Haspo verliert nach Herzschlagfinale

Die Partie begann für die Bayreuther gleich durchwachsen. Nach der einzigen Bayreuther Führung durch den wieder einmal sicher treffenden Rückraumlinks Michael Neumaier beim 1:0 (1.) führten gleich in den Anfangsminuten mehrere Ungenauigkeiten im Angriff zum frühzeitig recht hohen 1:4-Rückstand (7.). Gegen die aggressive Anzinger Abwehr benötigte Haspo zu viel Anlaufzeit und fand auch gegen das unkonventionelle Angriffsspiel der Hausherren kein Mittel. So führten die Oberbayern bis zum 8:5 (16.) konstant mit drei Toren.

Vom 6:13-Rückstand zur 20:19-Führung

Als der Ex-Bayreuther Julian Ruckdäschel (5 Tore) Mitte der ersten Halbzeit dann auch noch kurzzeitig aufdrehte, enteilte der SV Anzing gar bis auf 13:6 (24.). Bis zur Pause fingen sich die Gäste auch dank einer endlich stabiler werdenden Abwehr wieder und leiteten so bereits vor dem Seitenwechsel die Aufholjagd ein.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit blieb Anzing allerdings vorerst am Drücker. Immer wieder fand der Gastgeber, meist bei angedrohtem Zeitspiel, noch irgendeine Lücke im Bayreuher Deckungsverband und führte folglich scheinbar sicher mit 17:12 (34.). In den folgenden Minuten wurde es dann immer ruppiger. Insgesamt 13 meist berechtigte Zeitstrafen verhängten die beiden Unparteiischen gegen beide Mannschaften. Die Bayreuther kam mit dieser Unruhe sichtlich besser zurecht. Angetrieben von einer nun schier unüberwindbaren Abwehr lief man einen Gegenstoß nach dem anderen und war somit mit einer 5:1-Serie urplötzlich beim 17:18 (44.) wieder zurück im Spiel.

Beim 20:19 gelang den Gästen durch Spielmacher Tim Herrmannsdörfer dann die erste Führung der zweiten 30 Minuten. Es sollte aber auch die einzige bleiben. Beim Stand von 22:22 (57.) geriet Haspo Bayreuth dann nämlich in gleich dreifache Unterzahl. Doch selbst diese missliche Lage überstanden die kampfstarken Bayreuther überraschend gut und waren kurz vor Schluss nur mit 22:24 (59.) in Rückstand.

Unkorrektes Gegentor, verweigerter Siebenmeter

Ein schnelles Tor im Angriff und ein Ballgewinn mit anschließendem Gegenstoß brachten die Haspo-Herren abermals beim 24:24 (60.) zurück in die Partie, und auch der letzte Anzinger Angriff wurde aufopferungsvoll verteidigt, so dass man sich eigentlich erneut den Ball eroberte. Doch übersah das Schiedsrichtergespann in dieser entscheidenden Szene, dass sich Anzings Kreisläufer Marinus Limbrunner den verlorenen Ball deutlich sichtbar aus dem Kreis holte und zur 25:24-Führung einwarf.

Nun setzte Bayreuth alles auf eine Karte und brachte in den verbliebenen 19 Sekunden einen siebten Feldspieler. Tatsächlich bekam man Sekunden vor Schluss Linksaußen Moritz Beck freigespielt, der beim Wurfversuch allerdings beinahe rotverdächtig aus der Luft geholt wurde. Anstelle des fälligen Siebenmeterpfiffs entschieden sich die nun völlig verunsicherten Schiedsrichter zum Unverständnis aller Anwesenden für den Schlusspfiff.

„Ich denke, wir haben heute ein emotional geführtes Spiel gesehen, das beide Mannschaften unbedingt gewinnen wollten“, analysierte Haspo-Trainer Mathias Bracher direkt nach dem Schlusspfiff und fügte an: „Unsere Hypothek aus unserer sehr schwachen ersten Halbzeit war sehr groß, dennoch hatten wir eine reelle Siegchance. Umso bitterer ist die knappe Niederlage dann natürlich.“

Haspo Bayreuth: Wittmann, Lehnard; Schalk (3), Neumaier (8/3), Herrmannsdörfer (2), Hümpfer (1), Tscheuschner, S. Berghammer (1), Hoffmanns (4), Schmidt (2), Beck, Meyer-Siebert, Woitaschik, Saborowski (3).

Nicht bewertet

Anzeige