Haspo-Damen verlieren Fehlerfestival

Vor allem aber: zu schwach war die Leistung. Obwohl der Gegner alles andere als überzeugend auftrat, waren die Bayreutherinnen nur phasenweise konkurrenzfähig. Über weite Strecken war die niveaulose Partie geprägt von einem Festival der groben individuellen Fehler. Zeitweise wurden beiderseits mehr Angriffe durch Ballverluste abgeschlossen, als durch Würfe. Die Gäste offenbarten vor allem große Mängel bei Schrittfehlern, bei den Bayreutherinnen kam zusätzlich noch eine haarsträubende Ballunsicherheit hinzu. Besonders gravierend war das auf der Spielmacherposition (Brahm), weil dadurch kaum einmal Spielrhythmus oder gar Druck im Rückraum aufkommen konnte. Insgesamt beste Akteure auf dem Platz waren die Schiedsrichter, die trotz der wahrscheinlich auch für sie ungewohnt vielen Regelverstöße fast alles richtig bewerteten.

Der Frankfurter HC schaffte es über etwas längere Zeit, seine Fehlerquote einzudämmen – und das war schon genug Qualität, um nach einem 4:0-Start nach fünf Minuten jederzeit in Führung zu bleiben. Bei einem Abstand von bis zu sechs Toren in der ersten Halbzeit und bis zu neun in der zweiten darf man den Sieg der Gäste sogar als ungefährdet bezeichnen.

Beste Phase bringt Anschluss auf 19:22

Bezeichnend für die Harmlosigkeit der Haspo-Offensive: Erst nach 19 Minuten gelang mit dem 5:7 der erste Treffer, der nicht aus einem Gegenstoß nach einem Frankfurter Fehler resultierte, sondern im Positionsangriff herausgespielt wurde. Beim 6:7 (21.) schien sogar eine Wende möglich, doch statt dessen folgten fünf Gegentore zum 6:12. Ganz ähnlich verlief die zweite Hälfte: Nach einem 0:4-Start zum 10:19 schien bereits die Entscheidung gefallen zu sein, doch ein 6:1-Lauf führte nochmals auf 19:22 heran. Dabei wurde deutlich, dass mit ein paar präzisen Pässen in Folge sofort Wirkung zu erzielen war. In dieser besten Phase wurden sogar noch gute Chancen vergeben, allein drei durch die durchschlagskräftigste Jana Lichtscheidel beim Stand von 17:22. Dann verlor jedoch die Haspo-Abwehr viele Zweikämpfe gegen die wendige Kathleen Müller, und es folgte eine 0:6-Serie zum 19:28.

Haspo-Trainerin Michaela Lehnert wirkte etwas ratlos: „Wenn ein Spiel schlecht beginnt, dann lassen die Mädels zu schnell den Kopf hängen.“ Zweifel an der grundsätzlichen Konkurrenzfähigkeit lässt sie aber nicht gelten: „Dass sie es können, steht für mich und meinen Kollegen Yannick Berghammer außer Frage. Das gilt für jede einzelne ebenso wie für das Team.“

Statistik

Haspo Bayreuth: Benz, Schewetschek – Dörfler, Hellriegel (5/2), Brielmann (1), Kerling (1), Fischer (2), Mustafic, Lichtscheidel (7/2), Brahm (1), Friedrich (1), Renner (5), Glowienka.

Frankfurter HC: Silva, Schneider – Ludewig (1), Heinrich (2), Henschel (2), Bayram, Kresovic (5), Zimmermann (1), Mudri (2), Weier, Müller (8), Genilke (8/5).

SR: Drechsler (Fürstenfeldbruck), Huthner (Lauben); Strafminuten: Bayreuth 6, Frankfurt 2.

Stationen: 0:4 (5.), 4:5 (15.), 6:7 (21.), 6:12 (25.), 10:15 (Halbzeit), 10:19 (35.), 13:21 (42.), 19:22 (51.), 19:28 (57.), 23:29 (Ende).

Nicht bewertet

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