Haspo-Damen schlagen sich wacker

Abgesehen von seiner einzigen Niederlage beim Hauptkonkurrenten Füchse Berlin (28:31) hatte der hessische Ex-Zweitligist zuvor nur bei einem seiner elf Siege eine geringere Tordifferenz verzeichnet, und zwar gleich beim Saisonstart (30:23 gegen Berliner TSC). „Wir bekamen das Kompliment, hier als erster Gast ohne Angst aufgetreten zu sein“, sagte Haspo-Vorsitzender Andreas Berghammer, der seinen verhinderten Sohn Yannick als Coach vertrat. Dabei waren die Voraussetzungen keineswegs optimal, denn kurzfristig war Loraine Hellriegel ausgefallen, die sich beim Abschlusstraining einen Bänderriss zugezogen hatte.

Vor allem mit der neu einstudierten 5:1-Abwehr, in der sich die vorgezogene Spielerin auf eine Halbposition konzentriert, bereiteten die Bayreutherinnen dem hohen Favoriten einige Schwierigkeiten. Auch im Angriff bemühten sie sich nach Kräften, die klare individuelle Überlegenheit der Gastgeberinnen durch mannschaftliche Geschlossenheit und diszipliniertes Spiel wettzumachen. Wäre nicht die eine oder andere gute Chance von den starken einheimischen Torhüterinnen zunichte gemacht worden, hätte der Halbzeitstand noch ein wenig besser ausfallen können.

Durch Auszeit zurück zur Marschroute

In der zweiten Hälfte schienen die Kräfteverhältnisse beim 21:14 (39.) deutlicher zu werden. Nach einer Auszeit fand das Haspo-Team aber wieder zu seiner taktischen Marschroute zurück. Dabei hatten die Gäste etwas Pech, dass die insgesamt sehr guten Schiedsrichterinnen relativ schnell das Vorwarnzeichen für passives Spiel gaben.

So reichte die Durchschlagskraft letztlich nicht aus, um nochmals auf weniger als fünf Tore heran zu kommen, zumal sich die SG Kirchhof auf ihre Vorteile im Vergleich der Torhüterinnen verlassen konnte. Das änderte aber nichts daran, dass Berghammers Fazit positiv ausfiel: „Wir hatten uns ja nur kleine Ziele gesetzt. Hauptsächlich wollten wir den Favoriten in seinen gewohnten Abläufen stören, und das ist durchaus gelungen. Das Coaching hat richtig Spaß gemacht, denn die Mädels haben zugehört.“

SG Kirchhof: Siggard, Küllmer – Grothnes, Lucas, Boonkamp (2), Nolte (3), Kühlborn (7), Sabljak (9/4), Poulsen (5), Wäscher, Maarse, Visser (4), Mai (1).

Haspo Bayreuth: Benz, Bauer – Brielmann (3), Kerling (2), Hall (1), Fischer (2), Mustafic (2), Lichtscheidel (7/3), Brahm, Friedrich (1), Renner (3), Stöcker (2), Glowienka.

SR: Laura Becker, Asja Lippert (LV Niederrhein);

Strafminuten: Kirchhof 4, Bayreuth 8.

Stationen: 4:3 (7.), 6:3 (10.), 9:8 (19.), 13:9 (26.), 15:11 (Halbzeit), 21:14 (39.), 23:18 (47.), 26:21 (55.), 31:23 (Ende).

Nicht bewertet

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