Haspo-Ausgleich in der letzten Sekunde

Auf der Hallenuhr standen exakt 53:01 Minuten, der hoch motivierte Gast hatte gerade zum 22:28 getroffen und die Gästebank bereits erste Feierlichkeiten gestartet. Doch dann schlug Haspo zurück und startete eine spektakuläre Aufholjagd, die mit dem Last-Minute-Tor von Saborowski gekrönt wurde.

Ohne den am Knie verletzten Linkshänder Philipp Schöttner und drei weitere Stammkräfte fanden die Bayreuther schwer in die Partie. Der Angriffsmotor stotterte bedenklich, auch wenn der 0:2-Fehlstart schnell in eine 3:2-Führung verwandelt wurde (6.). Bis zum 8:8 (21.) blieb die Partie zwar nicht gerade hochklassig, dafür aber ausgeglichen. Bis dahin schien es Haspo auch tatsächlich zu gelingen, das starke Unterhachinger Duo um Kreisläufer Johannes Borschel und Spielmacher Martin Dauhrer in Schach zu halten. Lediglich viele vergebene Torchancen, wenig überzeugende Überzahlsituationen und immer wieder die eine oder andere Unkonzentriertheit im Angriff verhinderten zu diesem Zeitpunkt eine Haspo-Führung.

Als jedoch Martin Dauhrer immer besser ins Spiel fand, legte die Mannschaft aus dem Münchner Süden eine 12:9-Führung (25.) vor. Am Ende kam die Unterhachinger Angriffszange dann sogar auf 14 Treffer. Allen voran Rechtsaußen Paul Saborowski brachte Haspo bis zur Pause aber wieder zurück auf Augenhöhe.

Nach dem 15:14 nicht mehr in Führung

Nachdem Yannik Meyer-Siebert direkt nach Wiederbeginn per Siebenmeter zum 15:14 (31.) getroffen hatte, wurde jedoch die erste richtige Schwächephase der Hausherren eingeläutet. Während die Oberbayern weiter an ihrem Plan festhielten, wirkte Haspo merkwürdig gehemmt. Zwar kam der Gastgeber nach dem zwischenzeitlichen 16:20-Rückstand (38.) noch einmal auf 19:21 (41.) heran, doch Unterhaching nutzte nun jede Bayreuther Unsicherheit konsequent im Gegenstoß aus.

So führte der Gast beim 26:20 (49.) erstmals mit sechs Toren Unterschied. Und hätte der gut aufgelegte Haspo-Torwart Hannes Lehnard nicht noch den einen oder anderen freien Ball gehalten, wäre die Vorentscheidung schon längst gefallen. Doch auch so hätte eigentlich spätestens die 28:22-Führung (54.) des TSV zum überraschenden Auswärtssieg reichen müssen. Stattdessen stellte Haspo auf eine offene Manndeckung um und hatte damit tatsächlich Erfolg. Ball um Ball verschenkten die zunehmend nervöser werdenden Gäste nun. So gelang es den Bayreuthern noch, eine tolle Aufholjagd mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen 8:2-Lauf zum umjubelten Ausgleich abzuschließen.

„Unser sehr bescheidener Auftritt war heute ein Spiegelbild unserer Trainingseinheiten der letzten Wochen“, zeigte sich Haspo-Trainer Michael Werner trotz des glücklichen Endes wenig versöhnlich und legte sogar noch nach: „Wenn das heute ein Gradmesser war, haben wir in den kommenden Wochen viel Arbeit vor uns.“

Haspo Bayreuth: Lehnard, Wittmann – Schalk, Nicola (2), Herrmannsdörfer (3), Hümpfer (1), Tscheuschner, Baldauf, S. Berghammer (2), Rahn (2), Saborowski (7), Meyer-Siebert (9/4), Y. Berghammer (2), Goeritz (2).

Äußere Badstraße 26, 95448 Bayreuth

Nicht bewertet

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