Haspo-Damen bei früherem Europacupsieger

Noch immer hat der Frankfurter HC einen klangvollen Namen im Frauenhandball. Sechs Mal war der Club aus Brandenburg immerhin Meister in der DDR, gewann zweimal den IHF- und einmal den Euro-City-Cup. Und auch nach der deutschen Wiedervereinigung folgten noch weitere Erfolge. 2004 errang der FHC letztmalig die Deutsche Meisterschaft. Viele Nationalspielerinnen standen im Kader, darunter auch noch heute aktive wie Katja Schülke oder Franziska Mietzner, ehe der Verein 2013 Insolvenz anmelden musste und sich in die 3. Liga zurückzog.

Geblieben aus der glorreichen Vergangenheit ist Trainerurgestein Dietmar Schmidt. Seit 2006 führt der Olympiasieger von 1980 die Geschicke in Frankfurt und baut dabei vor allem auf den eigenen Nachwuchs, den die örtliche Sportschule zuverlässig liefert. Allen voran ist Michele Dürrwald zu nennen als zweifache Juniorinnennationalspielerin – in der Halle und beim Beachhandball. Mit 39 Treffern in der laufenden Saison belegt die 19-jährige aktuell Platz vier in der Torjägerliste.

Erfahrungen aus einem Testspiel

Dieser Position werden die Bayreutherinnen also wohl besondere Aufmerksamkeit schenken müssen, ohne jedoch den Rest des Teams zu vernachlässigen. Denn die drittjüngste Mannschaft der Liga – nach den Bundesliga-Reserven aus Leipzig und Blomberg – geht beständig hohes Tempo und ist aus variablen Abwehrsystemen auf einfache Ballgewinne aus. Steilvorlagen für diese Spielweise sollte das Haspo-Team also möglichst nicht liefern, wenn es die nächsten Punkte im Kampf um einen frühen Klassenerhalt einfahren möchte. Diese Erfahrung machte Haspo bereits in der Vorbereitung, als die beiden Kontrahenten beim Turnier in Chemnitz schon einmal aufeinander trafen. Da führten die Bayreutherinnen bereits deutlich, ehe sie mit eigenen Fehlern die Brandenburgerinnen zurück ins Spiel brachten.

Der knappe Endstand für Haspo in diesem Spiel deutet dann auch eher auf die wahren Kräfteverhältnisse hin, als der derzeitige Tabellenstand. Denn während die Bayreutherinnen einige knappe Begegnungen am Ende zumindest noch mit einem Punktgewinn beschließen konnten und derzeit Rang fünf belegen, zahlte das junge Frankfurter Team hier bislang noch Lehrgeld und ziert trotz teils guter Leistungen das Ende der Tabelle. Die letzten Ergebnisse deuten aber auf einen Aufwärtstrend hin. Der FHC besiegte das Leipziger Juniorteam deutlich und unterlag in Berlin nur denkbar knapp.

Folglich mahnt Haspo-Trainer Thomas Hankel: „In diesem Jahr gibt es bei keinem Spiel einen Favoriten. Jeder kann jeden schlagen.“ Das bedeutet aber auch, dass er mit seinem Team nicht 420 Kilometer bis kurz vor die polnische Grenze fahren will, ohne etwas Zählbares mitzubringen: „Wir haben das wie in allen bisherigen Spielen selbst in der Hand.“ Fehlen werden bei dieser Mission lediglich die drei Nachwuchsspielerinnen Kathrin Lindner, Hanna Bauer (Einsatz mit ihren Jugendteams) und Sara Mustafic. die (wie gemeldet) in der Jugendnationalmannschaft spielt.

Nicht bewertet

Anzeige