Haspo: Pläne für Verbleib im Schulzentrum

Die Geschichte hat das Zeug zu einem handfesten Krach. Stattdessen gehen die Beteiligten sachlich miteinander um. Andreas Berghammer und Christian Möckel sind Männer, die in der Bayreuther Sportszene etwas gelten. Der eine als Haspo-Vorsitzender, der andere als Chef des Sportamts. Berghammer wünscht sich für seine Spieler eine möglichst gute Trainingsumgebung und eine moderne Halle, in der hochklassige Spiele in der Bayern- und der Bundesliga stattfinden können. Möckel muss auf die Wünsche möglichst aller Sportvereine der Stadt eingehen und die Nutzung der neu entstehenden Dreifachsporthalle koordinieren. Die Handballer, so sagt er, sollen in ihrer alten Halle im Schulzentrum-Ost bleiben (wir berichteten).

Die Handballer haben ein Problem: In höheren Spielklassen schreibt der Verband vor, dass Haftmittel zugelassen werden müssen. Dieses harzähnliche Zeug hinterlässt Spuren am Hallenboden. Andreas Berghammer: "Es macht Dreck, was wir da veranstalten." Christian Möckel: "Die Reinigungskosten sind sehr hoch. Für eine Grundreinigung der Halle müssen wir über 2000 Euro bezahlen." Verein und Stadt haben sich daher vor kurzem darauf verständigt, dass die Spieler beim Putzen helfen.

Der Haspo-Vorsitzende sagt: "Ich bin so stolz auf meine Jungs und Mädels. Aber ich weiß nicht, wie lange die das noch mitmachen." Denn die Putzerei ist kein Zuckerschlecken: Nach dem anstrengenden Training auf allen Vieren über den Boden kriechen und mit Schwämmchen die Harzspuren beseitigen. Reinigungsfirmen setzen für solche Flächen eine Maschine ein. Das hat allerdings in der Vergangenheit nicht funktioniert, eine neue Firma soll das nun besser machen. Der Vereinsvorsitzende sagt: "Wir würden ja sogar eine eigene Putzmaschine anschaffen. Aber wir haben keinen Stellplatz dafür."

Berghammer hat jetzt Vorschläge ausgearbeitet, die er über das Sportamt ans Rathaus schickte. Die Handballer wünschen sich eine Halle, in der etwa 500 Personen bequem sitzen können. In der bislang benutzten Schulturnhalle müssten dazu Tribünen mit fünf Sitzreihen gebaut werden. Bisher gibt es nur drei Sitzreihen. Und die Sitze dort sind vor allem für etwas ältere Besucher nicht bequem. Außerdem brauchen die Handballer zusätzliche Lagerflächen, in denen die Tribünenteile untergebracht werden können, wenn die Schüler Sportunterricht haben: "Ich lasse dafür sogar einen Kostenvoranschlag erstellen, wenn nötig", sagt Berghammer. Doch er legt Wert darauf, auch für solche Vor-Arbeiten die Zustimmung der Stadt zu haben. Neben den Lagermöglichkeiten wünscht sich der Vorsitzende einen neuen Bodenbelag: "Das sind unsere beiden wichtigsten Wünsche."

Christian Möckel verweist zunächst darauf, dass die Handballer ohnehin als einziger Verein über die Halle im Schulzentrum-Ost verfügen dürften. Weil Bayreuth "mit Dreifachhallen nicht gut bestückt" sei, müssten in der neuen Halle neben dem Hans-Walter-Wild-Stadion besonders die anderen Vereine berücksichtigt werden: "Aber es gibt natürlich noch keinen Belegungsplan." Deshalb würden Sportamt und Verein gemeinsam schauen, wie eine Lösung des Problems erfolgen könnte: "Die Handballer wissen schon, dass das Harzen den Dreck verursacht."

Dass die Haspo-Leute jetzt nahezu täglich ihre Halle putzen, sagt Möckel, sei grundsätzlich lobenswert. Aber eben nichts Besonderes in Bayreuth: Die Fanclubs von EHC und Medi kümmerten sich nach den Sopielen um die Grobreinigung der Zuschauerbereiche, auch die Spielvereinigung sorgt nach den Spielen für eine saubere Tribüne.

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