Haspo Bayreuth liefert Paukenschläge

„Wir bedauern den Abgang von Mathias Bracher wirklich sehr, akzeptieren jedoch seine Entscheidung“, bezieht Berghammer Stellung, um dann ins Detail zu gehen: „Wichtig ist für mich, klarzustellen, dass Mathias uns weder aus sportlichen, noch aus finanziellen Gründen verlässt, sondern aufgrund der Überlastung mit den vielen, weiten Fahrten.“

Tatsächlich kommt der Entschluss Brachers, der in der kommenden Saison Trainer der männlichen A-Jugend des HC Erlangen werden wird, für Außenstehende wohl mehr als überraschend. Immerhin führte der ehemalige Bundesligaspieler Haspo Bayreuth innerhalb von nur drei Jahren aus der Abstiegszone in die Spitzengruppe der Bayernliga und ist auch aktuell mit Platz vier absolut im Soll. „Ich bedanke mich schon jetzt für drei wirklich tolle Jahre“, sagt deshalb auch Berghammer: „Ich glaube, dass auch er etwas dazugelernt hat. Er hat eine für ihn völlig neue Vereinsphilosophie kennengelernt, die ihm sicher viel Spaß gebracht hat.“

Das bestätigt auch der scheidende Trainer: „Ich hatte und habe immer noch eine super Zeit bei Haspo. Bayreuth ist für mich das beste Beispiel, was man mit Teamspirit alles erreichen kann. Diese familiäre Atmosphäre habe ich vorher noch nie erlebt.“ Bracher fügt an: „Die Entscheidung ist mir extrem schwer gefallen, und der einzige Grund ist wirklich die weite Entfernung zum Spielort.“

Mit Wehmut blickt der aktuelle Haspo-Trainer auf seine aktuelle Mannschaft: „Obwohl kein Spieler bezahlt wurde, war jeder einzelne voll engagiert und bereit, dem Verein viel zurückzugeben. Außerdem hat diese junge Mannschaft eine tolle Perspektive, die ich nun leider nicht mehr mit vorantreiben kann.“

In Trauer mischt sich Aufbruchstimmung

In all die Trauer über den überraschenden Abgang von Bracher mischt sich bei Haspo jedoch auch sogleich eine Art Aufbruchstimmung. Mit der Verpflichtung von Marc Brückner und Michael Werner als neuem gleichberechtigten Trainerduo zur kommenden Saison haben die Verantwortlichen nämlich einen echten Coup gelandet. Beide verbindet eine gemeinsame, erfolgreiche Vergangenheit, als man 2005 mit Haspo die bayerische Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Dritte Liga feiern konnte. Michael Werner wurde dann als Kreisläufer beim HSC 2000 Coburg sogar zum Bundesligaspieler und trainiert aktuell die zweite Mannschaft des Drittligisten SV 08 Auerbach (Bezirksoberliga). Zudem verfügt Werner über die B-Trainerlizenz. Marc Brückner, der Haspo bereits in der Dritten Liga ein Jahr lang coachte, bildete zuletzt zusammen mit Andreas Berghammer das Trainerduo der ersten Jugendbundesliga-Mannschaft in der Bayreuther Handballgeschichte.

Damit bleibt Haspo auch bei seinen Wurzeln. Dementsprechend euphorisch äußerte sich auch Berghammer zur Verpflichtung der beiden hauptberuflichen Gymnasiallehrer: „Was wir jetzt gefunden haben, ist mehr als nur ein Ersatz. Es ist das bestmögliche Gespann, das ich mir überhaupt vorstellen kann. Beide verfügen über einen hervorragenden handballerischen Background aufgrund ihrer aktiven Zeit, zudem können sie auf große didaktische Fähigkeiten zurückgreifen, die gerade auch unsere jungen Spieler fördern werden.“

Genau diese junge Altersstruktur der Bayreuther Bayernliga-Mannschaft mit sehr vielen eigenen Nachwuchsspielern war dann auch für Brückner einer der Hauptgründe für seine schnelle Zusage: „Die Jugend und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Mannschaft reizen mich. Natürlich war auch die Zusammenarbeit mit Michael Werner ausschlaggebend. Nicht zuletzt ist es auch die enge Verbundenheit mit Haspo.“

Vorsitzender Berghammer ist sich sicher, „zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Telefonnummern“ gewählt zu haben. Diese Aussage trifft dabei vor allem auf Michael Werner zu: „Zuerst muss man wissen, dass ich bereits vorher für mich den Entschluss gefasst hatte, nach der Saison als Trainer in Auerbach aufzuhören. Eine andere Voraussetzung war, dass Marc mitmacht, den ich persönlich sehr schätze.“

Auf die Frage, ob Werner auch Spieler aus Auerbach mitbringen würde, antwortet der 35-jährige ehemalige Kreisläufer eindeutig: „Die Zeit in Auerbach will ich nicht missen und deshalb will ich auch im Guten gehen. Daher werde ich sicherlich nicht aktiv an Spieler herantreten. Andererseits werde ich auch niemanden ablehnen, der er von sich aus auf mich zukommt. Ich hoffe zudem, dass die Mannschaft zusammenbleibt und die Spieler aus der jetzigen A-Jugend auch mitziehen.“

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