Haspo trotzt Meister einen Punkt ab

Haspo führte früh mit 2:0 (2.) und 4:2 (7.), doch das Spiel war jederzeit ausgeglichen. Das lag zum einen am treffsicheren Coburger Johan Andersson (9/4 Tore) im rechten Rückraum und zum anderen am gut strukturierten Haspo-Spiel, das abwechselnd von Tim Herrmannsdörfer und David Schreibelmayer gut gelenkt wurde. Vom 5:5 (9.) bis zum 11:11 (26.) blieb die Partie völlig offen, ehe Haspo ausgerechnet in eigener Überzahl ins Wanken geriet. Relativ drucklos im Angriff und zu passiv in der eigenen Abwehr luden die Hausherren nun vor allem den extrem torgefährlichen Coburger Hajck Karapetjan (6) im linken Rückraum zum Torewerfen ein. Deshalb ging der Meister auch mit einer verdienten 15:12-Führung in den zweiten Durchgang.

Vom 13:18-Rückstand zur 23:22-Führung

Haspo verursachte nach dem Seitenwechsel zu viele technische Fehler, die der routinierte Gast dankend annahm und zur deutlichen Führung über 18:13 (36.) bis zum 20:16 (41.) nutzte. Doch Bayreuth gab sich, angetrieben von den lautstarken Fans im gut gefüllten Schulzentrum Ost, nicht auf. Michael Neumaier traf in kritischen Situationen sicher und vor allem Jakob Hoffmanns fand immer wieder Wege, die Coburger Abwehr auszuspielen. Zudem hielt Haspo-Torwart Hannes Lehnard gleich des öfteren gegen durchgebrochene Coburger. Beim 21:21 (52.) glich Haspo wieder aus – die Halle glich nun einem Tollhaus.

Die Bayreuther Führung war mehrmals möglich, doch ließ Haspo in dieser Phase zahlreiche Torchancen im Gegenstoß liegen. Der HSC kam in den Schlussminuten gegen die immer aggressiver werdende Haspo-Abwehr kaum noch zum Abschluss, und so gingen die Hausherren beim 23:22 (55.) erstmals seit dem 10:9 wieder in Führung. Coburg konterte und lag eine Minute vor dem Ende mit 25:24 vorne. Doch da war ja noch Hoffmanns: Der junge Haspo-Akteur übernahm erneut Verantwortung und glich mit einem Rückraumwurf aus. In den restlichen 35 Sekunden verteidigte das Heimteam leidenschaftlich das Unentschieden.

"Großes Lob" vom scheidenden Trainer

„Es kann wohl kaum einen würdigeren Rahmen für einen Heimspielabschluss geben, als dieses wahnsinnig intensive Oberfrankenderby“, sagte der scheidende Haspo-Trainer Mathias Bracher. „Man hat gemerkt, dass beide Mannschaften unbedingt gewinnen wollten, wobei ich meinen Jungs ein großes Lob für ihren Willen und die Aufholjagd gegen diesen richtig starken Gegner aussprechen will.“

Haspo Bayreuth: Lehnard, Wittmann – Schalk (2), Neumaier (7/1), Herrmannsdörfer (2), Tscheuschner, Hauenstein, S. Berghammer (3), Hoffmanns (6), Schmidt, Beck (1), Meyer-Siebert (1), Woitaschik (2), Schreibelmayer (1/1).

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