Haspo-Männer verlieren Verfolgerduell

Die Bayreuther lagen zwar im gesamten Verlauf des ausgeglichenen Spiels nie in Führung, hatten aber trotzdem in der spannenden Schlussphase durchaus eine reelle Siegchance. Gleich mehrere recht unnötige Fehlpässe bzw. -würfe verhinderten jedoch beim Stand von 24:24 (56.) eine mögliche Wende.

„Die Niederlage war absolut vermeidbar, da wir gerade defensiv toll gearbeitet haben“, ärgerte sich Haspo-Trainer Marc Brückner direkt nach Spielschluss. „Gegen einen derartig starken Gegner darf man sich nicht so viele Fehler erlauben.“

Ungenauigkeiten im Angriff

Tatsächlich deuteten sich die offensiven Probleme der Bayreuther bereits frühzeitig an. Während sie nämlich mit der offensiven Abwehrformation immer wieder Erfolg hatten, den Angriffsfluss der Gastgeber oftmals unterbrechen und auch viele Ballgewinne erzwingen konnten, wirkte ihr eigenes Spiel im Positionsangriff oft ungenau. In vielen Fällen ließen sich die Bayreuther schon mit einfachsten Mitteln aus dem Konzept bringen. So nahm die ansonsten eher passiv wirkende 6:0-Abwehr der Unterfranken nach einem Anwurf oder bei einer zweiten Welle mit kurzzeitiger Manndeckung gegen die linke Haspo-Angriffsseite meist schon den Schwung aus dem Angriff. Deshalb machte es sich auch nicht in den Zwischenständen bemerkbar, dass die wurfgewaltigen DJK-Rückraumwerfer Julian Stumpf und Markus Kirchner (je nur ein Tor!) fast vollends abgemeldet waren.

So musste sich Haspo zunächst damit begnügen, den immer wieder vorgelegten Waldbüttelbrunner Vorsprung meist umgehend auszugleichen. Über 5:5 (13.) blieb es somit bis zum 8:9 (23.) stets eng. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Waldbüttelbrunn dann seine beste Phase. Über den erwartet starken Kreisläufer Bastian Demel (9 Tore) und den chilenischen WM-Teilnehmer Harald Feuchtmann (6) bestraften die Würzburger Vorstädter nun jeden Haspo-Fehler konsequent, zogen auf 12:8 (27.) davon und führten verdient zur Pause mit 13:10.

Steigerung in der zweiten Halbzeit

Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten sich die Bayreuther aber schon wieder erholt. Weiterhin sehr engagiert in der Abwehr und mit deutlich größerer Zielstrebigkeit im Angriff arbeiteten sich die Gäste nun Tor um Tor heran. Selbst der sonst so souverän wirkende DJK-Spielmacher Manuel Feitz (7/3 Tore) produzierte nun Fehler gegen die aggressive Haspo-Deckung, so dass die Gäste immer wieder in den Gegenstoß kamen. Außerdem war der wiedergenesene Marius Hümpfer bei seinem Comeback sowohl als Kreisläufer, als auch im Rückraum sofort wieder ein wichtiger und vor allem jederzeit torgefährlicher Faktor. Über 15:17 (40.) und 20:21 (49.) kam Haspo somit schließlich zum 24:24 (55.), aber für die mögliche Wende reichte es dann doch nicht.

HaSpo Bayreuth: Lehnard, Wittmann – Schalk (2), Herrmannsdörfer (3), Hümpfer (5), Tscheuschner, Baldauf, S. Berghammer (4), Rahn (1), Saborowski (3), Meyer-Siebert (5/2), Y. Berghammer (1), Goeritz (1), Luckhardt.

Nicht bewertet

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