Haspo vergibt zu viele klare Chancen

Nachdem Haspo nur beim 1:0 (2.) zum einzigen Mal in Führung lag, erscheint der Sieg der Gastgeber hochverdient. Allerdings profitierten sie in erster Linie davon, dass die Bayreuther von Anfang an große Probleme bei der Verwertung ihrer Chancen hatten. Das lag zwar auch am gewohnt starken DJK-Schlussmann Matyas Varga, der mehrmals gegen frei stehende Haspo-Werfer parierte, aber vor allem scheiterten die sehr jungen Bayreuther (im Schnitt 21,8 Jahre) zumeist an den eigenen Nerven. Hauptsächlich deswegen konnten die Unterfranken bis zum 10:8 (23.) immer wieder zwei Tore vorlegen, obwohl sie auch ihrerseits einige Mühe mit der kämpferisch starken Haspo-Abwehr hatten.

Nach einer Auszeit glichen die Gäste dann zum 10:10 aus (26.). Dabei eroberten vor allem die in der Defensive sehr aufmerksamen Sebastian Schmidt und Michael Neumaier (je drei Ballgewinne) einige Bälle, die zu Gegenstößen genutzt wurden. Eigentlich hätte Haspo zu diesem Zeitpunkt sogar führen müssen, doch auch in dieser Phase wurden gute Chancen vergeben, so dass die DJK mit einer schmeichelhaften Zwei-Tore-Führung in die Pause gehen konnte.

Nur sechs Treffer bei 23 Rückeraumwürfen

Der teilweise fahrlässige Umgang mit Großchancen schien sich für die Gäste endgültig zu rächen, als sie mit 16:19 (37.) in Rückstand gerieten. Besonders den massigen und dennoch sehr wendigen Kreisläufer Matthias Grünert (9 Tore) bekam die Haspo-Abwehr nun gar nicht mehr zu fassen. Mit Kampfgeist und einigen Ballgewinnen gelang zwar schnell wieder der Anschluss auf 19:20 (44.), doch für eine Wende blieb einfach die Trefferquote zu dürftig. Acht Treffer bei 13 Versuchen von den beiden Außenpositionen sind schon nicht besonders gut, aber ganze sechs Tore bei 23 Würfen aus dem Rückraum sind ausgesprochen schwach. Dagegen hatten die Gastgeber neben Grünert noch einen zweiten sicheren Schützen in ihren Reihen, und zwar Bohuslav Zeleny (7 Tore) im linken Rückraum. So setzten sie sich beim 23:19 (50.) wieder ein Stück ab.

Der vom Siebenmeterstrich fehlerfreie Lukas Schalk sowie die einsatzfreudigen David Schreibelmayer und Jakob Hoffmanns ließen Haspo aber trotzdem beim 25:26 (56.) noch einmal hoffen. Ein Gegenstoß bot sogar die Möglichkeit zum Ausgleich, doch passend zum Spielverlauf wurde diese Chance durch einen einfachen Fehlpass im Keim erstickt. Der wankende Favorit nahm diese Einladung dankend an und entschied beim 28:25 (58.) endgültig die Partie.

„Eigentlich waren wir drauf und dran, das Spiel zu drehen“, zeigte sich Haspo-Trainer Mathias Bracher direkt nach Spielschluss geknickt. „Ich bin mir sicher, dass wir gewonnen hätten, wenn wir in der zweiten Halbzeit in Führung gegangen wären. Aufgrund der zahlreichen Fehlwürfe haben wir uns aber um den Lohn gebracht. Das ist bitter, weil wir uns nach mehreren Tiefschlägen und trotz unseres Verletzungspechs immer wieder herangekämpft haben.“

HaSpo Bayreuth: Lehnard, Wittmann – Schalk (5/5), Neumaier, Herrmannsdörfer (2), Tscheuschner (1), Hauenstein, Hoffmanns (3), Schmidt (4), Luckhardt, Beck (6), Meyer-Siebert, Saborowski (2), Schreibelmayer (3).

5 (1 vote)

Anzeige