Haspo-Damen gegen Kirchhof chancenlos

Die Hessen überzeugten mit einer ausgeglichenen Besetzung, die eine gleichbleibend gute technische und spielerische Qualität bei hohem Tempo garantierte. Besonders auffällig waren die präzisen Gegenstöße, sobald bei Haspo die Fehlerquote anstieg. Das war in der zweiten Halbzeit zunehmend der Fall, und das nutzte bei den Gästen vor allem Linksaußen Christin Kühlborn, um sieben ihrer acht Treffer nach der Pause zu erzielen.

Die Bayreutherinnen konnten dagegen nur bei den Torhüterinnen auf beständig hohem Niveau dagegen halten. In der letzten Viertelstunde stand auch Hanna Bauer der starken Andrea Schewetschek nicht nach. Alle anderen guten Ansätze hatten dagegen immer nur zeitweise Bestand. Am nachhaltigsten war die Abwehrleistung in den ersten 20 Minuten.

Wirkungsvolle Haspo-Defensive

Die vor allem gegen den linken Rückraum sehr offensiv ausgerichtete Formation hemmte den Spielfluss des Favoriten recht wirkungsvoll, woran die sehr engagierte und schnelle Kristina Hall in der vorgezogenen Position entscheidenden Anteil hatte. Mit anderen Besetzungen gingen dort dann aber viele Zweikämpfe verloren, was den Gästen dahinter große Lücken für ihr Spiel an den Kreis (Visser 5/1) eröffnete.

Trotz des guten Beginns in der Defensive lag Haspo jedoch schon nach einer Viertelstunde mit 1:6 deutlich zurück, weil sich der Angriff sehr schwer tat. Im Gegensatz zu den Gästen ging das Bemühen um Tempo oft auf Kosten der Präzision. Ungenaue Pässe ließen trotz durchaus vielversprechender spielerischer Ansätze zu selten druckvollen Spielfluss aufkommen. Anhaltende Gefahr entwickelte der Rückraum nur mit Jana Lichtscheidel. Vereinzelt setzte sich auch Tabea Brielmann auf der rechten Seite durch.

Haspo-Trainer Mario Malovetz sah sich darin bestätigt, die schier unlösbare Aufgabe zum Probieren zu nutzen: „Wenn man Gegenstöße und Siebenmeter abzieht, haben wir dem hohen Favoriten in der ersten Halbzeit kaum mehr als fünf Tore gestattet. Diese Abwehr werden wir also weiter verfolgen.“ Die kämpferische Einstellung habe ihm gefallen („Super!“), und die Fehlerquote im Zusammenspiel sei kein dauerhaftes Problem: „Das wird mit jedem Training besser, wenn die Laufwege bekannter werden.“

Haspo Bayreuth: Schewetschek, Bauer – Dörfler, Hellriegel (4/2), Brielmann (3), Brahm (2), Lindner, Kerling (1), Hall (1), Fischer, Lichtscheidel (6), Friedrich, Renner (1), Schubert (2).

SG Kirchhof: Siggard, Küllmer – Lucas, Boonkamp, Nolte (5), Kühlborn (8), Sabljak (8/4), Larsen Poulsen (1), Wäscher (1), Maarse, Berz (1), Visser (5/1), Mai (3).

SR: Pusch, Weiße (Hoyerswerda); Strafminuten: Bayreuth 18 plus Rote Karte für Lindner (47.), Kirchhof 6.

Stationen: 1:6 (16.), 5:10 (24.), 7:13 (Halbzeit), 9:19 (35.), 13:25 (48.), 17:27 (53.), 18:31 (58.), 20:32 (Ende).

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