Haspo-Damen jubeln und zittern weiter

Was diese Position in der Abschlusstabelle bedeutet, ist allerdings noch nicht ganz sicher. Am Abend vor dem Spiel war sogar schon über eine vorzeitige Entscheidung im Abstiegskampf spekuliert worden, nachdem ausgerechnet Haspo-Gast HSV Marienberg überraschend seinen freiwilligen Rückzug zum Saisonende gemeldet hatte. Sollte damit neben Schlusslicht HSG Union Halle und dem schon vor Saisonbeginn abgemeldeten MTV Rohrsen der dritte Absteiger bereits feststehen?

Im Moment reicht Platz zehn

Die Spielleitung bestritt entsprechende Meldungen im Internet als voreilig: Marienberg sei kein ausdrücklicher Absteiger der Gruppe Ost, sondern werde bundesweit auf die Zahl aller Absteiger bzw. Aussteiger aus der 3. Liga angerechnet. Daraus errechne sich schließlich eine Summe an freien Plätzen für Nachrücker, die in einer Relegation unter den Tabellenzehnten aller vier Staffeln ausgespielt werden müssten.

Die entsprechende Bestandsaufnahme führte jedoch zum selben Ergebnis: Da aus der Ostsee-Spree-Liga niemand den Aufstieg wahrnimmt und Zweitligist Koblenz/Weibern nicht in der 3. Liga antreten will, ist Marienberg der dritte Aussteiger. Gleichzeitig hat der Tabellenzehnte der 3. Liga Nord (TuS Hollenstedt) bereits seinen Verzicht auf eine Relegation bekundet, so dass es auch nur drei Bewerber gibt. Daraus folgt: Freie Plätze für alle! Allerdings ist diese Rechnung noch nicht endgültig, weil die Meldefrist in 1. und 2. Bundesliga noch bis Ende April läuft. Falls sich von dort ein Verein in die 3. Liga zurückzieht, wäre wieder einer der Plätze besetzt.

Haspo-Rückraum steigert sich

Diese Achterbahnfahrt der Emotionen hatte auf das Spiel aber überraschend wenig Einfluss. Die Marienberger Auswahl an namhaften osteuropäischen Spielerinnen wirkte in ihrem Abschiedsspiel uneingeschränkt motiviert und wurde von einer lautstarken Gruppe an Schlachtenbummlern begleitet, Haspo kämpfte leidenschaftlich, konnte aber auch die Nervosität des Abstiegskampfes nicht verbergen. So war in erster Linie eine Phase mit hoher eigener Fehlerquote dafür verantwortlich, dass Haspo in elf torlosen Minuten mit 2:6 in Rückstand geriet. Dabei hatten die Gäste sogar noch zwei Siebenmeter vergeben. Vor allem fehlte es an Druck aus dem Bayreuther Rückraum. Dadurch ergab sich auch nur wenig Platz für das Spiel über den Kreis oder die Außenpositionen. Bei den Gästen wirkte das Zusammenspiel zuverlässiger, und in Evelina Kalasauskaite hatten sie auch die herausragende Solistin in ihren Reihen.

Vier Tore in Folge zum 21:19

Die Kräfteverhältnisse verschob dann vor allem die tolle Steigerung von Jana Lichtscheidel, unterstützt von der unglücklich gestarteten Kim Koppold. Diese viel stärkere Wirkung des Haspo-Rückraums zwang die Gäste, mehr Spielraum für Lena Mergner am Kreis zu eröffnen. Da alle kämpferisch ohnehin starken Bayreutherinnen zudem ihre Fehlerquote gering hielten, bewegten sie sich nach dem 12:12-Ausgleich auch spielerisch auf Augenhöhe mit dem Tabellenvierten. Die Wende gelang schließlich mit vier Toren in Folge zum 21:19, als Kalasauskaite verletzt ausgeschieden war. Chancen zur Vorentscheidung in Überzahl wurden zwar nicht genutzt, doch 45 Sekunden vor Schluss traf Michaela Lehnert zum 22:21. Beim letzten Angriff der Gäste fing Kristina Hall den Ball ab und erkämpfte noch einen Siebenmeter in der Schlusssekunde.

Statistik

Haspo Bayreuth: Ernstberger, Bauer – Mergner (3), Hellriegel, Brielmann, Lehnert (2), Lindner, Kerling (1), Hall (1), Fischer (1), Lichtscheidel (11/6), Koppold (3), Friedrich, Küffner (1/1).

HSV Marienberg: Flemming, Reichel – Gaitzsch, Kalasauskaite (9/4), Weingardt (3), Kracmanova, Splechtova (1), Hribova (3), Grigore (2), Schneck (3).

SR: Große/Kreutz (Nordhausen); Strafminuten: Bayreuth 6, einschl. Rote Karte für Lehnert (60./3. Zeitstrafe), Marienberg 8; Zuschauer: 200.

Stationen: 2:2 (3.), 2:6 (14.), 7:7 (21.), 8:11 (25.), 10:12 (Halbzeit), 12:12 (32.), 15:14 (42.), 17:16 (47.), 17:19 (50.), 21:19 (57.), 21:21 (60.), 23:21 (Ende).

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