Haspo macht Sieg unnötig spannend

Beide Mannschaften begannen mit den erwartet offensiven Abwehrreihen. Dabei zeigte sich Haspo sofort deutlich besser auf die gegnerische Defensivvariante eingestellt und spielte die Anzinger oftmals gekonnt aus. Torwart Alexander Imhof sowie die Limbrunner-Brüder Marinus (6 Tore) und Jonathan (3) hielten die Oberbayern trotzdem zunächst bis zum 8:8 (15.) im Spiel. Als die aggressive und schnellbeinige Bayreuther Abwehr jedoch auch das Anzinger Torjäger-Duo besser in den Griff bekam, häuften sich die technischen Fehler bei den Gastgebern. Die Ballgewinne setzte Haspo konsequent in eine schnelle zweite Welle um und zog durch einen 5:0-Lauf auf 13:8 davon (23.), was die Stimmung in der lautstarken Anzinger Halle merklich dämpfte. Dank der treffsicheren Rückraumreihe um Marius Hümpfer, Yannik Meyer-Siebert und Philipp Schöttner hielten die Bayreuther diesen Vorsprung dann auch konstant bis zur Pause.

0:6-Serie vom 19:12 zum 19:18

Direkt nach Wiederbeginn schien sich dann sogar eine frühe Vorentscheidung anzudeuten, als Haspo schnell auf 19:12 (39.) davonzog. Dabei hätte der Vorsprung sogar noch deutlicher ausfallen können, aber schon zu diesem Zeitpunkt schlichen sich im Bayreuther Angriff einige Ungenauigkeiten und leichtfertige Ballverluste ein. „Anzing ist nicht unbedingt besser geworden, sondern wir sind deutlich unkonzentrierter gewesen“, erklärt Haspo-Trainer Michael Werner die folgende Phase. Innerhalb von nur acht Minuten verschenkten die Bayreuther Ball um Ball, was den Kampfgeist der Anzinger sofort wieder weckte. Ein 0:6-Lauf ließ den Vorsprung auf 19:18 (47.) schmelzen und verwandelte die Halle in ein Tollhaus.

Die Bayreuther ließen sich von der kritische Phase und der euphorischen Atmosphäre aber nicht entscheidend aus dem Konzept bringen. Eine Abwehrumstellung auf die defensivere 6:0-Formation und ein nun stark haltender Alexander Wittmann im Tor verhinderten ein Kippen der Partie. Außerdem setzten gerade in dieser hektischen Situation erneut zwei ganz junge Haspo-Akteure entscheidende Akzente. Rechtsaußen Paul Saborowski und Linksaußen David Klima erzielten sechs der letzten acht Bayreuther Treffer und machten den verdienten Auswärtssieg somit beinahe im Alleingang fix. Zudem behielt Spielmacher Robin Rahn in dieser Phase auf der Spielmacherposition jederzeit die Übersicht und brachte das Angriffsspiel wieder in geregelte Bahnen.

„Wir haben über 40 Minuten ein sehr souveränes und vor allem zielstrebiges Spiel gezeigt“, analysierte Michael Werner. „Als wir aber unseren Plan nicht mehr zu 100 Prozent umgesetzt haben, haben wir Probleme bekommen und uns deshalb fast um den verdienten Lohn gebracht.“

HaSpo Bayreuth: Wittmann, Pfeifer – Schalk (2), Nicola (1), Hofmann, Hümpfer (3), Klima (4), S. Berghammer (1), Rahn, Saborowski (5), Meyer-Siebert (6/4), Y. Berghammer (2), Schöttner (3).

Nicht bewertet

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