

Die in dieser Phase komplett verunsichert wirkenden Erlanger gaben sich allerdings noch nicht auf. Dabei kamen ihnen fünf Haspo-Zeitstrafen entgegen (von insgesamt elf!), darunter die dritten gegen Philipp Schöttner und Maximilian Hofmann. Näher als auf zwei Tore ließ Haspo den erwartungsgemäß unorthodox aufspielenden Gegner aber nicht mehr heran kommen. Für die endgültige Entscheidung sorgten schließlich zwei spielerische Höhepunkte in brenzligen Situationen: David Klima traf bei angezeigtem Zeitspiel per Kempatrick zum 34:29 (52.), und Robin Rahn erzielte auf dieselbe Weise das 36:33 (59.), das auch die letzten Zweifel ausräumte. „Die Mannschaft hat wieder einmal tolle Moral bewiesen und sich so diesen Sieg redlich verdient“, bilanzierte Werner.

Haspo Bayreuth: Lehnard, Wittmann – Schalk (1), Nicola (1), Hofmann (1), Hümpfer (11), Klima (5), S. Berghammer (1), Rahn (1), Saborowski (6), Meyer-Siebert (8/4), Y. Berghammer (1), Goeritz, Schöttner.

5 (1 vote)

Anzeige