Haspo-Damen holen Remis gegen Berlin

Es war ein Wechselbad der Gefühle, das die Bayreutherinnen durchlebten. Den besseren Start erwischte das Team aus Berlin. Insbesondere weil den Haspo-Damen immer wieder Kreisläuferin Veronic Grätz entwischte, führten die Hauptstädterinnen mit 4:1, ehe die Gastgeberinnen ins Spiel fanden. Dann allerdings boten sie phasenweise eine richtig starke Leistung.

Gerade die Defensivabteilung leistete gegen die teils bundesligaerfahrenen Berlinerinnen Schwerstarbeit und ließ in den nach dem 2:5 verbleibenden 24 Minuten bis zur Pause nur noch sechs Gegentreffer zu. Beim 5:5 hatte man sich den Ausgleich erkämpft und ging kurz darauf in Überzahl erstmals mit 7:6 in Führung.

18:12-Führung für Bayreuth

Trotz einer Auszeit von Berlins Trainer Carlo Gregarek hatten die Haspo-Damen das Spiel nun im Griff, glänzten teilweise jetzt auch spielerisch und brachten zudem ihre Flügelzange Hall/Küffner immer besser in Wurfposition. Als nach 35 Minuten Michaela Lehnert auf 18:12 erhöht hatte, schienen die Haspo-Damen endgültig auf die Siegerstraße einzubiegen.

Erneut hatte TSC-Coach Gregarek Gesprächsbedarf. Diesmal mit mehr Erfolg. Eine Abwehrumstellung schmeckte den Bayreutherinnen gar nicht, hinzu kam der Kräfteverschleiß der engagierten Abwehrarbeit.

TSC gleicht in Unterzahl aus

Umso schwerer wogen nun die Fehler in der Offensive, die sich nun häuften. Nachdem neben der verhinderten Kim Koppold auch die zuletzt so stark aufspielende Lene Kerling verletzt ausgefallen war, fehlten hier die benötigten Alternativen, um zumindest kurzzeitig für Entlastung zu sorgen.

„Trotzdem haben wir nicht mehr Fehler gemacht als in Leipzig. Aber wir hatten eben auch bedeutend weniger Angriffe zur Verfügung, um sie noch zu korrigieren“, sagte Haspo-Trainer Thomas Hankel, dem nicht entgangen war, dass sein Team um die Führung gekämpft hatte, die individuell stärkeren Berlinerinnen aber Tor um Tor herangekommen waren. Beim 19:19 hatte der TSC in Unterzahl zehn Minuten vor Schluss wieder den Ausgleich erreicht.

Die Schlussphase war purer Kampf. Die aufwendige Abwehrarbeit auf Bayreuther Seite und die Aufholjagd auf Berliner hatten Kräfte gekostet. Tore waren nun Mangelware, und die Abwehrreihen dominierten. Erst gelang Jana Lichtscheidel die erneute Führung, ehe die starke Berliner Spielmacherin Franziska Chmurski erneut egalisierte.

Lichtscheidel mit dem letzten Tor

Als nun drei Minuten vor dem Ende Laura Fischer die einzige Bayreuther Zeitstrafe erhielt, schien sich das Blatt endgültig zu wenden. Doch den ersten Versuch wehrte Michaela Lehnert noch mit einem Ballgewinn und dem 21:20 ab, ehe Berlin dann doch mit zwei Treffern in Folge erstmals wieder in Führung ging. Bayreuth aber gab nicht auf. 20 Sekunden vor dem Ende war es Lichtscheidel, die den vielumjubelten Ausgleich erzielte.

„Wir haben 30 Minuten vor allem in der Abwehr mit viel Aufwand auf hohem Niveau gespielt und damit diesen einen Punkt gegen einen individuell stärkeren Gegner mehr als verdient. Die Mannschaft hat hier gezeigt, zu was sie wirklich in der Lage ist“, fand Thomas Hankel lobende Worte.

Nicht bewertet

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