Haspo verspielt Führung in Überzahl

Hochmotiviert und sehr konzentriert waren die Bayreuther ins Rennen gegangen. Mit einer sehr beweglichen Abwehr erzwangen sie ungewöhnlich viele Erlanger Ballverluste und nutzten diese auch zumeist im direkten Gegenangriff zu eigenen Toren. So stand es nach zehn Minuten bereits 6:1 für Haspo, und HCE-Trainer Roland Wunder musste schon zur ersten Auszeit greifen. Doch selbst nach der Erlanger Neujustierung änderte sich zunächst kaum etwas am dominanten Auftreten des Haspo-Teams. Bis zum 9:4 (15.) hielt die schon recht komfortable Führung. Das lag zum einen am wieder einmal hervorragenden Torwart Alexander Wittmann und zum anderen an der bissigen Abwehr, die zum Beispiel dem Erlanger Toptorjäger Mathis Ohlig nur zwei Treffer erlaubte.

Nun stellten die Mittelfranken allerdings gerade im Angriff um. Für den sehr glücklos agierenden Jonas Schletterer im rechten Rückraum setzten sie fortan auf Kevin Herbst aus dem Zweitligakader. Der Linkshänder war nunmehr ein steter Unruheherd, erzielte insgesamt zehn Tore (wenn auch oft mit ungeahndeten Schrittfehlern) und brachte seine Mannschaft schon zur Halbzeit fast im Alleingang in Schlagdistanz.

Bis zum 20:16 auf der Siegerstraße

Nach der Pause kam Haspo aber wieder sehr gut aus der Kabine. Einige spektakuläre Ballgewinne und weitere Paraden von Wittmann führten schnell zur 16:11-Führung (36.). Diesen Vorsprung verteidigten die Bayreuther dann auch sicher bis zum 20:16 (43.), und als sich Erlangens Abwehrchef Sebastian Walz mit einem Schlag ins Gesicht des erstmals nach seiner Verletzung wieder mitwirkenden Marius Hümpfer auch noch eine Rote Karte einhandelte (47.), schien Haspo endgültig auf die Siegerstraße einzubiegen. Ausgerechnet in Überzahl leisteten sich die Gastgeber nun aber Unsicherheiten und Schwächen im Abschluss gegen den starken HCE-Torwart René Selke.

Beim 21:20 (49.) lag HaSpo letztmals in Führung, ehe eine weitere Überzahlsituation mit 0:1 verloren ging und dann das 21:22 den ersten Rückstand im gesamten Spielverlauf markierte. Nur Tim Herrmannsdörfer traf danach noch einmal für Haspo zum 22:23 (56.), ansonsten versandeten alle der in der Schlussviertelstunde recht ideenlosen Bayreuther Angriffsbemühungen.

„Die Niederlage ist schon bitter, weil wir ja wirklich knapp 50 Minuten durchgehend geführt haben und eigentlich ein wirklich gutes Spiel gemacht haben“, analysierte Haspo-Trainer Mathias Bracher treffend. „Leider hat uns dann in den letzten zehn Minuten vielleicht auch das nötige Glück gefehlt, um ein derartiges Topspiel für uns zu entscheiden.“

Haspo Bayreuth: Wittmann, Lehnard – Neumaier (8/5), Herrmannsdörfer (2), Hümpfer, Tscheuschner, S. Berghammer, Hoffmanns (1), Schmidt (1), Beck (5), Woitaschik, Saborowski (1), Schreibelmayer (4).

Nicht bewertet

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Einen 12minütigen Zusammenschnitt gibt es hier:
https://youtu.be/PbVgSwlbnuI