Hartnäckige Keime in der Kita

Mitte Dezember hatten Bakterien die Kita in der Brunnenwiese lahm gelegt. Damals hatten sich Kinder und Mitarbeiter in fast 30 Fällen mit Streptokokken angesteckt, es gab Scharlach-Fälle. Die Kita war sogar für einige Tage geschlossen geblieben, eine Notfall-Gruppe war in der Turnhalle eingerichtet worden.

Alles desinfiziert

Währenddessen hatte das Personal jeden einzelnen Bauklotz umgedreht und desinfiziert. Vergebens: Die Bakterien hatten sich nicht ausrotten lassen. Kita-Leiterin Kathrin Pitroff hatte gehofft, dass die Weihnachtsferien Besserungen bringen würden.

Doch jetzt ist wieder ein Kind an Streptokokken erkrankt, seit Montag gibt es auch wieder einen Fall von Scharlach. Kathrin Pitroff, Leiterin der Kita, will sich auf Nachfrage nicht mehr dazu äußern.

"Keine Fehler"

Dr. Klaus von Stetten, Leiter des Gesundheitsamtes, sagt: "Insgesamt sind keine Fehler passiert." In den Griff würde man Scharlacherkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen nur bekommen, wenn man diese von Oktober bis März schließen würde. Das wäre in Anbetracht der Anzahl der Fälle und der meist ausbleibenden Komplikationen nicht angemessen. Entscheidend sei, dass die Diagnose rechtzeitig gestellt wird und die Erkrankten unverzüglich und konsequent mit Antibiotikum behandelt werden.

Elternbeirat lobt Leiterin

Auch der Elternbeirat steht hinter der Kita-Leitung: "Alles ist perfekt organisiert. Dass jetzt wieder ein Kind Scharlach hat, sagt gar nichts. Es kann sich überall angesteckt haben", sagt Mutter Kerstin Zimmermann.

Von Stetten sagt, das Gesundheitsamt werde die Entwicklung in der Kindertagesstätte genau beobachten, die Leitung weiter beraten und empfehlen, alle Maßnahmen abzustimmen.

Dr. Klaus von Stetten, Leiter des Gesundheitsamtes, erklärt Scharlach:

"Scharlach zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten und gehört zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten im Kindesalter. Die verursachenden Erreger, Bakterien mit dem Namen A-Streptokokken kommen weltweit vor. Jeder fünfte bis zehnte Mensch ist Träger von A-Streptokokken im Nasen-Rachenraum, ohne selbst daran zu erkranken.

Allerdings können diese Träger die Bakterien an andere weitergeben, die dann erkranken. Die Bakterien können Giftstoffe (Toxine) bilden. Hat eine Patient die Erkrankung überstanden, ist er in Zukunft vor dem jeweiligen Giftstoff des Erregers geschützt. Da die Bakterien aber unterschiedliche Giftstoffe bilden, ist es möglich mehrfach an Scharlach zu erkranken.

A-Streptokokken verursachen auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Tonsillitis, also eine eitrige Mandelentzündung. Scharlach ist hochansteckend, deshalb tritt die Erkrankung immer wieder gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas oder Schulen auf, insbesondere in der kälteren Jahreszeit zwischen Oktober und März. 

Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung liegen meist ein bis drei Tage (Inkubationszeit). Wird Scharlach mit Antibiotikum behandelt, besteht bereits 24 Stunden nach der ersten Einnahme keine Ansteckungsgefahr mehr. Ohne Antibiotika-Therapie sind die Erkrankten bis zu drei Wochen nach den ersten Beschwerden ansteckend.  Die Übertragung des Erregers erfolgt über Husten, Niesen oder nahes Sprechen. Extrem selten stecken sich Menschen über gemeinsam benutzte Gegenstände wie Spielzeug an, wenn Erreger daran haften."

Nicht bewertet